Vollak und Kalus in der Lausitz vorne

1251
Niklas Kalus durfte im zweiten Durchgang doch noch feiern // Foto: Patrick Holzer

In zwei spannenden Rennen des DMV BMW 318ti Cup teilten sich Sebastian Vollak und Niklas Kalus (beide MORTS Racing Team) die Siege. Im ersten Rennen auf dem Lausitzring nutzte Vollak eine Code 60 Phase, um sich die Führung zu holen. In Durchgang zwei feierte Kalus einen klaren Erfolg.

Am Ende eines ereignisreichen ersten Rennens hatte wieder einmal Sebastian Vollak die Nase vorne. Mit einem beruhigenden Vorsprung von über sieben Sekunden überquerte er die Ziellinie vor Julien Rehberg (Hampl Motors Rennsport). Dabei war Vollak in der turbulenten Anfangsphase auf die vierte Position zurückgefallen. Als in der zweiten Runden die Code 60 Schilder rausgingen, hatte sich Kalus vor Dennis Urgatz (Cerny Motorsport) und Rehberg an die Spitze gesetzt. Nur wenig später hieß es erneut Code 60. Als wieder Grün gezeigt wurde, konnte Vollak die Aufholjagd starten. Nach Dennis Urgatz war zwei Runden später auch Rehberg fällig. An der Spitze hatte Kalus dagegen 2,5 Sekunden auf Vollak herausgefahren. Ausgerechnet sein Vorsprung sollte Kalus zum Verhängnis werden. Just in dem Moment als Kalus an der Boxeneinfahrt vorbeifuhr, gingen die lila Flaggen raus. Für Vollak, der schon darauf spekuliert hatte, war das der Schlüssel zum Sieg. „Bei der zweiten Code 60 nutzte ich die Gelegenheit zum Stopp, weil ich kurz vor der Boxeneinfahrt war. Niklas blieb draußen, wodurch er zeitlich einen riesigen Nachteil hatte. Dadurch kam ich weit nach vorne und bin jetzt happy, dass wir gewonnen haben“, so Vollak zur Schlüsselszene des Rennens.

Gesamtsieg und Platz zwei als Ausbeute für Sebastian Vollak in der Lausitz // Foto: Patrick Holzer

Platz zwei ging an Julien Rehberg, der zwar nicht ganz an Vollak herankam, aber auch nach hinten viel Luft hatte. Das lag zum einen auch daran, dass sich Dennis Urgatz früh wegen eines herabhängenden Auspuffs verabschiedet hatte. „Am Anfang hat die Pace etwas gefehlt. Da fiel ich auf Platz vier zurück. Nach ein paar Minuten konnte ich mich aber finden und hatte ein bisschen Glück mit der Code 60 und dem Boxenstopp. Ich bin dann nach vorne zu Basti gefahren“, berichtete Rehberg. Dritter wurde Marc-David Müller (MDM Racing), der ab der 15. Runde den dritten Platz übernommen hatte und diesen souverän über die Zeit brachte.

Kalus kann in Rennen zwei doch noch jubeln
Nach dem Pech am Samstag durfte Niklas Kalus im zweiten Durchgang doch noch feiern. Mit einem deutlichen Vorsprung von über 33 Sekunden feierte der schnelle Nachwuchspilot seinen zweiten Saisonsieg. Dabei kam dem Sieger zugute, dass er das Ziel in Rennen 1 noch auf Platz neun gesehen hatte. Das bedeutete, dass er, aufgrund der umgekehrten Startreihenfolge der ersten Zehn, Startreihe eins neben den Polesittern Marx/Schultz (FSR Performance) und nur 4 Strafsekunden inne hatte. Und Kalus wusste den Vorteil zu nutzen. Mit einem perfekten Start setzte er sich an die Spitze. Dahinter reihte sich Sebastian Vollak ein, der das Kunststück fertig brachte bereits nach wenigen Kurven auf Platz zwei vorzustoßen. Der Routinier schnappte sich gleich darauf Kalus, der zudem unter starkem Druck durch Marc-David Müller stand. Eine Code 60, hier hatte es ausgerechnet Polemann Luis Marx erwischt, beruhigte das Geschehen vorerst. Wie als hätten die Protagonisten die notwendige Energie gesammelt, ging es bei Grün wild hin und her. Als Vierter im Bunde war plötzlich Julien Rehberg an Vollak dran und ging vorbei. Beim Titelverteidiger schien es nicht mehr rund zu laufen, denn auf der Start- und Zielgeraden schnappte ihn auch Teamkollege Kalus. Im weiteren Verlauf der Runde holte sich Kalus von Rehberg die Führung zurück. Erst einmal vorbei baute der neue Führende den Abstand immer weiter aus. Auch nach dem Boxenhalt wuchs der Vorsprung weiter an, so dass Kalus über einen deutlichen Erfolg jubeln durfte. „Nach dem guten Start habe ich relativ früh schon Basti gesehen. Dazu kam Julien von hinten und hat in den ersten Runden richtig stark gepaced. Da ging es hin und her. Basti bekam dann einen schleichenden Plattfuß. Da wusste ich, da kann ich vorbei. Ich bin an Basti und Julien vorbei und fuhr neun Sekunden weg. Nach dem Stopp konnte ich den Vorsprung ausbauen. Zugute kam mir, dass die hinter mir um die weiteren Positionen gekämpft haben“, freute sich Kalus über den verdienten Erfolg.

