Zwei Premierensiege in der Lausitz – Plassmann und Hochberger siegen

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Oliver Plassmann mit erstem Gesamtsieg in der STT // Foto: Patrick Holzer

Beim zweiten Lauf der Spezial Tourenwagen Trophy auf dem Dekra Lausitzring trugen sich zwei neue Gesichter in die Gesamtsiegerliste ein. Das erste Rennen entschied Oliver Plassmann (Ferrari 488 GT3) für sich, während Paul Hochberger (Audi R8 LMS GT3 Evo 2) im zweiten Durchgang die Nase vorne hatte.

Am Samstagvormittag sah für Paul Hochberger alles perfekt aus. Gleich bei seiner Premiere in der Spezial Tourenwagen Trophy stellte er den Audi auf Pole. Kurz darauf gingen alle Sieghoffnungen in Rauch auf. Mitten auf der Start- und Zielgerade platze beim Training in einer anderen Serie der Motor. Das Aus. Zumindest für den Samstag. Damit rückte Oliver Plassmann in den Fokus, der sich im ersten Rennen einen engen Zweikampf mit Jürgen Bender (Corvette C7 GT3-R) lieferte. Gerade als sich Bender die Führung geschnappt hatte, kam für den Neckarsulmer das Aus. Der Motor hatte den Dienst quittiert. Dadurch war Plassmann wieder vorne. Eng wurde es trotzdem. Als rund elf Minuten vor Ablauf der Renndistanz das Safety Car auf die Strecke kam, ging für Oliver Plassmann das Zittern los. Francesco Lopez hatte in der Zwischenzeit den Ferrari 488 GT3 von Uwe Lauer übernommen. Schon in Hockenheim hatte das Duo so Plassmann den Sieg noch abgeluchst. Doch diesmal blieb das Finale aus. Wegen der Ölspur wurde das Rennen abgebrochen und  Plassmann konnte sich über seinen ersten STT Gesamtsieg freuen. „Durch den Ausfall des Polesetters sind wir von P1 gestartet. Ich konnte das auch ganz gut verteidigen. Es war ein Fight mit höchstens 50 cm Abstand. Kurz bevor mich Jürgen Bender überholte, hatte ich etwas Speed herausgenommen, da ich eine Öllache gesehen habe. Wenn das Rennen wieder aufgenommen worden wäre, wäre es schwierig gewesen Francesco Lopez in Schach zu halten“, so Plassmann.

Paul Hochberger gewann das Rennen am Sonntag // Foto: Patrick Holzer

Paul Hochberger belohnte am Sonntag sein Team für die harte Arbeit. Im Eiltempo hatte seine Mannschaft nach dem Motorplatzer am Vortag das V10 Aggregat getauscht und für das Qualifying fit gemacht. Prompt fuhr Hochberger auf Startplatz eins. Auch beim Start ließ sich Hochberger nicht überrumpeln und behielt die Führung. Von der Spitze aus kontrollierte der Audi-Pilot das Geschehen. Nur während des Pflichtstopps ging die erste Gesamtposition für drei Runden verloren, ehe die alte Ordnung wieder hergestellt war. Mit 27,216 Sekunden Vorsprung wurde Hochberger nach Ablauf der 40 Minuten abgewinkt. „Wir hatten einen tollen Start. Danach konnte ich schnell einen Vorsprung herausfahren. Ab dem Boxenstopp hatten wir uns entschieden etwas Tempo herauszunehmen und  das Rennen zu kontrollieren, um das Auto zu schonen. Es war eine tolle Veranstaltung und wir haben uns hier sehr gut aufgehoben gefühlt“, erzählte der Gesamtsieger.

Erfolgreiches Wochenende für das Team Biermacher Racing // Foto: Patrick Holzer

Ferrari-Duell um Rang zwei
Durch den vorzeitigen Rennabbruch hieß es im ersten Rennen zunächst Platz drei für Lauer/Lopez. Da Henk Thuis im Nachgang noch einmal 35 Sekunden extra aufgebrummt bekam, wurde es der zweite Ferrari Doppelsieg in dieser Saison. „Nachdem Uwe gut aufgeholt hatte, war es meine Aufgabe den Abstand weiter zuzufahren. Leider haben wir durch die Safety Car Phase und am Ende durch die rote Flagge die Chance verloren weiter nach vorne zu kommen. Aber wir sind zufrieden, dass das Auto nach dem Unfall von heute Morgen so gut gefahren ist“, erzählte Lopez.  Uwe Lauer ergänzte: „Durch den Unfall im Quali bin ich vom letzten Platz aus gestartet. Ich kam gut durch und konnte das Auto auf P4 übergeben. Wenn wir noch ein bisschen mehr Glück mit der Gelbphase gehabt hätten, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.“

