Drasal ringt Smyrlis nieder

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Ioannis Smyrlis und Gregor Drasal lieferten sich einen engen Kampf // Foto: Patrick Holzer

Beim dritten Saisonlauf der DMV STGT auf dem Nürburgring endete die Siegesserie von Ioannis Smyrlis (Porsche 992 GT3 Cup). Nach dem Sieg im ersten Rennen musste sich Smyrlis im zweiten Heat Gregor Drasal (Lamborghini Super Trofeo) geschlagen geben. Platz drei ging jeweils einmal an Bastian Hein (BMW M4 GT4 G82) und Sophie Hofmann (Audi R8 GT4 Evo).

Das erste Rennen der DMV STGT folgte dem altbekannten Muster. Ioannis Smyrlis münzte seine Pole Position in einen Start- und Zielsieg um. Dahinter landete Gregor Drasal mit seinem Lamborghini Super Trofeo auf dem zweiten Platz. Der Lambo-Pilot blieb lange am Führenden dran. Ein Dreher kurz vor Schluss ließ den Rückstand auf über 44 Sekunden anwachsen. „Gregor Drasal macht immer mehr Druck. Ich konnte heute gar nicht richtig wegfahren. Er saß mir am Anfang die ganze Zeit im Nacken. Aber es macht Spaß, wenn die Konkurrenz größer wird. Ich denke, dass es ein Spitzenrennen war. So langsam kann ich mich warm anziehen“, erzählte Smyrlis über seinen fünften Saisonsieg. „Das Rennen war ganz gut. Ich konnte auch gut an dem Cup Auto dranbleiben. Allerdings ist er mir dann im Verkehr weggezogen. Ich bin da noch ein wenig zu zögerlich“, befand Drasal.

Ein tolles DMV STGT Feld präsentierte sich in der Eifel // Foto: Patrick Holzer

Im zweiten Durchgang verteidigte Smyrlis zunächst den ersten Platz, musste aber schon im zweiten Umlauf Drasal passieren lassen. Wegfahren konnte der Lambo-Pilot jedoch nicht. Smyrlis drückte mächtig und holte sich nach fünf Runden die Führung wieder zurück. Nun war es Drasal, der den vor ihm fahrenden Porsche ständig attackierte. Auf der Start- und Zielgerade versuchte der Zweitplatzierte immer wieder sein Glück. Das entscheidende Manöver gelang schließlich einige Meter früher. In der „Hyundai N Kurve“ vor Start und Ziel setzte sich Drasal neben den Porsche und übernahm Platz eins. Zwar blieb Smyrlis wieder dran, doch ein Dreher in der vorletzten Runde machte die Sieghoffnung zunichte. Damit feierte Drasal seinen ersten Gesamtsieg in der DMV STGT. „Es war ein schöner Kampf und alles ist sehr fair gelaufen. Zwischendurch gab es ein paar heikle Situationen. Als Ioannis das erste Mal an mir vorbeigefahren ist, gab es ein paar Unstimmigkeiten mit überrundeten Teilnehmern. Aber es ging gut. Heute hat sich zum Schluss die Konkurrenz mal gedreht, nicht immer ich. Deshalb habe ich die letzten zwei Runden etwas entspannter angehen können“, so Drasal. Trotz des verpassten Sieges zeigte sich auch Smyrlis zufrieden: „Das war heute bisher der beste Zweikampf des Jahres. Es haben dieses Jahr ja viele probiert mich zu schlagen. Timo Glock ist gescheitert, Subaru mit Werkseinsatz und Gregor Drasal verputzt mich jetzt. Es war trotzdem ein super Rennen, komplett fair, obwohl es sehr eng gewesen ist. Meine Reifen haben gegen Schluss aufgegeben. Glückwunsch an Gregor Drasal. Er hat einen super Job gemacht und immer fair.“

Sophie Hofmann war gegen Ende ganz dicht an Hein dran // Foto: Patrick Holzer

Podium für Hein und Hofmann
Eng umkämpft war im ersten Rennen der dritte Gesamtplatz, wobei sich Bastian Hein knapp gegen Sophie Hofmann durchsetzte. Beide mussten sich erst einmal an Horst Kespohl (Ferrari 458 GT3) vorbeiarbeiten. Das gelang Hein ein stückweit früher, so dass sich zwischen dem M4 und dem R8 eine größere Lücke auftat. Als auch Hofmann vorbei war, schmolz der Vorsprung zusammen. Gegen Ende musste sich Hein noch einmal mit allem zur Wehr setzen. Mit 0,29 Sekunden Abstand behielt Hein die Oberhand. Damit landete der BMW-Pilot auch in der GTS3 auf dem ersten Platz. „Das Rennen war super. Am Anfang hat der Ferrari aus der höheren Klasse die Pace etwas aufgehalten, bis ich vorbeigekommen bin. Etwa zur Rennmitte sind meine Bremse und meine Reifen eingebrochen, wie schon beim BMW Challenge  Rennen. Ich musste meine komplette Pace rausnehmen, so dass Sophie Hofmann noch aufgelaufen ist. Ich habe versucht nochmals anzuziehen. Zum Glück hat es gerade noch so gepasst“, erzählte Hein. Aufgrund der Probleme verzichtete der BMW-Pilot auf das zweite Rennen.

Nachdem Hein zum zweiten Rennen nicht mehr antrat, konnte Hofmann souverän vor Kespohl den dritten Gesamtrang über die Zeit bringen. Die Audi-Pilotin sicherte sich zudem den Sieg in der GTS3 vor Hermann-J. Backus (McLaren 570S GT4), im ersten Heat noch Klassendritter, und Moritz Berrenberg (Porsche Cayman GT4).

Ted van Vliet gewann die GTS4 // Foto: Patrick Holzer

Doppelsieg für Frank Anhorn
Klar schnellster GTS4-Pilot war im ersten Durchgang Ted van Vliet im BMW M3 GTR F80. Der BMW-Pilot hatte sich gerade an den Ferrari von Kespohl herangekämpft, als er sich einen Dreher leistete. Trotzdem war ihm der Klassenerfolg vor de Beus/Schouten (BMW M3 GTR E46) und Fabian Driefer (BMW M3 E92) sicher.

Frank Anhorn war in der GTM Klasse nicht zu schlagen // Foto: Patrick Holzer

In der GTM Klasse durfte sich Frank Anhorn (BMW M240i RC) über zwei Siege freuen. Im ersten Rennen war Max Rosam (BMW 328i E36) lange Zeit am nächsten dran, ehe das Aus kam. Somit gab es den souveränen Erfolg vor Robert Mühlich und Yanis Anhorn (beide BMW M240i RC). Auch im zweiten Rennen ließ Frank Anhorn nichts anbrennen. Rang zwei belegte Marius Schäfer (Seat Leon Supercopa), der sich lange mit Max Rosam einen engen Positionskampf geliefert hatte. Wie schon im ersten Rennen musste Rosam seinen BMW frühzeitig abstellen. Dadurch landete Yanis Anhorn erneut auf dem dritten Platz in der Klasse. „Im ersten Rennen waren es mehr Starter und auch mehr gleiche Fahrzeuge in der Klasse. Es war ein harter Kampf. Jetzt im zweiten Rennen waren es nicht mehr so viele Teilnehmer. Da war es ein bisschen einfacher. Ich bin absolut zufrieden. Es war ein tolles Wochenende und zwei schöne Rennen für uns“, so Frank Anhorn.