Hansen und Frey siegen im DMV Classic Masters

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Andreas Hansen siegte im ersten Rennen // Foto: Patrick Holzer

Beim dritten Lauf des DMV Classic Masters in Zandvoort teilten sich Andreas Hansen (BMW 328i ST E36) und Marc Frey (BMW 328iS E36) die Siege. Gesamtsieger auf dem anspruchsvollen Dünenkurs wurde Marc Schnyder, der mit seinem Alfa Romeo 75 2.0 TB zwei souveräne Erfolge einfuhr.

Marc Schnyder drückte den beiden Rennen in Zandvoort seinen Stempel auf. Mit den zwei Gesamtsiegen entschied Marc Schnyder auch die Alfa Romeo Challenge für sich. Von der Pole aus gestartet, musste er im ersten Rennen Andreas Hansen kurzzeitig vorbeilassen. Im Verlauf der ersten Runde korrigierte Schnyder die Rangfolge und setzte sich vor Hansen und Giuseppe Tizza (Alfa Romeo 75 V6) an die Spitze. Während Schnyder seinen Vorsprung auf über acht Sekunden ausbaute, fiel Hansen hinter Tizza zurück. Erst als sich der Norddeutsche wieder am Alfa vorbeigearbeitet hatte, schrumpfte der Vorsprung von Schnyder zusammen. Der hielt mit einem starken Schlussspurt dagegen. Zwar verpasste Hansen den Gesamtsieg um 4,97 Sekunden, der Sieg im DMV Classic Masters war ihm aber nicht zu nehmen. „Beim Start waren die Alfas schwierig einzuschätzen. Dementsprechend war der Start wichtig, um erst einmal einen Schub nach vorne zu machen. Die Rundenzeiten waren alle sehr eng beieinander. Mit den Alfa Jungs habe ich mir schöne Duelle geliefert. Das hat echt Spaß gemacht“, berichtete Hansen nach dem ersten Durchgang. Rang drei holte sich nach packendem Zweikampf Giuseppe Tizza vor Angelo Scalia (Alfa Romeo 75 V6).

Im zweiten Heat erwischte Hansen den besten Start, während sich Schnyder direkt dahinter einreihte. Wiederum eine Runde hielt der BMW-Pilot die Spitze, ehe der schwarze Alfa Ende Start und Ziel vorbeizog. Erneut baute der Eidgenosse seinen Vorsprung aus. Dahinter tobte der Kampf um Rang zwei. Wie schon in Rennen eins hatte sich Tizza den BMW von Hansen geschnappt, während dahinter Angelo Scalia und Nico Send (Opel Kadett C GT/E) aufschlossen. Der enge Vierkampf spielte dem Führenden in die Karten, der so seinen Vorsprung schnell ausbaute und souverän auf Rang eins das schwarz-weiß karierte Tuch sah. Dass es am Ende weit mehr als eine Minute Abstand auf Rang zwei wurde, lag auch an den Geschehnissen direkt dahinter. Hier hatte sich Nico Send in der Zwischenzeit Scalia geschnappt und attackierte den direkt vor ihm fahrenden Hansen. Kurzeitig war der C-Kadett an Hansen vorbei, musste diesen jedoch wieder passieren lassen. Als sich Send erneut neben Hansen setzte, berührten sich die beiden. Während Hansen den Dreher verhindern konnte, legte Send eine Pirouette hin. Als plötzlich Flammen aus dem Auspuff schlugen, ließ Send den Wagen stehen. „Wir hatten technische Probleme mit der Hinterachse, wodurch wir eine zu kurze Übersetzung hatten. Wir gehen davon aus, dass ein Simmering an der Kurbelwelle undicht ist, weshalb die ganze Zeit ein bisschen Öl unters Auto gespritzt ist. Dadurch hatte ich extrem wenig Grip an der Hinterachse. Als ich mich bei der Aufholjagd an Andreas Hansen vorbeikämpfen wollte, kam in dem Moment das Heck und ich drehte mich in ihn rein.“

Marc Frey kam mit dem full course yellow am besten zurecht // Foto: Patrick Holzer

Überraschungssieger im DMV Classic Masters
Die Aktion hatte einen „Full Course Yellow“ zur Folge. Als das Feld wieder losgelassen wurde, hatte Tizza vor Hansen und Scalia die besten Karten. Kurz darauf gingen erneut die „FCY-Schilder“ raus. Ein Fahrzeug hatte sich in der Gerlachtboch überschlagen, was zum vorzeitigen Abbruch führen sollte. Zwar hatte sich Tizza vor Hansen und Scalia den zweiten Platz gesichert, die Ernüchterung kam aber schnell. Denn wegen zu schnellen Fahrens unter FCY hagelte es eine ganze Reihe von Zeitstrafen. Nicht nur Tizza, sondern auch Hansen, Scalia sowie der dahinter platzierte André Jaschinski (BMW E30 4,0 V8) waren betroffen. Dadurch gab es einen Überraschungszweiten. Marc Frey landete vor Jörg Bernhard (Alfa Romeo GTV6) als Zweiter auf dem Podium. Damit feierte Frey zudem seinen ersten Sieg im DMV Classic Masters. “ Ich hatte heute einfach nur das Glück mit den Code 60 bzw. gelben Flaggen. Ich habe versucht die 60 einzuhalten, was mir wohl gut gelungen ist. Sonst wäre das anders ausgegangen. Ich hatte eigentlich mit Platz drei oder vier gerechnet. Heute gab es leider viele Unfälle. Das Rennen gestern war schöner. Aber das ist eine tolle Strecke hier und hat viel Spaß gemacht“, so der Überraschungssieger.