Oliver Plassmann konnte im zweiten Rennen das Tempo des Spitzenreiters nicht ganz mitgehen. Bis zum Boxenhalt festigte der Sieger vom Vortag die zweite Gesamtposition vor Henk Thuis im Pumaxs RT. Der Niederländer blieb am längsten auf der Strecke und übernahm für eine Runde die Führung. Am Ende musste sich Thuis genau wie Plassmann dem heranstürmenden Francesco Lopez beugen. Der hatte den Ferrari 488 GT3 von Uwe Lauer in der zwölften Runde übernommen und machte nun mächtig Dampf. Runde um Runde rückte er näher an Plassmann heran. Am Ende der kurzen Gegengerade setzte sich Lopez vor seinen Markenkollegen, der sich am Ende mit Rang drei begnügen musste. Francesco Lopez meinte zu seinem Stint: „Der Abstand war relativ groß, so dass ich erst mal einige Runden zufahren musste. Das gelang auch recht gut, obwohl heute etwas mehr Verkehr war als gestern. Platz drei ging relativ entspannt, weil Henk einen kleinen Fehler machte. Bei Oliver habe ich die Gunst der Stunde genutzt bei einem Überrundungsmanöver reinzustechen und vorbeizugehen.“ Für Plassmann wiederholte sich damit das Spielchen wie schon einige Wochen zuvor am Hockenheimring. „Das war klar, dass nach dem Wechsel auf Lopez mein Vorsprung sich verringert. Ich wusste, dass ich bis dahin einen Vorsprung herausfahren musste. Es war schon so wie in Hockenheim, dass er mich zwei Runden vor Schluss wieder einfing.“

Desiree Müller siegte im ersten Rennen in der Division 2 // Foto: Patrick Holzer

Müller und Gruhn in der Division 2 vorne
Platz vier ging an Peter Schepperheyn (Porsche 991 GT3 Cup), der damit auch die Division 3 für sich entschied. Im zweiten Rennen landete der Porsche-Pilot hinter Henk Thuis auf dem fünften Gesamtplatz. Dahinter folgten die besten Teilnehmer der Division 2. Im ersten Heat überraschte Desiree Müller (Opel Astra TCR) mit ihrem ersten Sieg. Gleich zu Beginn musste Max Gruhn seinen Audi RS3 LMS TCR in der Box abstellen. Öldruckprobleme verhinderten den Start. Dadurch übernahm Müller die erste Position in der Division 2 und gab diese bis zum Fallen der Zielflagge nicht mehr aus der Hand. „Der Start verlief ganz gut. Dabei konnte ich mir auch einen kleinen Vorsprung herausfahren. Den konnte ich weiter ausbauen. Der Boxenstopp hat auch gut funktioniert. Ich bin mit mir sehr zufrieden“, so Müller. Für das zweite Rennen war der Audi wieder fit. Doch trotz schnellster Trainingszeit musste Max Gruhn erst einmal zurückstecken. Desiree Müller (Opel Astra TCR) überrumpelte den vor ihr gestarteten Max Gruhn (Audi RS3 LMS TCR). Der junge Audi-Pilot musste sich erst an Müller vorbeikämpfen, konnte danach aber einen Abstand herausfahren. Am Ende sicherte sich Gruhn einen souveränen Erfolg in der Division 2. „Nach dem Start konnte ich relativ schnell meine Position wieder herausfahren. Ich habe danach versucht sehr konstant meine Rundenzeiten zu fahren und das Rennen über so die 1:31 beizubehalten. Das habe ich das ganze Rennen über durchgezogen. Das Auto lief heute super“, berichtete Max Gruhn.

Zweimal Podium für Franjo Kovac // Foto: Patrick Holzer

Dahinter schnappte sich Franjo Kovac (Mercedes AMG GT4) im ersten Rennen Platz zwei, nachdem er in Runde 14 an Victoria Froß (Seat Cupra TCR) vorbeigegangen war. „Bis auf die Situation mit dem Safety Car lief alles ganz gut für mich. Das Auto ging gut. Mit meinem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, meinte Kovac. Der Mercedes-Pilot profitierte von Problemen am Cupra von Froß: „Das Rennen lief am Anfang ganz gut. Leider ist bei uns beim Boxenstopp die Lenkhilfe ausgefallen. Das war sehr anstrengend. Ich war froh, dass das Rennen etwas früher abgebrochen wurde, denn mir tun die Arme jetzt ordentlich weh.“ Im zweiten Durchgang fiel Desiree Müller zunächst hinter Franjo Kovac  zurück. Der Mercedes-Pilot hatte allerdings zu kurz gestoppt, was für ihn zusätzliche 15 Sekunden bedeutete. Dadurch rückte Müller wieder auf die zweite Position nach vorne. „Der Start ist mir super gelungen. Da konnte ich mich auf Position eins platzieren. Max hat mich dann aber wieder eingeholt. Ich habe versucht an ihm dranzubleiben und mein Bestes gegeben. Es hat für Platz zwei in der Division gereicht“, freute sich die Pilotin von Lubner Motorsport über das gelungene Wochenende. Dahinter komplettierten Victoria Froß (Seat Cupra TCR) und Jürgen Hemker (Audi R8 GT4) die Top 10 vor Vytautas Venskunas (Porsche 993 GT2) und Johannes Kreuer (Donkervoort D8R).