Ralf Schall trotzt dem Eifelwetter und gewinnt 24h Classic Rennen

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176 klassische Rennwagen gingen auf die 3-Stunden Hatz auf der Nordschleife // Foto: Gruppe C Photography

Zur 50. Auflage der ADAC Total Energies 24h durften natürlich auch nicht die 24h Classic fehlen. Das Rahmenrennen mit historischen Fahrzeugen aus Youngtimer Trophy und FHR fand 2022 zum insgesamt 31. Mal statt. In drei Startgruppen gingen die insgesamt 176 klassische Rennwagen auf die 3-Stunden Hatz auf der Nordschleife. Den Kampf mit dem Eifeltypischen Wechselwetter entschied Solist Ralf Schall im Mercedes 190 E 2.5 16V vor einem starken Porsche Verfolgerfeld für sich.

Trockene Streckenbedingungen und ein diszipliniertes Fahrerfeld sorgten zunächst für eine ruhige Startphase. Lediglich ein Dreher von Marco Keul in seinem #139 Audi 50 eingangs der Mercedes-Arena brachte den nachfolgenden Verkehr kurz ins Stocken. An der Spitze stürmte der #504 TwinBusch Porsche mit einem schnell wachsenden Polster auf die Verfolger auf und davon.

Eine frühe Gelbphase auf der Döttinger Höhe nach technischen Problemen einiger Teilnehmer dünnte die Spitzengruppe dann jedoch schon aus. Der #211 Porsche von Schröder / Althoff sah im Positionskampf eine gelbe Flagge zu spät und fuhr auf den #505 Porsche von Hammel / Rudolpf auf. Dies bedeutete aufgrund der Schwere der Schäden für beide Teams das frühzeitige Aus.

Zusätzlich gesprengt wurde die Porsche Armada durch Ralf Schall im bekannten #552 Mercedes 190 E, der sich zunächst auf Rang 3 etablieren konnte. Einsetzender Regen auf verschiedenen Streckenabschnitten sorgte dann für einige Dreher und spektakuläre Drifts im Feld, welcher aber ohne grö0ere Folgen für die Beteiligten blieben. Entscheidend für den Rennverlauf wurde die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Regenreifen war. Die #504 büßte aufgrund zweier kurz hintereinander eingelegter Boxenstopps die komfortable Führung ein, fand sich am Anfang der zweiten Rennstunde mitten in der Spitzengruppe wieder und geriet im Positionskampf mit dem Morgan #220 von Christian Bock und Michael Funke aneinander, was aber ohne Folgen für die Beteiligten blieb.

Daniel Schrey hatte zwischenzeitlich die Spitze übernommen, Schall lag auf Platz 2. Dahinter tobte ein sehenswerter Kampf zwischen dem TwinBusch Porsche sowie einem weiteren 911er von Markus Dünkelmann und Christoph Breuer. Über mehrere Runden wechselten permanent die Positionen. Kurzzeitig wurde daraus ein Dreikampf, als Schrey plötzlich langsamer wurde und auf Rang 2 zurückfiel. Ralf Schall nutzte die neu gewonnene Freiheit an der Spitze und setzte sich ab.

Auch in der letzten Rennstunde erneut einsetzender Regen brachte den Mercedes Solist nicht mehr aus dem Konzept, so dass Ralf Schall nach 17 Runden mit fast drei Minuten Vorsprung den Sieg einfahren konnte. Schrey / Pohl im #514 Porsche 911 fanden ihren Speed wieder und sicherten sich Rang 2 vor Marc und Dennis Busch im #504 Porsche.

Wechselnde Wetterbedingungen erscherten die 24h Hatz // Foto: Gruppe C Photography

Den Sieg in der separaten FHR Wertung holte sich Alexander Furiani im #636 Alfa Romeo GTA 1600, der im Gesamtklassement den hervorragenden 15. Platz einfuhr.

Dennis Busch #504: „Es war nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Wir haben die Boxenstopps etwas verwachst und das hat sich dann durch das ganze Rennen gezogen. Aber dennoch hat es richtig Spaß gemacht hier zu Fahren und sich mit den anderen zu duellieren.“

Wolfgang Pohl #514: „Wir sind die ganze Zeit auf Slicks gefahren, was bei dem ständigen Wechsel von Nass und Trocken nicht so einfach war. Du musstest Dein Tempo ständig den jeweiligen Bedingungen anpassen. Dabei habe ich mich sogar einmal gedreht und bin 150m weit rückwärts über die Strecke gerutscht. Uns hatte keiner auf dem Zettel denke ich und da ist der zweite Platz schon gut, obwohl wir natürlich gerne gewonnen hätten. Aber nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall wieder angreifen.“

Ralf Schall #552: „Zuerst muss ich mich erst einmal bei meinem Team bedanken, denn meine Jungs und Mädels haben heute den Sieg geholt. Das Timing der Boxenstopps war perfekt, ebenso wie die Reifenwahl. Ich musste einfach nur fahren und Gas geben. Ein riesiges Kompliment geht an die anderen Fahrer, alle haben heute super aufgepasst und haben mir Platz gelassen.“