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| VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
2010 |
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| Knoten geplatzt: Kappeler gewinnt überlegen |
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Vier Rennen musste das aus Bad Saulgau stammende Team Kappeler Motorsport warten, ehe die erste Zieldurchfahrt in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) gefeiert werden konnte. Doch damit nicht genug: Das Team gewann die Klasse SP5 mit mehr als einer Runde
Vorsprung.Ein wahrhaft heißes Rennen stand Kappeler Motorsport beim 5. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) bevor:
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| © Uwe Meuren |
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| Rang eins der Klasse SP5 |
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Die Wetterfrösche prophezeiten Temperaturen nur knapp unter der 40°-Marke und Fahrer Thomas Kappeler (Bad Saulgau) musste beim ausstehenden vier Stunden Rennen auf seinen schnellen Mitstreiter Donald Molenaar (Holland) verzichten.
Schon zum Training um 08:00 Uhr hatte die Quecksilbersäule die 20°-Markierung hinter sich gelassen. Für Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler kein Grund zu verzagen: Nur drei Trainingsrunden reichte Kappeler, um die Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen – mit einer Rundenzeit von 8:59 Minuten setzte er sich an die Spitze der Klasse, die während des eineinhalbstündigen Trainings zu keiner Zeit gefährdet war.
Ankommen hieß das Ziel
Um 11:30 Uhr – wegen des Spiels der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM eine halbe Stunde früher als gewohnt – erfolgte der Start zum 5. Rennen der VLN. Einzelkämpfer Kappeler führte das Feld in der Anfangsphase an, ließ dann aber den mächtig drückenden Konkurrenten ziehen, wohl wissend, dass eine Zielankunft bei Kappeler Motorsport im Vordergrund stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Temperatur mit gut 37°C ihren Höhepunkt bereits erreicht, im BMW M3 von Kappeler Motorsport herrschte schon kurz nach dem Start mit gut 60°C subtropisches Klima. Völlig unbeeindruckt von den „heißen“ Umständen drehte Kappeler nahezu minutiös seine Runden: Mit niedrigen 9er-Zeiten hielt er Kontakt zum Vordermann und die nachfolgende Konkurrenz auf gleichmäßigem Abstand. In Runde sieben schied der Klassenführende nach einem Unfall aus und Thomas Kappeler übernahm nach taktisch klugem Rennen erneut die Führung. Er kontrollierte das Feld von der Spitze aus und der Abstand auf die Verfolger schmolz nie unter 30 Sekunden. In Runde zehn stand der erste planmäßige Boxenstopp an: Die Mechaniker tankten den Wagen, gaben Kappeler eine frisch gefüllte Trinkflasche und wechselten die Reifen, die aufgrund der Hitze und der forcierten Fahrt ordentlich leiden mussten.
Für den Einzelfahrer Kappeler standen nun weitere zehn Runden auf dem Programm, die allerdings nicht ganz so entspannt verliefen wie die ersten zehn. Grund: Kurz nach Verlassen der Boxengasse verspürte der Rennfahrer mächtig Druck auf der Blase und das Bedürfnis, sich im „kleinen Geschäft“ des überschüssigen Ballasts zu entledigen. Kappeler biss die Zähne zusammen und fuhr auch diesen Stint zu Ende. Die Hitze, der Blasendruck und der Druck, das Auto ins Ziel zu bringen, nagten an der Konzentration von Kappeler, die Rundenzeiten stiegen leicht an. Dennoch kontrollierte er die Klasse SP5 von der Spitze aus und geriet zu keiner Zeit in Bedrängnis. In Runde 19 stand der schnelle BMW erneut an der Box, um die routinemäßigen Arbeiten erledigen zu lassen.
Vier weitere Runden standen auf dem Tagesprogramm des schnellen Bad Saulgauer Fahrers, ehe sich die Rennleitung entschied, das Rennen abzubrechen. Was war geschehen? Während die Protagonisten unter sengender Hitze fleißig an ihren Volants drehten, braute sich ein Unwetter über der Nordschleife zusammen, das sich kurz nach 15 Uhr über der Rennstrecke entlud. Auf regennasser Piste ereigneten sich zahlreiche Unfälle, um Schlimmeres zu vermeiden, entschloss sich die Rennleitung zum Abbruch. Für Kappeler kam die Entscheidung zum rechten Zeitpunkt: Nach fast vier Stunden bei glühender Hitze war der Rennfahrer kurz vorm Ende seiner Kräfte – außerdem konnte er so dem nach wie vor dringenden, menschlichen Bedürfnis nachkommen. Kappeler beendete das Rennen auf Platz eins der Klasse SP5 mit einer Runde Vorsprung auf den Zweitplatzierten. In der Gesamtwertung überquerte er als 15 von mehr als 175 gestarteten Autos die Ziellinie.
Der sechste Lauf zur VLN findet am 17. Juli 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Es war ein schweres Rennen, bei dem ich tatsächlich an den Rand meiner Fitness gelangte. Vier Stunden am Stück alleine im Rennauto bei dieser Hitze ist ein Kraftakt, der einem Fahrer alles abverlangt. Umso stolzer bin ich auf das Ergebnis, dass ich jedoch nicht zuletzt durch die gute Arbeit in der Box erreicht habe. Wir haben gezeigt, dass unser Auto standfest und gleichzeitig schnell ist. Unsere Aufgabe besteht nun darin, diesen Erfolg langfristig zu halten. Es stehen noch weitere fünf Rennen aus, darunter mit dem 6h-Rennen das Saisonhighlight. Ein großer Dank geht an meine Boxenmannschaft, die freiwillig ihre Zeit mit mir an der Rennstrecke verbringt und überwiegend aus Renn-Neuligen besteht. Natürlich danke ich auch meinen Sponsoren, die mir grundsätzlich diesen Erfolg erst ermöglicht haben.“ |
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| Redaktionsbüro Uwe Meuren |
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Artikel vom 05.07.2010
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