Stromausfall sorgt für Aufregung vor den Wertungsläufen

781
Laurin Neumann (Austin-Healey Lenham Le Mans Coupe) mit dem ältesten Fahrzeug im Feld aufs Podium // Foto:Jürgen Holzer(Archiv)

Mit über 130 Teilnehmern bot die VFV GLPpro am vergangenen Wochenende wieder ein beeindruckendes Starterfeld in der Magdeburger Börde. Nach dem gelungenen Saisonauftakt in Hockenheim war die Motorsport Arena Oschersleben Schauplatz des zweiten Saisonlaufs.

Am Samstag standen die Pflichttrainings auf dem Programm. Gestartet wurde in drei Gruppen. Neben der Formel- und Sportwagengruppe standen noch zwei weitere Felder mit GTs und Tourenwagen am Start. Bei den Pflichttrainings gilt es eine möglichst günstige Ausgangsposition für den Wertungslauf herauszufahren. Dabei zeigen die Pilotinnen und Piloten, dass sie nicht nur gleichmäßig, sondern auch schnell unterwegs sein können.  Bei den Formelfahrzeugen knallte Oliver Kuhnt (Formel 3 Anson) mit einer 1:35.648 die absolut schnellst Zeit in den Asphalt. Günter Ullrich (Audi 90 IMSA GTO Repl.) erzielte in der Startgruppe A mit 1:41.255 die schnellste Zeit vor Yannik Dinger (BMW E36 328i) mit 1:42.209 und Scott Kleijsen (Mercedes Benz 190), der eine 1:43.811 hinlegte.

Bei den Wertungsläufen am Sonntag ist das alles Makulatur. Jetzt gilt es eine angemessene Referenzzeit zu erzielen, die möglichst zeitnah bestätigt werden muss. In der Regel fahren die meisten Teilnehmer an ihrem persönlichen Limit um so möglichst gleichmäßig über die Runden zu kommen. Gewertet werden die vier Runden, die der Referenzzeit am nächsten kommen. Jede Hundertstel Abweichung ergibt einen Fehlerpunkt. Zu diesem Zeitpunkt wurde es hektisch in der Motorsport Arena. Kurz vor dem ersten Wertungslauf fiel in der Region der Strom aus. Die gesamte Motorsport Arena war ohne Strom.“ Ohne Race-Control bzw. Zeitnahme kann man aber keinen Wertungslauf fahren. Nach einigem hin und her haben die Fahrer meinem Vorschlag zugestimmt, auch ohne Zeitnahme den Wertungslauf anzutreten. Glücklicherweise sind auch ohne (Netz-)Strom die Transponderdaten aufgezeichnet worden, so dass es der Zeitnahme möglich war, wenn auch mit erheblichem Aufwand, uns Ergebnisse zur Verfügung zu stellen“, erklärte Felix Vaillant die verzwickte Situation, die doch noch zu einem guten Ende geführt hat.

Dirk Juilfs (Opel Lotus MK1) siegte bei den Formelfahrzeugen // Foto:Jürgen Holzer(Archiv)

Dirk Juilfs (Opel Lotus MK1) wird sich darüber freuen, denn  mit 196 Fehlerpunkten belegte der Detmolder Platz eins in der Formelwertung. Auf Rang zwei reihte sich Johannes Holl (Swift FR91) mit 242 Fehlerpunkten ein. Als dritter kletterte Oliver Kuhnt mit 281 Fehlerpunkten mit auf das Klassenpodium . Wilfried Burghartz (Shrike P15) belegte mit 341 Fehlerpunkte Platz vier und siegte damit in der Sportwagenwertung. Hier kam Rainer Grindler (Sylva Phoenix) auf Rang zwei. Die Tourenwagen und GTs gingen am Sonntag in drei Gruppen in die Wertungsläufe. Das beste Tourenwagenergebnis in der Startgruppe A erzielte Nico Gerlinski (BMW E36 328i) mit lediglich 80 Fehlerpunkten. Das war das beste Ergebnis aller Teilnehmer. Knapp dahinter mit 95 Punkten holte sich Luca Burghartz (BMW E30) Platz zwei. Das komplette BMW Podium vervollständigte Yannik Dinger (BMW E36 328i). Sieger der GT Wertung wurde Rainer Schaab (Porsche 911S) mit 273 Punkten vor Felix Kroner (Porsche 944) mit 297 Punkten und Andreas Pensler (Porsche 944 S2) der 416 Strafpunkte einsammelte.

In der Startgruppe B war es Andreas Bayer (BMW 2000 ti), der seine Referenzzeit am besten bestätigte. Mit 131 Fehlerpunkte belegte er Rang eins und gewann damit auch die Wertung der Tourenwagen. Zweiter der TW Wertung wurde Philipp Olsen (Renault R5) mit 145 Punkten vor dem VW Käfer Piloten Stefan Peterhänsel, dem 186 Fehlerpunkte zugeschrieben wurden. Mit Gesamtplatz zwei und 145 Fehlerpunkten überzeugte Michael Vaillant die Konkurrenz. Der Porsche 944 Turbo Pilot aus Echzell stieg damit auf den obersten Podiumsplatz der GTs. Laurin Neumann (Austin-Healey Lenham Le Mans Coupe) , mit dem ältesten Fahrzeug im Feld, kraxelte mit 288 Punkten als Zweiter mit aufs Podium. Den dritten Podiumsplatz erkämpfte sich Klaus Twedell (Ginetta G 12) mit 388 Punkten.

Andreas Bayer (BMW 2000 ti) siegte in der Startgruppe B der Tourenwagen // Foto:Jürgen Holzer (Archiv)

Eine wahre Ostalgie Armada war in der Startgruppe C unterwegs. Es war im Grunde ein Schaulaufen der gesamten DDR Rennsportgeschichte, das den Zuschauern in Oschersleben geboten wurde. Ob Trabant, Lada, Melkus oder Wartburg, es war alles vertreten, was im Motorsportgeschehen der ehemaligen DDR eine Rolle spielte. Mit dem besten Gesamtergebnis von 209 Strafpunkten und der schnellsten Referenzzeit von 1:52.92 hielt Jens Vogt (Skoda 130 RS) die Konkurrenz in Schach. Gesamtzweiter wurde Mario Comberg (Sachsenring Trabant P601) mit 248 Strafpunkten. Gesamtplatz drei ging mit 262 Punkten an den Lada 2101 Piloten Holger Kiwatt. In den einzelnen Klassen gab es folgende Ergebnisse. In der Klasse b3  siegte Tobias Schwarze (AWE Wartburg W353) mit 304 Punkten. Raimund Olbrich (Melkus Wartburg RS 1000) gewann mit 312 Punkten die Klasse C3. In der Klasse STC siegte Gesamtsieger Jens Vogt. Gesamtzweiter Mario Comberg war in der TRSC Klasse erfolgreich.

„Außer dem Stromausfall war es eine super organisierte Veranstaltung unter besten Bedingungen. Unterm Strich waren gut 130 Fahrzeuge angereist. Alle hatten ihren Spaß, größere Zwischenfälle oder Unfälle hat es glücklicherweise keine gegeben“, fasste ein zufriedener Orga Leiter Felix Vaillant das Geschehen in der Motorsport Arena Oschersleben zusammen. Für die VFV GLPpro geht es bereits in knapp zwei Wochen weiter, wenn vom 27.-29. Mai beim VFV Classic GP in Most wieder die Räder rollen. Für die Teilnehmer der VFV GLPpro ist es eine Freitag/Samstag Veranstaltung. Der Sonntag ist den Motorrädern vorbehalten.