Platz zwei im Masters holte sich Frank Wolf (BMW 328iS E36), mit dem sich Frey schon im ersten Rennen einen Zweikampf geliefert hatte. Dritter im Masters und im Gesamt auf Platz sechs wurde Thomas Röpke (Porsche 964 GT), der sich nach dem frühen Aus in Rennen eins kontinuierlich nach vorne gearbeitet hatte.

André Jaschinski mit Platz zwei im ersten Rennen erfolgreich // Foto:Patrick Holzer

Im ersten Heat hatte sich noch André Jaschinski den zweiten Platz im Masters geholt. Der Norddeutsche fuhr ein starkes Rennen und hielt Hockenheim-Sieger Uwe Send im C-Kadett hinter sich. Mit demselben Ergebnis wäre es im zweiten Durchgang zu Ende gegangen. Doch die 30-Sekunden Strafe warf Jaschinski weit zurück. Masters-Dritter im ersten Rennen wurde Uwe Send, der diesmal nicht ganz so auf Touren kam. „Das war heute echt der Hammer. Ich kam sehr gut ins Rennen und hatte Uwe Send die ganze Zeit hinter mir. Zur Mitte des Rennens hin befürchtete ich, dass er doch nochmal richtig rankommt. Bei den Überrundungen hatte ich vielleicht auch etwas mehr Glück als er.  Dann konnte ich das ganz gut nach Hause fahren. Ich habe zusammen mit Andreas jetzt den ersten Doppelsieg für die RSG eingefahren“, so Jaschinski. Uwe Send meinte zu seinem Ergebnis: „Ich bin im Grunde aber schon zufrieden. Der Andre war heute einfach schneller und das gönne ich dem Jungen auch.“

Mehrere Doppelsieger in den Klassen
Mit sechs Fahrzeugen war die CM 5 erneut stark besetzt. In der CM 6 war Nico Ullmer im VW Lupo GTI 1,6 zwar als Solist unterwegs und platzierte sich im ersten Rennen auf dem starken zwölften Gesamtrang. In der CM 3 kämpften Leon Harhoff (Opel Astra GSi) und Arne Lanzendörfer (BMW E30) um den Sieg. Zwar entschied Harhoff beide Rennen für sich, doch Lanzendörfer ließ zweimal mit der schnellsten Rennrunde in der Klasse aufhorchen. „Ich war zum ersten Mal hier auf der Strecke und es lief für mich sehr gut. Das Auto hat super gehalten. Ich konnte mich auch sehr gut an die Strecke gewöhnen und eine für mich angemessene Pace fahren“, erklärte Harhoff nach dem zweiten Rennen. Auch Arne Lanzendörfer zeigte sich zufrieden: „Es war für uns die erste Rennveranstaltung seit Juli letzten Jahres. Da ging es erst einmal darum, dass alles gut funktioniert. Das hat gut geklappt. Ich bin froh, dass der Wagen so gut gehalten hat.  Ich bin hier auch das erste Mal gefahren.“

In der CM 3 fuhr Leon Harhoff (Opel Astra GSi) zu zwei Klassensiegen // Foto: Patrick Holzer

Die CM 2 war einmal mehr fest in der Hand von Ioannis Smyrlis (BMW 318ti Cup). Zumindest im ersten Durchgang leistete Teamkollege Florian Bodin lange Zeit einige Gegenwehr, ehe Smyrlis am Ende zum Klassensieg fuhr. Souveräner gestaltete sich das zweite Rennen, wo Dennis Luca Voss (BMW 318ti Cup) auf Platz zwei fuhr. Gleich fünf Lada waren in Zandvoort am Start, wobei Thomas Roth (Lada 2105) die CM 1 für sich entschied. Mit einer Runde Vorsprung auf Swen Landwehr (Lada 2105) wurde er als Sieger abgewinkt. Das zweite Rennen gewann Landwehr vor Marko Brenner (Lada Samara).

Zweimal Sieg in der CM 2 für Ioannis Smyrlis // Foto: Patrick Holzer

Starke Alfa Meute in Zandvoort
Die Alfa Romeo Challenge stellte nicht nur den Gesamtsieger, sondern brachte eine große Zahl von Alfisti nach Zandvoort. Am Sieg von Marc Schnyder gab es in beiden Rennen nichts zu deuteln. Dahinter duellierten sich Tizza und Scalia um Rang zwei, wobei Tizza die besseren Karten hatte. Da im zweiten Heat beide Schweizer von den Zeitstrafen betroffen waren, erbte Jörg Bernhard die zweite Position. Der langjährige Divinol-Cup und STT-Pilot gewann damit zudem seine Klasse 4. Dritter im Feld der Alfas wurde Oliver Größl (Alfa Romeo 147 JTD), der sich gleich gegen drei weitere 147er Alfas durchsetzte.

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