Motorsport zum Genießen auf und abseits der Rennstrecke  

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Mehr als 500 Teilnehmer in elf verschiedenen Serien // Foto: Hockenheimring GmbH

Der Countdown läuft, die Vorbereitungen für die „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“ biegen auf die Zielgeraden ein. Am kommenden Wochenende steigt auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg einmal mehr eines der größten Classic Events im internationalen Motorsport. Racing zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Anfassen, kurz: zum Genießen, lautet das Motto. Dass Zuschauer und Fahrer dieselbe Leidenschaft teilen, wird kaum irgendwo so deutlich wie hier.

Rund 500 Teilnehmer aus aller Herren Länder werden in ihren teilweise unbezahlbaren historischen Rennfahrzeugen in elf verschiedenen Serien die zahlreich erwarteten Fans in ihren Bann ziehen. Und all das im Gedenken an einen der Größten, den dieser faszinierende Sport je erlebt hat, dessen Erfolge und Charisma auch 55 Jahre nach seinem tragischen Unfalltod deutlich nachwirken und dessen Name aus diesem Grund für immer untrennbar mit dem Hockenheimring verbunden sein wird: Jim Clark.

Da erscheint es naheliegend, abseits der packenden Action auf der Rennstrecke auch einmal für einige Momente innezuhalten und in einer von mehreren Sonderausstellungen in der Vergangenheit zu schwelgen. In einer Vergangenheit, die zwar nicht zwingend besser, aber doch irgendwie unbekümmerter und zwangloser war.

Nostalgie pur verspricht diesbezüglich die Sonderausstellung zum Namensgeber der Veranstaltung. Im Kongress-Pavillon inmitten des Fahrerlagers wird Jim Clarks große Karriere in liebevoll präsentierten Memorabilia nachgezeichnet. Wer zuvor noch nicht einschätzen konnte, welchen Einfluss der zweimaligen Formel-1-Weltmeister auf den Motorsport hatte und noch immer hat, der weiß es spätestens beim Rausgehen.

Sonderausstellung von ChromeCars: Schwarz und Gold sind Trumpf

Einen weiteren absoluten Höhepunkt hält das thüringische Unternehmen ChromeCars mit der „Black & Gold Collection“ bereit. Und ein Kenner, der an die Farben Schwarz und Gold in Verbindung mit Rennwagen denkt, der hat keinen Zweifel mehr, worum es geht: Lotus. Dass der im Jahre 1948 und damit vor 75 Jahren vom unvergessenen Colin Chapman gegründete Sport- und Rennwagenhersteller bis heute eine Legende ist, liegt nicht zuletzt an den sechs Fahrer- und sieben Konstrukteurs-WM-Titeln sowie den 79 Grand-Prix-Siegen, die Lotus zwischen den Saisons 1958 und 1994 in der Formel 1 errungen hat – aber eben nicht nur.

Bei kaum einem anderen Formel-1-Konstrukteur – vielleicht mit Ausnahme von Ferrari – lagen Triumph und Tragödie stets so nah beieinander wie bei Lotus. Das beste Beispiel, und hier schließt sich einmal mehr ein Kreis, ist Jim Clark selbst. Der Schotte eroberte seine Weltmeistertitel 1963 und 1965 in einem von Chapman gebauten Rennwagen, und er kam am 7. April 1968 in einem Formel-2-Lotus ums Leben.

Legenden auf und abseits der Rennstrecke // Foto: Hockenheimring GmbH

Für die außergewöhnliche und bewegte Geschichte der Rennwagenschmiede aus Hethel stehen auch die insgesamt 18 Exponate, welche die Mannschaft um ChromeCars-Gründer Kai Nieklauson mit nach Hockenheim bringen wird. Freilich kam das „Black & Gold“ in der Formel 1 erst in der Post-Clark-Ära in Mode, weshalb das älteste Stück aus der Sammlung ein Lotus 76 ist, der in der Grand-Prix-Saison 1974 debütierte.

Auch die übrigen Ausstellungsstücke lassen Kenner mit der Zunge schnalzen: Neben sieben weiteren Formel-1-Boliden, von denen drei bei den Rennläufen der Masters Racing Legends im Einsatz sein werden, sind auch zwei LMP2-Prototypen dabei, von denen einer im Rahmen der Masters Endurance Legends auf der Rennstrecke zu sehen ist. Dazu gibt’s noch vier Straßensportwagen der Typen Esprit, Europa und Exige sowie ein F1-Rennboot, ein Lotus C01-Motorrad und eine Cessna 414A, wie sie Chapman einst flog.

Volles Programm und familienfreundliche Ticketpreise

Die Hauptmusik aber spielt bei der „Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival“, auf der Rennstrecke. Egal ob die „Tourenwagen Goldene Ära“, die vier bei der Bosch Hockenheim vertretenen Kategorien des „Masters Historic Racing“, der Group C Supercup, die BOSS GP, der Raceclub Germany, die Historic Racecar Association, die Lurani Trophy für Formel-Junior-Renner und natürlich die Historische Formel 2 – wer ein Faible für historischen Motorsport hat, den lässt keine dieser Rennserien kalt.

Familienfreundliche Preise, offenes Fahrerlager und eine ganz besondere Ausstellung in Schwarz und Gold // Foto: Hockenheimring GmbH

Und wer als Rennsport-Enthusiast dann noch die familienfreundlichen Eintrittspreise und das gänzlich offene Fahrerlager berücksichtigt, der braucht wirklich einen ganz besonderen Grund, um zwischen dem 5. und 7. Mai nicht nach Hockenheim zu fahren.

Schon ab 15 Euro für ein Freitags-Ticket geht’s los, die Tageskarten für Samstag und Sonntag kosten 35 respektive 30 Euro. Wer das gesamte Wochenende erleben möchte, ist ab 49 Euro dabei. Der Bezug ist über den Online-Ticketshop, an den geöffneten Tageskassen vor Ort oder unter der Hotline +49(0)6205 950-222 möglich.

Weitere Informationen gibt’s unter www.hockenheim-historic.de.