Siege für Stefan Mücke und Anton Werner auf dem Norisring

753
Anton Werner (Audi 200 M86 MTM) mit Sieg und Podestplatz am Norisring // Foto: Calvolito Photography

Stefan Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) feierte im ersten Lauf der DTM Classic einen souveränen Sieg. Der Berliner gewann auf abtrocknender Strecke mit einem Vorsprung von zwei Runden vor Anton Werner (Audi 200 M86 MTM). René Ruch (BMW M3 DTM) reihte sich als Dritter ein.

„Es war schade, dass mit Stefan Rupp und Klaus Hoffmann zwei Autos aus meiner Klasse schon frühzeitig ausgeschieden sind. Auch wenn diese Rivalen fehlten, hat es trotzdem viel Spaß gemacht. Ich genieße es immer, mit diesen Rennwagen zu fahren – selbst ohne harte Zweikämpfe um die Positionen“, gab Mücke nach der Zielankunft strahlend zu Protokoll.

Werner und Ruch begleiten Mücke zur Siegerehrung

Neben Mücke stand Werner auf dem Treppchen und war zufrieden. „Ich habe gleich zweimal Reifen gewechselt: Erst habe ich bei der Unterbrechung wegen des Unfalls von Klaus Hoffmann noch vor dem Start von Slicks auf Regenreifen gewechselt und während des Rennens nochmal zurück auf Slicks. Beim ersten Wechsel war ich der Meinung, dass ich die Regenreifen wegen der noch recht nassen Kurven benötigen würde, aber dann hat sich die Entscheidung doch als falsch herausgestellt.“ Werner musste deshalb eine kleine Aufholjagd starten, die ihn mit etwas Glück bis auf den zweiten Rang nach vorne brachte.

Ruch war der dritte Mann, der an der Siegerehrung teilnehmen durfte. „Ich konnte von einigen Ausfällen profitieren und wurde so auf den dritten Platz gespült. Aufpassen musste ich bis zum Zielstreich auf Thomas Braun hinter mir, dem ich beim Beschleunigen zum Glück immer wieder wegfahren konnte. Einen Fehler durfte ich mir aber nicht erlauben, dann wäre er in seinem Porsche 964 an mir vorbeigezogen“, erzählte Ruch.

Stefan Mücke übernimmt am Start die Führung

Das Rennen begann vor allem für Klaus Hoffmann (Opel Astra Coupé V8 DTM) und Stefan Rupp (Audi A4 DTM) nicht so, wie sie es erhofft hatten. Hoffmann, Sechster der Startaufstellung, drehte sich auf regennasser Strecke schon in der Aufwärmrunde und schlug in die Streckenbegrenzung ein; Rupp, der vom zweiten Startplatz losgefahren wäre, musste wegen eines überhitzten Motors aufgeben. Es folgte eine kleine Pause, in der unter anderem auch Stefan Mücke von Regenreifen auf Slicks wechselte. Nach zwei weiteren Einführungsrunden wurde das Feld dann auf die Reise geschickt. Mücke setzte sich sofort ab, während Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC) und Altfrid Heger (Audi V8 DTM) zunächst die Positionen zwei und drei an sich rissen. Kurze Zeit später tauschten die beiden Verfolger die Plätze, bis Scheer in Umlauf fünf mit Reifenproblemen an der Box aufgeben musste. Aber auch Heger schaffte es nicht ins Ziel, er schied neun Runden vor Schluss mit einer defekten Kupplung aus. Unterdessen schob sich Werner bei seiner Aufholjagd immer näher an die Spitze und profitierte von den beiden Ausfällen vor ihm, die ihm letztendlich den zweiten Rang vor Ruch schenkten.

Stefan Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) siegte im ersten Rennen // Calvolito Photography

Heiße Duelle hinter den vorderen Positionen

Spannende Zweikämpfe gab es vor allem im Mittel- und Hinterfeld. Michael Meyer (BMW E21 Gruppe 2) und Mads Gjerdrum (BMW 320 Gruppe 5) stritten sich zu Beginn des Rennens um den zehnten Platz, bis der Norweger sich durchsetzen konnte. Guido Momm (Ford Mustang) und Gerhard Müller (BMW E21 Gruppe 2) kämpften um den siebten Rang; in diesem Duell hatte Müller schließlich die Nase vorne. Wenig später musste er jedoch wegen Bremsproblemen aufgeben. Momm bekam es dann noch mit Gjerdrum zu tun und auch Meyer fand noch einen Weg vorbei am Mustang-Piloten. Somit lautete die Reihenfolge hinter den Top 3 im Ziel: Thomas Braun vor Henry Walkenhorst (BMW M3 E30), Mads Gjerdrum, Michael Meyer, Guido Momm und Hans Gerd Brauneiser (Ford Escort RS2000 Mk2); Altfrid Heger wurde aufgrund seiner zurückgelegten Distanz noch als Zehnter gewertet.

