Division 2 Sieger Eichele auf Gesamtpodium – Uwe Alzen siegt in Hockenheim

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Start zum ersten Rennen der STT am Samstag // Foto:Patrick Holzer

Mit zwei weiteren Siegen gab sich Uwe Alzen (Audi R8 GT3 Evo) beim vorletzten Lauf der Spezial Tourenwagen Trophy keine Blöße. Auf dem Hockenheimring siegte Alzen im ersten Rennen vor Henk Thuis (Pumaxs RT). In Rennen zwei landete Markus Eichele (BMW M4 GT4) im strömenden Regen auf Rang zwei.

Ob trocken oder nass – Uwe Alzen zeigte sich auch von den schwierigen Wetterbedingungen auf dem Hockenheimring wenig beeindruckt. Der Routinier konnte sowohl am Samstag bei fast komplett trockener Strecke, als auch am Sonntag bei strömenden Regen überzeugen. Der Titelfavorit leistete sich keinen Fehler und beendete beide Rennen souverän auf Rang eins. „Am Anfang war schon viel Wasser auf der Strecke. Aber wenn die Reifen die Temperatur bekommen, dann geht das alles. Es hat Spaß gemacht. Ich bin gegen mich selbst gefahren. Es ging einfach nur um meine Rundenzeiten. Gestern im ersten Rennen ging alles problemlos. Auch als am Schluss der Regen anfing“, so der Tabellenführer der STT Meisterschaft.

Uwe Alzen (Audi R8 GT3 Evo) siegte im ersten Rennen vor Henk Thuis (Pumaxs) // Foto: Patrick Holzer

Podium für Thuis und Eichele
Strahlende Gesichter gab es auf den Plätzen dahinter. Am Samstag strahlte Henk Thuis nach seinem zweiten Platz. Der Niederländer hatte nach dem Nürburgring-Unfall viele Arbeitsstunden in den Pumaxs gesteckt. Somit war der souveräne zweite Platz eine schöne Belohnung. „Es ist einer der schönsten Tage bei all meinen Rennen bisher. Nach dem schweren Unfall am Nürburgring war alles kaputt. Es waren zwei Monate harte Arbeit. Nach Assen war auch noch der Motor kaputt. Danach wieder zurückkommen und hier in Hockenheim auf den zweiten Platz fahren, das ist unglaublich. Ich habe mich für Slicks entschieden und es war die richtige Wahl. Nur die letzte Runde war schwierig“, erzählte Henk Thuis. Der Niederländer hielt Jürgen Bender (Corvette C7 GT3-R) auf Distanz, der kurz vor dem Rennstart noch auf Slicks wechselte. Daher musste der Neckarsulmer das Feld erst von hinten aufrollen. Im Gegensatz zu Bender stoppten Jürgen Alzen (Ford GT Turbo) und Rudolf Schöllhorn (Mercedes DTM C W204) später. Das kostete viel Zeit. Zumindest Alzen kämpfte sich noch bis auf Rang drei vor, musste aber wegen Zündaussetzern die Box ansteuern. Schöllhorn zeigte mit der drittschnellsten Rundenzeit das Potential, mehr aber als Gesamtrang sieben war nicht mehr drin.

Markus Eichele (BMW M4 GT4) fuhr im strömenden Regen auf Gesamtplatz zwei // Foto: Patrick Holzer

Strömender Regen am Sonntag sorgte zunächst dafür, dass in Hockenheim zuerst einmal die Räder stillstanden. Als das Rennen doch noch gestartet wurde, verzichtete der eine oder andere auf einen Start. Zumindest für Markus Eichele waren die Bedingungen in Hockenheim Traumwetter. Mit seinem BMW M4 GT4 hat er eigentlich gegen die GT3 keine Chance. Im Regen setzte sich Eichele an die zweite Position und gab diese auch nicht mehr her. Jürgen Bender bekam den GT4 BMW nicht mehr zu fassen. „Für mich war das heute wohl ein Traumwetter. Bei diesen Bedingungen ist der Leistungsunterschied zu den stärkeren Autos nicht mehr ganz so groß, was mir dann entgegenkam. Es waren schwierige Bedingungen. Aber mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht zu fahren. Ich hatte auch Glück mit der Sicht, da Alzen vorne wegfuhr. So hatte ich freie Sicht“, so Eichele.

