Vollak meldet sich in Meppen zurück

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Sebastian Vollak meldete sich zurück // Foto: Patrick Liepertz

Mit einem Doppelsieg beim vierten Meisterschaftslauf des DMV BMW 318ti Cup meldete sich Sebastian Vollak (Hampl Motors Rennsport) zurück. Der Meister von 2019 entschied beide Rennen im Racepark Meppen für sich. Dahinter landete Tom Nittel (East Racing) und Sternkopf/Walter (Cerny Motorsport) jeweils einmal auf Rang zwei.

Zuletzt lief es für Sebastian Vollak nicht wirklich rund. Dreimal hintereinander ging der Titelträger der Saison 2019 leer aus. In Meppen meldete sich Vollak mit einem Doppelsieg eindrucksvoll zurück. „„Endlich wieder einmal ein normales Wochenende, nachdem wir an zwei Wochenenden vom Pech verfolgt waren. Wir konnten diesmal ordentlich Punkte sammeln und sind sogar zurück an der Tabellenspitze. Es tut mir leid, dass Theo an dem Wochenende so viel Pech hatte. Er war phasenweise der Schnellere von uns“, so Vollak. Die Stunde des ex-Champions schlug in beiden Durchgängen jeweils in der zweiten Rennhälfte. Auf dem Papier standen am Ende zwei souveräne Erfolge, die aber weitaus härter erkämpft waren, als es den Anschein hatte. In Durchgang eins wartete Vollak hinter dem führenden Theo Oeverhaus (Hampl Motors Rennsport) ab. Der Youngster war einen Tick schneller als sein Konkurrent. Nach dem Boxenhalt übernahm Vollak das Kommando. In Runde 25 setzte sich Vollak an die Spitze, die er bis zum Fallen der Zielflagge nicht mehr abgab. „In Rennen eins bin ich gut weggekommen und lag hinter Theo. Im ersten Stint war er ein bisschen schneller als ich. Wir korrigierten unseren Luftdruck, wodurch ich die gleiche Pace gehen konnte“, gab Vollak zu Protokoll.

Im zweiten Durchgang ordnete sich Vollak zunächst auf den Verfolgerplätzen ein. Die Anfgangsphase gehörte Luca Alpert (JAS Rennsport), der in den ersten sechs Runden die Führung übernahm. Gegen Florian Sternkopf konnte Alpert die Spitzenposition nicht verteidigen. Sternkopf, sowie auch Oeverhaus und Vollak zogen ebenfalls vorbei. Es entwickelte sich bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters ein spannender Dreikampf. Fast zeitgleich kamen Sternkopf und Vollak an die Box, während Oeverhaus noch auf der Strecke blieb. Als auch der schnelle Youngster stoppte, übernahm Alpert wieder die Gesamtführung. Nachdem das komplette Feld gestoppt hatte, lautete die Reihenfolge wie folgt: Vollak vor Kevin Walter und Oeverhaus – eine Rangfolge, die Oeverhaus bald darauf korrigierte. Als bei Walter die Reifen nachließen, nutzte dies Oeverhaus aus. Doch kurz vor Schluss krachte Theo Oeverhaus mit abgerissenem Querlenker in die Mauer. Dadurch lag Walter wieder auf der zweiten Position. An der Spitze war Sebastian Vollak jedoch schon so weit enteilt, so dass er mit 23,784 Sekunden Vorsprung das schwarz-weiß karierte Tuch sah. „Im zweiten Rennen lagen Florian, Theo und ich eng beieinander. Wir wussten, der Boxenstopp bringt wohl die Entscheidung. Durch einen Fehler von Florian kam ich als erster rein. Es gab danach etwas Chaos in der Boxengasse, ich musste stehen bleiben, fuhr als erster aber raus. Ich bekam eine zehn Sekunden Zeitstrafe. Diese konnte ich aber durch den herausgefahrenen Vorsprung neutralisieren“, erklärte Vollak.

Pech für Oeverhaus
Weniger glücklich agierte Theo Oeverhaus in Meppen, der durchaus beide Rennen auf der eins hätte beenden können. Im ersten Rennen fuhr das Nachwuchstalent wenige Meter rückwärts in der Boxengasse und kollidierte mit einem Fahrzeug. Der Rennleiter sprach daraufhin die Disqualifikation aus. Im zweiten Rennen sorgte der defekte Querlenker für das Aus. Vom Pech profitierten andere. Tom Nittel, das gesamte Wochenende von Elektronikproblemen geplagt, erkämpfte sich im zweiten Durchgang den zweiten Platz. Davor hatte sich Nittel den vor ihm fahrenden Ioannis Smyrlis (Smyrlis Racing) geschnappt, den er nach 60 Minuten mit 2,352 Sekunden hinter sich halten konnte. Vor Sternkopf/Walter und Maik Kraske (H.A.R.D. Speed Motorsport) schaffte Smyrlis als Dritter den Sprung aufs Treppchen. „Ich fuhr von P6 auf P2.Die Priorität am Wochenende war die Reifen einzuteilen, da Meppen eine sehr Material fordernde Strecke ist. Zu Beginn hatte ich einen guten Start erwischt und konnte mich sehr schnell auf P4 setzen. Die Einteilung der Reifen hatte sich ausgezahlt. Ich konnte mich neben Ionnis setzen und vorbei gehen“, berichtete Nittel.