Hochspannende Kämpfe um die Podestplatzierungen in beiden Rennen // Foto: Jürgen Holzer

Hochspannend war der Kampf um Platz zwei. Und das lag vor allem an Sebastian Vollak. Der hatte durch den Reifenschaden sowie die längere Standzeit beim Pflichtstopp viel Zeit verloren. 15 Minuten vor Rennende lag Vollak gerade einmal an der sechsten Stelle. Ähnlich wie Kalus an der Spitze profitierte der Meisterschaftsführende von den engen Positionskämpfen vor ihm. Platow/Sigacev (Cerny Motorsport) verteidigten sich gegen Julien Rehberg und Marc-David Müller, der ebenfalls den Anschluss gefunden hatte. Im Zuge dessen war auch Vollak dran. Und in der vorletzten Runde gelang es dem Routinier tatsächlich noch vor Rehberg und Platow/Sigacev auf Rang zwei vorzufahren. „Nach und nach kamen die Jungs hinter mir wieder näher ran. Ich merkte, dass hinten links am Fahrzeug was nicht stimmt. Das wurde immer schlimmer. Ich wollte aber bis zu einer Code 60 warten, um den Reifen zu wechseln. Da ist der Reifen hinten rechts doch geplatzt, wodurch ich beinahe ins Kiesbett flog. Ich musste zur Box und den Reifen wechseln. Danach alles, was geht, volle Attacke. Ich hätte nicht gedacht, dass wir es noch bis auf Platz zwei schaffen“, erzählte Vollak über sein Rennen.

Enge Zweikämpfe um alle Positionen sorgten für zwei spannende Rennen // Foto: Patrick Holzer

Knapp dahinter fuhr Julien Rehberg auf die dritte Gesamtposition. „Heute hatte ich mit drei Bar definitiv einen viel zu hohen Reifendruck. Damit konnte ich nicht gut fahren. Da müssen wir analysieren, was falsch gelaufen ist. Dann haben wir einen frühzeitigen Boxenstopp gemacht. Eigentlich hatten wir auf eine Code 60 gehofft, es kam aber leider keine. Am Schluss war Sebastian so viel schneller als ich und ich konnte meine Position gegen ihn einfach nicht verteidigen“, berichtete Rehberg.

Enge Entscheidungen in der Lausitz
Ein mit über 40 Fahrzeugen volles Teilnehmerfeld, wechselnde Bedingungen und jede Menge Action – der fünfte Saisonlauf bot wieder alles, was sich der Motorsportfan wünscht. Im ersten Rennen war es Mika König (MK Motorsport), der als Gesamtvierter das Ziel sah. Dabei profitierte er vom Ausfall von Wichmann/Walter (Smyrlis Racing) wenige Runden vor Schluss. Dahinter fuhr Roman Fellner-Feldegg (Mierschke Motorsport) als Gesamtfünfter sein bis dato bestes Ergebnis im umkämpften Cup ein. Peter Elkmann (Elkmann Racing), Lennart Wolf (ATT Racing), Niklas Schmid (KTW4Racing), Niklas Kalus und Marx/Schultz komplettierten die Top 10. Besonders eng waren die Abstände im zweiten Heat, wo sich Leon Hoffmann (Hampl Motors Rennsport) kurz vor Schluss noch die vierte Position schnappte. Der schnelle Junior hatte Platow/Sigacev auf Platz fünf verwiesen. Die weitere Rangfolge lautete Zastrau/Elser (Bux Motorsport), Elkmann, Urgatz, König und Müller.

Jörg Dümmler (Mitte) siegte zweimal in der Gentlemen Wertung // Foto: Jürgen Holzer

Die Juniorenwertung ging im ersten Rennen an Julien Rehberg vor Mika König und Roman Fellner-Feldegg. Im zweiten Durchgang räumte hier Kalus vor Rehberg und Hoffmann den Sieg ab. Bei den Gentlemen war Jörg Dümmler (Dümmler Motorsport) an diesem Wochenende nicht zu schlagen. Beide Rennen gingen an den erfahrenen Routinier, der sich im ersten Rennen gegen Bernd Jamin (Jamin Motorsport) durchsetzte. In Rennen zwei hielt er Hahne/Waibel (Cerny Motorsport) und erneut Jamin hinter sich. „Im zweiten Rennen hatte ich den Start verschlafen oder vielmehr zu viel Drehzahl gehabt. Da sind einige Jungs an mir vorbei. In der ersten Kurve habe ich nochmals drei Plätze verloren, konnte mich aber im Rennen wieder auf meine Startposition zurückarbeiten. Am Start muss ich noch ein wenig arbeiten. Es war aber ein super Wochenende“, zeigte sich Dümmler zufrieden.