Start Rundstrecke PCHC Becker und Wolters siegen in Zolder

Becker und Wolters siegen in Zolder

Becker und Wolters teilten sich die Siege in Zolder // Foto: Patrick Holzer

Beim vierten Lauf zur Porsche Club Historic Challenge (PCHC) teilten sich in Zolder Ulrich Becker und Heinz-Bert Wolters (beide 911 (991) GT3 R) die Gesamtsiege. Im ersten Rennen behauptete sich Becker mit 2,356 Sekunden Vorsprung vor Wolters. In Durchgang zwei drehte Wolters den Spieß um und siegte mit 5,95 Sekunden Abstand.

Ulrich Becker erwischte am Samstag nicht die optimale Anfangsphase. Der Polesitter fiel gleich zu Beginn hinter Heinz-Bert Wolters und Jürgen Oehler (911 (992) GT3 Cup) zurück. Während der Marler schnell wieder an Oehler vorbeikam, dauerte es bei Wolters deutlich länger. Bis zur achten Runde hielt sich dieser an der Spitze, ehe Becker die Führung zurückeroberte. Die kurz darauf entstandene Lücke konnte Wolters bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge nicht mehr zufahren.

„Ich glaube nicht, dass ich den Start verpennt habe, aber irgendwie war es mein Fehler, dass Heinz-Bert Wolters mir wegfuhr. Auf der Bremse war er zunächst an zwei Stellen etwas besser. Ich musste etwas früher bremsen, um mehr Schwung mitzunehmen. Das hat sich beim Beschleunigen wieder ausgezahlt. Überholen konnte ich rechts außen an der Kuppe“, berichtete Becker. Der Zweitplatzierte Wolters schilderte sein Rennen wie folgt: „Der Start war gut und ich behauptete zunächst meine Führung. Aber dann habe ich die Full Course Yellow Phase verpasst. Als Uli vorne war, habe ich ihn nicht mehr gekriegt.“

Wolters revanchiert sich in Rennen zwei
Das Spielchen vom Samstag wiederholte sich am Sonntag – diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Nach der Startfreigabe behauptete Becker vor Wolters die Spitze. Diesmal war es aber der amtierende PCHC-Meister, der von Platz zwei aus die Führung übernahm. Schnell baute Wolters den Vorsprung auf Becker aus, der gegen Ende nicht mehr entscheidend herankam.

Heinz-Bert Wolters revanchierte sich im zweiten Rennen // Foto: Patrick Holzer

„Heute war es super und es hat alles gut gepasst. Wir hatten nochmals das Fahrwerk und den Heckflügel etwas verstellt. Das hat sich auch ausgezahlt. Beim Start war ich zunächst noch auf Platz zwei, konnte Uli aber nach vier Runden überholen und die Führung bis ins Ziel behaupten“, so Wolters. Im Gegensatz zum Sieger war Becker mit den Reifen vom Vortag ins Rennen gegangen, wie er erklärte: „Wir hatten heute noch die Reifen von gestern aufgezogen. Wolters fuhr mit neuen. Aber er ist auch sehr gut gefahren. Gegen Ende kam ich nochmals etwas ran, hatte aber keine Chance vorbeizukommen.“

Günther Kraus mit Doppelsieg in der Klasse 9
Eine starke Vorstellung bot Günther Kraus (911 (992) GT3 Cup) an den beiden Renntagen. Im ersten Rennen sortierte sich Kraus zunächst hinter Oehler auf der vierten Gesamtposition ein. Dabei hatte sich Oehler im Grunde einen soliden Vorsprung erarbeitet, als ABS-Probleme auftraten. In der Schikane blockierte die Bremse zu stark und Oehler rodelte durch den Kies. Dadurch kamen nicht nur Kraus, sondern auch Thomas Winkler, Thomas Lindemann und Eduard Heinz (alle 911 (992) GT3 Cup) vorbei. Für Kraus bedeutete dies den sicheren dritten Gesamtrang sowie den Klassensieg. Im zweiten Heat setzte sich Kraus sofort nach dem Start an die dritte Gesamtposition und gab diese bis ins Ziel nicht mehr aus der Hand. Am Ende gab es den souveränen dritten Platz und den erneuten Klassensieg.„Das erste Rennen war super. Am Anfang hatten wir ein bisschen Probleme mit dem Luftdruck. Zum Ende hin war es dann aber perfekt“, befand Kraus.