Im zweiten Heat zwangen die Elektronikprobleme Nittel vorzeitig zur Aufgabe. Als engste Kontrahenten von Vollak zeigten sich die Titelverteidiger Sternkopf/Walter. Entscheidend war der Boxenstopp, wo der spätere Sieger vorbeikam. „In Meppen ist es schwierig zu überholen.  Wir kamen gemeinsam mit Vollak zum Boxenstopp.  Der mogelte sich irgendwie vorbei, erhielt aber eine zehn Sekunden Strafe, die er auf Kevin herausfahren musste. Sebastian Vollaks Vorsprung reichte aus um, die zehn Sekunden Strafe zu verschmerzen“, so Florian Sternkopf. Hinter dem Duo landete Max Rosam (Rosam Motorsport) auf dem dritten Platz. Mit 0,682 Sekunden setzte sich Rosam denkbar knapp gegenüber Luca Alpert durch. Im ersten Rennen noch unglücklich vor dem Boxenstoppfenster an der Box und damit im Grunde chancenlos, drehte Rosam im zweiten Heat auf. Diesmal klappte der Stopp perfekt und der junge BMW-Pilot verbesserte sich auf die fünfte Position. Nach einem packenden Positionskampf setzte sich Rosam durch, der zudem den Sieg in der U21 Wertung mitnahm. „Ein klasse Rennen und nicht viel hätte gefehlt, dann hätte ich mir Platz zwei erkämpft. Der Abstand bei der Zieldurchfahrt betrug nur noch acht Zehntelsekunden“, so Rosam.

Spannende Rennen gab es im Racepark Meppen // Foto: Patrick Liepertz

Gelungenes Wochenende im Racepark Meppen
Wie immer wurde um alle Platzierungen eng gekämpft. Im ersten Rennen mussten sich Sternkopf/Walter mit der vierten Gesamtposition begnügen. Die Titelverteidiger hielten Maik Kraske und Marc David Müller (MDM Racing) hinter sich. In die Top 10 fuhren zudem noch Schnurbusch/Totz (Morts Tuning), Luca Alpert, Linus Jansen (Smyrlis Racing) und Wichmann/Saar (Smyrlis Racing). Im zweiten Heat musste sich Luca Alpert beim Kampf um Platz drei knapp geschlagen geben, nachdem er sich im Vorjahr noch eine Podestplatzierung auf der kürzesten Rennstrecke im Kalender gesichert hatte. Dem Piloten von JAS Rennsport folgten mit 41,393 Sekunden Rückstand Schnurbusch/Totz, die wie schon in Assen zweimal den Sprung in die Top 10 schafften. Mit Rang fünf feierte das Duo von Morts Tuning zudem das bisher beste Ergebnis im heiß umkämpften Markenpokal. Dahinter landeten Seifert/Rambor (Cerny Motorsport) und Wichmann/Saar, während Theo Oeverhaus trotz des Unfalls noch als Achter gewertet wurde. Die Top 10 komplettierten Kramer/Waltschot (PR Motorsport) und Werner/Streser (RPT Motorsport).

„Es war aus der Sicht als Veranstalter ein sehr schönes Wochenende. Es gab reichlich Zeit zu testen und zu trainieren. Das BMW-Treffen am Samstag lief ebenfalls sehr gut ab. Es war gut, dass man Zeit hatte miteinander zu sprechen und gemeinsam was zu unternehmen. Das hat viel dazu beigetragen, die gute Stimmung im Cup aufrecht zu erhalten. Gerade für Neulinge war der Vortrag über Fahrwerksabstimmung sehr hilfreich. Wichtig war auch, dass trotz vieler Zweikämpfe die Fairness beachtet wurde und es wenig Berührungen gab. Unfälle waren meist selbst verschuldet und ohne Feindberührung“, zeigte sich Mit-Organisator Florian Sternkopf zufrieden.

Ende des Monats steht bereits die fünfte Veranstaltung auf dem Plan. Vom 30.7. bis 1.8. startet der DMV BMW 318ti Cup auf dem Nürburgring. 

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