Dritter SP4T-Klassensieg für Smyrlis Racing in Folge

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Fabian Peitzmeier und Guido Heinrich mit dem NEXEN-Porsche // Foto: Swoosh Communication

Smyrlis Racing hat beim vorletzten Saisonlauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) erneut die Klasse SP4T gewonnen und mit Rang drei in der Cup-3-Wertung die Tür für die Vizemeisterschaft der Porsche Endurance Trophy Nürburgring weiterhin weit offen gehalten.

Auf dem Weg zu Platz eins profitierten Fabian Peitzmeier und Guido Heinrich mit dem NEXEN-Porsche 718 Cayman GTS, den Smyrlis Racing gemeinsam mit der Racing Group Eifel einsetzt, insbesondere von den Nässe-Qualitäten der koreanischen Rennreifen. Christopher Rink und Francesco Merlini verpassten mit dem 718 Cayman GT4 Clubsport den zweiten Cup-3-Rang nur um eine Sekunde, obwohl ihr Fahrzeug nach einem unverschuldeten Ausrutscher leicht angeschlagen war. Anton Ruf, Jakob Riegel und Roland Froese mussten ihren BMW M240i gegen Halbzeit des Vierstundenrennens auf der Nürburgring-Nordschleife und der Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurses vorzeitig abstellen.

Der nächste Klassensieg für den NEXEN-Porsche und eine weitere Podiumsplatzierung in der hart umkämpften Cup-3-Wertung: Smyrlis Racing-Teamchef Ioannis Smyrlis kann ein positives Fazit für den vorletzten Saisonlauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) ziehen. „Nach dem 12-Stunden-Wochenende fühlte sich das Vierstundenrennen am Samstag schon fast wie ein Sprint an“, scherzt der Maintaler. „Tatsächlich war die Veranstaltung aber kein Stück weniger intensiv. Ganz im Gegenteil: NLS 8 hat für uns alles bereitgehalten. Das ging bereits mit dem Qualifying los, das eine Mischung aus bereits trockenen und noch nassen Streckenabschnitten bot. Dies hat zu vielen Code-60-Zonen geführt, die den Kampf um eine schnelle Rundenzeit erschwert haben. Dennoch ist es uns mit dem NEXEN-Cayman gelungen, dank einer dominanten Vorstellung auf die Pole-Position der Klasse SP4T zu fahren. Unser BMW M240i startete von Rang drei, während es für den Cup-3-Porsche Cayman GT4 nur zu Rang sieben gereicht hat – aber Christopher Rink konnte sich in der Anfangsphase schnell wieder zurück an die Spitze arbeiten. Selbst eine kleine Berührung mit einem Reifenstapel ließ unsere Ambitionen auf den Vizemeistertitel in dieser Gruppe der Porsche Endurance Trophy Nürburgring unbeschadet. Zusammen mit Francesco Merlini ist Christopher erneut aufs Podest gefahren.“

Christopher Rink und Francesco Merlini sichern sich in der Cup-3-Wertung der Porsche Endurance Trophy Nürburgring nach starker Aufholgjagd wichtigen Podestplatz // Foto: Swoosh Communication

„Das Qualifying lief nicht ganz gut, wir hatten ein kleines technisches Problem am Porsche“, schildert Rink den Rennsamstag aus seiner Sicht. „Nachdem der Fehler behoben war, fanden wir keine freie Runde ohne Code-60-Phase mehr. Also sind wir von P7 losgefahren. Obwohl ich nicht so gerne den Start fahre, konnte ich mich relativ schnell auf die zweite Position verbessern. Unsere Strategie ist voll aufgegangen, doch dann bin ich auf dem Kühlmittel eines anderen Autos ausgerutscht und habe die Reifenstapel touchiert. Danach war unser Cayman leicht angeschlagen, darum haben wir uns auf eine Podiumsplatzierung konzentriert. Am Ende sind wir mit einer Sekunde Rückstand Dritter geworden und haben wichtige Punkte für die Vizemeisterschaft in der Cup-3-Klasse gesichert – mehr lag einfach nicht in Reichweite.“

Nach dem Klassensieg beim 24-Stunden-Saisonhöhepunkt und dem Doppelerfolg bei den vorherigen beiden Sechsstundenrennen durften Fabian Peitzmeier und Guido Heinrich auch am Samstag wieder jubeln: Sie standen trotz – oder dank – schwieriger Witterungsbedingungen erneut auf dem obersten Treppchen. „Als zur Rennhalbzeit ein stärkerer Regenschauer einsetzte, haben wir uns entschieden, das Auto trotzdem auf den Slickreifen von NEXEN zu lassen – das war die richtige Strategie“, fasst Ioannis Smyrlis zusammen. „Zusammen mit einer überlegenen Pace auf der Strecke hat das den Unterschied ausgemacht.“

„Das Qualifying war typisch für den Spätsommer in der Eifel: Die Nässe vom Vortag lag teils noch auf der Strecke, vor allem die schattigen Plätze der Nordschleife entpuppten sich als sehr schwierig“, berichtet Fabian Peitzmeier, der mit profillosen Slickreifen auf regennasser Strecke für eine Vorentscheidung sorgte. „Nach mehreren Code-60-Phasen konnte Guido aber gegen Ende der Session nochmal eine Verbesserung hinlegen, die schlussendlich für die Pole-Position gereicht hat. Ich bin den Start gefahren und hatte einen tollen und fairen Kampf mit unserem Gegner. Beim ersten Boxenstopp haben wir mehr und länger getankt, denn die Rundenzeiten waren zu diesem Zeitpunkt wegen mehrerer ,Slowzones‘ sehr hoch – dadurch konnten wir unsere Mindeststandzeit effektiver nutzen. Den hieraus resultierenden Rückstand haben Guido und ich in den kommenden zwei Stints aufholen können, bis ich die Führung auf der Strecke zurückerobert habe. Als dann ein Regenschauer quer über die Strecke zog, bin ich auf Slicks geblieben, um uns einen zusätzlichen Boxenstopp zu sparen. Das hat sich als richtige Entscheidung herausgestellt: Unter diesen Bedingungen sind wir unserer Konkurrenz pro Runde um bis zu 45 Sekunden davongeflogen. Damit war der dritte Klassensieg in Folge im Kasten.“

Anton Ruf, Jakob Riegel und Roland Froese erlebten mit dem BMW M240i im gleichnamigen BMW-Markenpokal ein schwierigeres Wochenende. Der neu aufgebaute Rennwagen verpasste die Zielflagge erneut. „Durch die vielen Code-60-Zonen hatten wir kein perfektes Qualifying, aber Jakob erwischte trotzdem eine freie Runde und hat uns Startplatz drei gesichert“, so Anton Ruf. „Ich war vor der ersten Kurve schon fast am Zweitplatzierten vorbei, als ich wegen eines ABS-Problems mit stehenden Rädern geradeaus gerutscht bin. Nach einem kurzem Reset konnte ich die Verfolgung fast vom Ende des Feldes aufnehmen und hatte mich schon bald wieder bis auf meine Ausgangsposition vorgearbeitet. Jakob ist nach mir einen super Stint gefahren und hat uns weiter im Kampf um das Podium gehalten. Als gegen Mitte des Rennens der Regen einsetzte, wurden wir jedoch kalt erwischt und das Auto ist auf Slicks im Streckenabschnitt Flugplatz von der Strecke abgekommen – das hätte unter diesen Bedingungen jeden von uns erwischen können. Schade, dass wir das Team für die Mühe nicht belohnen konnten.“