Zweimal Klassensieg in der Klasse 9 für Günther Kraus // Foto: Patrick Holzer

Umkämpfte Klasse 9
Beim Kampf um die zweite Klassenposition setzte sich Thomas Winkler am Samstag gegen Thomas Lindemann durch. Erst gegen Rennende konnte es der Eidgenosse etwas entspannter angehen lassen. Dafür musste Winkler am Sonntag bis zum Ende alles aufbieten, um Ioannis Smyrlis hinter sich zu lassen. Smyrlis musste nach dem Ausfall am Vortag von ganz hinten starten, lag aber bereits nach sieben Runden auf der fünften Gesamtposition. Trotz Dauerdruck brachte Winkler seinen zweiten Platz mit 0,632 Sekunden Vorsprung vor Smyrlis ins Ziel.

„Die Reise nach Zolder hat sich gelohnt. Die Rennstrecke ist schon super und hat viel Spaß gemacht. Der Druck von hinten war schon da, aber einfach nicht in den Rückspiegel schauen und Gas geben, was geht. Das hat geholfen“, freute sich Winkler über das gelungene Wochenende. Und auch Smyrlis zeigte sich insgesamt zufrieden: „Das war ein mega geiles Rennen. Ich bin von hinten gestartet und konnte gut durchkommen. An Thomas Winkler blieb ich dann hängen. Ich habe mehrfach die Attacke probiert. In der Schikane war ich schon nebendran, aber es hatte nicht gereicht.“

Blick in die Klassen
In der Klasse 8 war Patrick Hannig an diesem Wochenende nicht zu schlagen. An beiden Tagen hielt er Olaf Busse (beide 911 (991) GT3 Cup) auf Distanz. „Das Rennen war für mich spektakulär. Auf der Strecke haben sich zwei vor mir bekämpft. Davon war wohl Öl oder etwas anderes auf der Strecke. Da hätte ich beinahe das Auto verloren. Ich hatte es gerade noch gefangen, sonst wäre ich ins Kiesbett geflogen. Danach konnte ich meine Runden souverän durchziehen“, meinte Hannig zu Rennen zwei.

Patrick Hannig mit Doppelsieg in der Klasse 8 // Foto: Patrick Holzer

Die Klasse 7 sicherte sich im ersten Rennen Frederik Läuferts, während im zweiten Durchgang Udo Schwarz vor Dr. Hermann Läuferts (alle 911 (991) GT3 Cup) die Nase vorne hatte. „Es war schwierig, bei den Temperaturen die Konzentration über die 30 Minuten aufrecht zu halten. Es war schon brutal. Aber sonst war das Rennen gut“, erzählte Läuferts zu Rennen eins.

Die weiteren Klassensiege gingen an Rudolf Schulte (997 GT3 Cup) in der Klasse 6 sowie Uwe Hedderich (Cayman GT4 RS) in der Klasse 4. Hedderich gewann das erste Rennen vor Norbert Kraft (Cayman GT4 RS) und den zweiten Lauf vor Harald Häfner (Cayman GT4 CS). „Ich hatte zunächst etwas den Anschluss verpasst, da es bei der Startaufstellung heute etwas hektisch war. Dann bin ich aber ganz gut in meinen Rhythmus gekommen. Leider konnte ich am Ende nicht die Zeiten vom Qualifying wiederholen“, berichtete Häfner über das erste Rennen.

Harald Häfner (Cayman GT4 CS) landete auf Platz zwei in der Klasse der Cayman Fahrzeuge // Foto: Patrick Holzer

Die Rennen in Zolder standen auch im Zeichen des Abschieds von Fritz Letters. Der langjährige Präsident des Porsche Club Deutschland war vor der Veranstaltung verstorben. Entsprechend groß war die Betroffenheit im Fahrerlager.

Mit „Race for Fritz“ und Trauerflor gedachten die Teilnehmer der PCHC dem verstorbenen Fritz Letters // Foto: Patrick Holzer

PCHC-Organisator Gerhard Haag sagte: „Für uns alle – Organisation, Fahrer, Teamchefs und Techniker – war es ein sehr schweres Wochenende. Gemeinsam haben wir in stiller Trauer von unserem Fritz Abschied genommen. Zum ersten Mal seit der Gründung der Porsche Club Historic Challenge war er weder vor Ort noch am Bildschirm dabei. Die Fahrer waren deshalb nicht nur in Gedanken mit ihm verbunden, sondern trugen den Abschied auch sichtbar auf ihren Fahrzeugen. Wir werden Fritz niemals vergessen. Sein Geist wird in der PCHC immer weiterleben.“