Bosch Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival

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Neben der Formel 2 stehen bei der Bosch Hockenheim Historic fünf weitere Formelserien am Start // Foto: Hockenheimring

Keine Frage – die Bosch Hockenheim Historic steht zunächst einmal im Zeichen alter Motorsport-Zeiten. Und wenn eine Veranstaltung so stark an einen bestimmten Rennfahrer erinnert, wie es das Jim Clark Revival tut, dann liegt es nahe, insbesondere die historische Formel 2 zu einem der absoluten Highlights dieses Events zu erklären. Nicht nur, weil der legendäre Schotte 1968 tragischerweise bei einem Formel-2-Rennen in Hockenheim sein Leben verlor, sondern auch weil die zweite Stufe des internationalen Monoposto-Sports seit jeher untrennbar mit der Geschichte des ehrwürdigen Hockenheimrings verbunden ist und nicht nur dort Motorsportgeschichte geschrieben hat.

Neben der Formel 2 stehen bei der Bosch Hockenheim Historic fünf weitere Formelserien am Start. Die Boliden der Historic Race Car Association repräsentieren die legendären Nachwuchsformeln Ford, Vau, Super Vau und Formel 3. Der Raceclub Germany ist die Heimat verschiedener Einsitzer-Kategorien bis hin zur Formel 1. Die Lurani Trophy ist eine Reminiszenz an die legendäre Formel Junior, die für unzählige Top-Talente Sprungbrett für eine große Karriere bildete. Und bei der Historischen Formel Vau Europa geht es, wie der Name schon sagt, um eine der erfolgreichsten und langlebigsten Nachwuchsformeln der Geschichte. Sie alle eröffnen einen Blick in eine Vergangenheit, in der vielleicht nicht alles schöner war, in der aber Legenden geschrieben wurden und die nicht nur bei Racing-Fans älteren Semesters mit zahlreichen und vielfältigen Erinnerungen verbunden ist.

Die BOSS GP Racing Series schlägt die Brücke zur Moderne

Die Organisatoren der Bosch Hockenheim Historic fürchten sich indessen auch nicht vor einem Brückenschlag in die Moderne. Und so ist die BOSS GP Racing Series seit Jahren nicht nur fixer Bestandteil des Jim Clark Revivals, sondern auch ein wahrer Publikumsmagnet. Die Big Open Single Seaters entstanden aus einer Grundsatzfrage: Was soll mit den zahlreichen ausrangierten Preziosen aus Klassen wie Formel 1, IndyCar, GP2, Auto GP, A1 GP, Superleague Formula oder auch der World Series geschehen? Ins Museum stellen? Langsam verrotten lassen? Oder doch wieder auf die Rennstrecke bringen? Die Antwort lag auf der Hand.

Die Bosch Hockenheim Historic vom 6. bis 8. Mai 2022 // Foto: Hockenheimring

Und so geht die BOSS GP 2022 in ihre 28. Saison. Die rund 20 eingeschriebenen Fahrzeuge teilen sich in drei Klassen auf. Die „OPEN“ ist die Heimat der schnellsten Monoposti der vergangenen 25 Jahre und damit auch der Formel-1-Boliden. Wenige Wochen vor dem Saisonstart in Hockenheim rechnen die Verantwortlichen mit insgesamt sechs Vertretern der Königsklasse plus einem Renner aus der World Series by Renault, der allerdings von einem rund 700 PS starken Gibson-V8-Triebwerk befeuert und vom auch hierzulande aus der Formel 3 gut bekannten Letten Harald Schlegelmilch gekonnt bewegt wird. Der erfolgreichste Pilot aus der Open-Klasse ist der Österreicher Ingo Gerstl, der in seinem Toro Rosso STR1 aus dem Jahr 2006 fünf Titel in Serie holte, sich allerdings 2021 seinem Konkurrenten Ulf Ehninger beugen musste. Der Deutsche sitzt in einem Benetton B197 mit Judd-V10-Motor, in dem anno 1997 die Herren Berger, Alesi und Wurz im Einsatz waren.

Die „FORMULA“-Kategorie stellt traditionell den Löwenanteil der Fahrzeuge im Feld der BOSS GP. Hier dominieren die Boliden der früheren GP2-Serie, dem Vorläufer der aktuellen Formel 2. Hinzu kommen jene Renner aus der World Series by Renault, die von einem V8-Motor angetrieben werden. Last but not least die „SUPER LIGHTS“, eine noch junge Klasse, die als Bühne für die älteren Formel-3000-Renner sowie die Sechszylinder-Modelle aus der World Series by Nissan geschaffen wurde.

Natürlich kommen auch die Fans historischer Tourenwagen, GT und Prototypen bei der Bosch Hockenheim Historic voll auf ihre Kosten. Fünf weitere Rennserien widmen sich den automobilen Schätzen mit Dach, deren Geburtsjahr teilweise bis zurück in die 50er-Jahre reicht und die nicht nur in Gestalt der brachialen Renner der legendären Gruppe C absolute Highlights im bunten Programm der Traditionsveranstaltung bereithalten.

Günstige Tickets, Videowall, Ausstellung: Ein Fest für Race Fans
Eine Veranstaltung wie die Bosch Hockenheim Historic lebt vor allem vom Kontakt mit den Fans. Und die stehen vom 6. bis 8. Mai absolut im Mittelpunkt. Fahrerlager und Boxenanlage sind für jedermann offen und einsehbar. Die komplette Action auf der Rennstrecke wird am Samstag und Sonntag über eine große Videoleinwand („Big Screen“) in der Sachs-Kurve übertragen, sodass die Zuschauer auf der Innentribüne jederzeit bestens darüber informiert sind, was sich auf dem restlichen Teil des 4,5 Kilometer langen Grand-Prix-Kurses abspielt. Überdies werden über den Big Screen vielfältige Informationen eingeblendet. Und wer es vor, während oder nach dem Besuch von Fahrerlager und Tribünen etwas ruhiger möchte, der besucht einfach die Jim-Clark-Ausstellung im Kongress-Pavillon.

Die Ticketpreise tragen dem familiären Charakter des Events Rechnung. Schon ab 10 Euro für ein Freitags-Ticket geht’s los, Tageskarten für Samstag und Sonntag sind schon ab 30 Euro erhältlich, wer das gesamte Wochenende hautnah erleben möchte, ist ab 45 Euro dabei. Und für jene, die es etwas exklusiver mögen, gibt’s ab 200 Euro auch VIP-Pakete. Tickets gibt’s über den Online-Ticketshop oder unter der Hotline +49(0)6205 950-222, weitere Informationen unter www.hockenheim-historic.de.

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