Spannende Positionskämpfe
Eine starke Premiere feierte Amna Al Qubaisi im Norma M30 LMP3 von GITI Tyre Motorsport by WS Racing. Die junge Rennfahrerin lieferten sich einen rundenlangen Zweikampf mit Terry Lorenzo (Lamborghini Huracan). Es dauerte bis zur elften Runde, ehe sie den Eidgenossen knackte. Am Ende hieß es Rang vier vor Lorenzo. Im zweiten Heat verzichtete der Großteil der Division 1 Boliden auf den Start. Nicht so Johannes Kreuer im unverwüstlichen Donkervoort D8 R. Der Routinier kämpfte sich ohne Fahrhilfen durch den Regen und belohnte sich mit Rang drei in der Division 1.

Amna Al Qubaisi im Norma M30 LMP3 von GITI Tyre Motorsport by WS Racing // Foto:Patrick Holzer

In der Division 2 führte an Markus Eichele kein Weg vorbei. Vor seinem sensationellen zweiten Gesamtplatz im zweiten Heat hatte der Schwabe bereits den ersten Durchgang souverän gewonnen. Hierbei ließ er Teamchef Ralf Glatzel (BMW M4 GT4) hinter sich, der sich nach längerem Zweikampf gegenüber Ronny Jost (Cupra Leon TCR) durchsetzte. Der Schweizer drehte im zweiten Heat den Spieß um und verwies als starker Gesamtsvierter Ralf Glatzel auf die dritte Position. Dahinter landete wie schon im ersten Rennen Stefan Schäfer (VW Golf GTI TCR) auf Platz vier.

Lucas Baude holt nächsten Doppelsieg
Genau wie Markus Eichele ist auch Lucas Baude (Mini JCW R56) in seiner Division 3 eine Klasse für sich. Zweimal war der Youngster siegreich, wobei es zumindest im zweiten Rennen etwas knapper war. „Eigentlich haben wir schon die ganze Saison auf dieses Wetter gehofft. Jetzt war es endlich mal soweit. Gestern, leider im Trockenen gefahren, war aber auch schon ganz gut. Unser Wetter heute hat richtig Spaß gemacht. Ich konnte mit den Division 2 Fahrzeugen kämpfen. Im Qualifying fand ich es deutlich schwieriger als jetzt im Rennen“, berichtete Baude. Rennen eins hatte Baude fest im Griff, wobei er mit einer Runde Vorsprung Christian Steinacker (BMW M240i Racing) und David Stein (Ford Fiesta ST) auf die weiteren Plätze verwies. Im zweiten Rennen kämpfte Baude mit den stärkeren Division 2 Fahrzeugen, musste aber auch seinen Rückspiegel im Auge behalten. Anton Abee im BMW M240i Racing blieb dem Mini-Ass auf den Fersen. Am Ende hieß es für Abee Platz zwei in der Division 3 sowie Gesamtrang acht vor Ulrich Schmidt (VW Golf GTI TCR) und Franjo Kovac (Mercedes AMG GT4). Rang drei in der Division 3 holte sich diesmal Dirk Ehlebracht (Ford Fiesta ST).

Doppelsieg in der Division 3 für Lucas Baude (Mini JWC R56) // Foto: Patrick Holzer

Für die Piloten der Spezial Tourenwagen Trophy bleibt nur eine kleine Pause zum Durchschnaufen. Bereits vom 14.-16. Oktober steht auf dem Nürburgring das Finale der Traditionsrennserie auf dem Programm.