Spannender Zweikampf endet mit Sieg für Anton Werner

Der zweite Lauf der DTM Classic auf dem Norisring wurde zur Beute von Anton Werner (Audi 200 M86 MTM). Der Landshuter musste sich lange gegen seinen hartnäckigen Verfolger Stefan Rupp (Audi A4 DTM) wehren, bis Rupp in der 19. Runde mit einer defekten Antriebswelle ausschied. Peter Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse DTM) erbte den zweiten Rang vor Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC). Für Werner, der seinem Triumph nach Rupps Ausfall relativ entspannt entgegenfahren konnte, war es dennoch keinen Jubel wert, als sein Rivale aufgeben musste. „Danach wurde es etwas langweiliger, denn es war ein schönes Duell mit Stefan. Ich bin sowieso überrascht, dass ich mit meinem Audi 200 gegen seinen modernen Audi A4 so lange konkurrenzfähig war. Er hat ordentlich Druck gemacht, aber ich habe versucht, die Vorteile meines Autos auf den Geraden auszuspielen“, gab Werner seine taktische Ausrichtung zu Protokoll.

Ronny Scheer (Ford Sierra RS500 BTCC) fuhr im zweiten Rennen aufs Podium // Foto: Calvolito Photgraphy

Peter Mücke hat die Nase im Dreikampf letztendlich vorne

Peter Mücke erreichte die Ziellinie als Zweiter, hatte aber bereits einen Rückstand von gut 23 Sekunden auf Werner. „Ich habe zu lange gebraucht, die Vorderreifen meines Autos zum Arbeiten zu bekommen. Ich denke, ich muss etwas aggressiver fahren, bin mit dem Mercedes aber noch in der Lernphase. Insgesamt war es ein schönes Wochenende, an dem glaube ich alle – Fans, Fahrer und Teams – ihren Spaß hatten.“ Der Berliner sah sich zu Beginn des Rennens in einem harten Duell gegen Altfrid Heger (Audi V8 DTM), in dem beide Kampfhähne kollidierten. Die Rennleitung sah die Schuld bei Heger und bat ihn wenig später zu einer Durchfahrtsstrafe. Damit fiel der Audi-Pilot aus dem Fight um den dritten Platz heraus, der sich dank Ronny Scheer mittlerweile zu einem Dreikampf entwickelt hatte. Scheer hingegen hielt lange den Anschluss an Mücke, musste ihn letztendlich aber ziehen lassen. „Ich denke, ich hätte Peter sowieso nicht überholen können, denn dafür ist sein Mercedes einfach zu gut und auch deutlich jünger als mein Ford. Mit der dritten Position bin ich aber sehr glücklich, zumal ich gestern noch einen Ausfall wegen technischer Probleme hinnehmen musste.“

DTM Classic punktet mit tollem Motorsport und spektakulären Autos

Rennen zwei der DTM Classic auf dem legendären Nürnberger Stadtkurs wurde bestimmt von den beiden Kampfgruppen in der vorderen Hälfte des Feldes: Werner gegen Rupp um die Ränge eins und zwei sowie Mücke, Heger und Scheer um die Plätze drei, vier und fünf. Doch auch hinter dem Quintett wurde guter Rennsport mit attraktiven Fahrzeugen geboten. René Ruch (BMW M3 DTM) konnte am Ende den vierten Rang feiern, nachdem er im ersten Durchgang am gestrigen Samstag noch als Dritter jubeln durfte. Thomas Braun steuerte seinen Porsche 964 Cup auf die fünfte Position und profitierte dabei wie Ruch vom späten Ausfall von Heger, den ein Folgeschaden der Kollision mit Mücke drei Runden vor Schluss zur Aufgabe zwang. Der Essener wurde aufgrund der zurückgelegten Distanz aber noch als Sechster gewertet. Henry Walkenhorst (BMW M3 E30), Gerhard Müller (BMW E21 Gruppe 2), Guido Momm (Ford Mustang) und Mads Gjerdrum (BMW 320 Gruppe 5) komplettierten die Top Ten.