mathilda racing – Team LAVO Carwash gewinnt spannenden Langstrecken-Krimi am Nürburgring in der letzten Minute

124
Felix Schumann und Michael Paatz mit Klassensieg // Foto: Patrick Funk

Mit etwas Glück, richtigen Teamentscheidungen und einer starken Fahrerleistung hat das mathilda racing – Team LAVO Carwash den siebten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie, den 54. ZEWOTHERM ADAC Barbarossapreis, gewonnen. Die Entscheidung um den Rennsieg fiel erst wenige Minuten vor dem Ende des Rennens in einem hoch spannenden Finale. Das Schwesterauto erreichte nach technischen Problemen die achte Position in der VT2-FWD-Klasse.

Der Nürburgring zeigte sich beim siebten Saisonrennen der Nürburgring Langstrecken-Serie, an dem das mathilda racing – Team LAVO Carwash mit den beiden Volkswagen Scirocco R in der VT2-FWD-Klasse an den Start ging, von seiner typischen Seite. Ein Regenschauer, wenige Minuten vor dem Start des vierstündigen Rennens, machte die Reifenwahl nicht einfach. Der Kölner Rennstall entschied sich trotz feuchter Strecke dazu, bei beiden Autos die profillosen Slick-Reifen zu montieren. Diese Entscheidung bewies sich als richtig, wenngleich die Konkurrenz mit den geschnittenen Slicks zunächst im Vorteil war.

Sowohl Felix Schumann, der den Start im gelb-grünen Scirocco #489 absolvierte, als auch Benjamin Cartery im blauen Scirocco #498 konnten das Tempo der Spitzengruppe mit den Trockenreifen nicht mitgehen. Teamchef Michael Paatz, der nach der ersten Rennstunde von Schumann übernahm, verkleinerte den Rückstand auf die Führungsposition wiederum. Timo Beuth, der Cartery im Schwesterauto ablöste, musste nach wenigen Runden wegen eines Problems mit dem elektrischen Gaspedal die Box ansteuern. Den Mechanikern gelang es zwar, den Defekt zu lösen, allerdings verlor das Duo rund 15 Minuten auf die Konkurrenz.

Beim gelb-grünen Scirocco #489, der aufgrund seiner Farben auch als „Grelly“ bezeichnet wird, lief es unterdessen besser. Felix Schumann kletterte für den Schluss wieder ins Cockpit und versuchte, den Druck auf die Spitzenreiter zu erhöhen. Dabei kam es im Verkehr zu einem unglücklichen Kontakt, der einen weiteren Boxenstopp notwendig machte. Das mathilda racing – Team LAVO Carwash setzte alles auf eine Karte und schickte den Scirocco nach einem kurzen Check mit frischen Reifen und dem nötigsten Kraftstoff wieder auf die Verfolgung.

Während der Zweitplatzierte für Schumann aus eigener Kraft noch einzuholen war, hatte der dominante Spitzenreiter eine Zeitstrafe wegen eines Gelbvergehens zu befürchten. Daher galt es zumindest, den Rückstand zu verkleinern, um von einer möglichen Bestrafung gegen die Konkurrenz zu profitieren. „Ich habe alles aus dem Auto herausgeholt und hatte dabei auch noch Glück mit den Bedingungen“, berichtet Felix Schumann. „Ich hatte keinen Verkehr oder Gelbphasen, konnte mich auf der Döttinger Höhe sogar im Windschatten mitziehen lassen und das Momentum der frischen Reifen voll ausnutzen. Dabei kam mir zusätzlich der kleine Gewichtsvorteil durch den (fast) leeren Tank zugute.“

Riskanter Tank-Poker wird belohnt

Allerdings hätte dieses Risiko beinahe die Zielankunft gekostet. Weil sich Schumann im direkten Zweikampf mit dem Zweitplatzierten befand, konnte er das Tempo nicht verringern, um sich vom Gesamtführenden einholen zu lassen. Dadurch musste er eine zusätzliche Runde absolvieren, die nicht geplant war. „Nachdem ich in der vorletzten Runde den Zweitplatzierten überholt hatte, musste ich das Tempo deutlich verlangsamen, um Kraftstoff zu sparen“, so Schumann. „Glücklicherweise hatte sich die Konkurrenz offenbar geschlagen gegeben und keinen Gegenangriff gestartet, sonst hätte ich mit stumpfen Waffen gekämpft.“ Mit dem letzten Tropfen Kraftstoff und einem Vorsprung von lediglich fünf Sekunden rollte der Scirocco nach vier Stunden auf dem zweiten Platz über die Ziellinie.

Die angekündigte Strafe gegen den eigentlichen Rennsieger war schließlich so groß, dass Felix Schumann und Michael Paatz den Sieg in der VT2-FWD-Klasse erbten. Timo Beuth und Benjamin Cartery beendeten das Rennen auf dem achten Platz. „Heute hatten wir das Glück auf unserer Seite“, war Teamchef Michael Paatz erleichtert. „Wir mussten bis zur Ziellinie zittern, ob der Sprit noch reicht. Im schlimmsten Fall hätten wir das Rennen mit leeren Händen beendet. Glücklicherweise hat alles gepasst, sodass wir den dritten Saisonsieg bejubeln durften!“

Die Motorsport-Saison 2022 biegt auf die Zielgerade ein. In zwei Wochen (22. Oktober) findet mit dem PAGID Racing 46. DMV Münsterlandpokal bereits das vorletzte Saisonrennen in der Nürburgring Langstrecken-Serie statt. Das mathilda racing – Team LAVO Carwash nimmt weitere Klassensiege ins Visier, um in diesem Jahr die Klassensieger-Trophäe und die NIMEX Team Trophäe zu gewinnen.