David Ackermann mit Appell an die Langstrecken-Szene

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David Ackermann (li. im Porsche Cayman GTS "Fluffy") und Jérôme Larbi (re. im Porsche Cayman) bei der umjubelten Zieldurchfahrt // Foto: Andreas Krein

Die Planung für das ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal Rennen, dem 5. Lauf zur diesjährigen Nürburgring Langstrecken Serie (NLS), gestaltete sich für Teamchef David Ackermann nicht eben trivial.

Während der Porsche Cayman im Besitz von Holger Gachot schnell besetzt war – neben ihm hatten sich sein etatmäßiger Partner Jérôme Larbi, sowie Axel Jahn und Philip Ade (der auch schon häufiger in Diensten von rent2Drive stand) auf dem Boliden der Klasse V5 eingeschrieben – warf die kurzfristige Absage der Italo-Fraktion (Aleardo Bertelli, Stefano Croci, Graziano Grazzini) die Pläne für „Fluffy“, den Porsche Cayman GTS der Klasse V6, komplett über den Haufen.

Ackermann stand als Fahrer alleine da. Wohl dem, der über ein gutes Netzwerk im NLS-Fahrerlager verfügt. Schnell war mit Stefan Müller ein Teamkollege gefunden, der wie Ade auf eine Vergangenheit im Team aus Döttingen verweisen kann. „Allerdings hatten wir gerade für das 6-Stunden-Rennen mit drei, idealerweise aber vier Fahrern geplant“, führt Ackermann aus, der seine Fühler in viele Richtungen ausstreckte und schließlich mit dem Briten Scott Marshall fündig wurde.

Marshall ist in Bezug auf die „Grüne Hölle“ alles andere als ein Neuling und kann zudem Starts im Porsche Carrera Cup und sogar in Le Mans vorweisen. Der Freitag warf dann vieles nochmals über den Haufen,was im Endeffekt aber dazu führte, dass schließlich doch beide Fahrzeuge mit Quartetten besetzt werden konnten.

Robert Hinzer aus Grevenbroich stieß kurzfristig zum Team. Eigentlich war er bei einem befreundeten Team als Fahrer vorgesehen. Als sich diese Fahrgelegenheit jedoch zerschlug, wurde er kurzerhand in die sprichwörtliche „rent2Drive-Family“ aufgenommen. Als Neuling stieß er zu der Mannschaft des V5-Caymans, während Axel Jahn auf „Fluffy“ umstieg. Zur Erinnerung: der Mann aus dem saarländischen Heusweiler hatte ja bereits das 24-Stunden-Rennen auf diesem Fahrzeug bestritten.

Die Personalplanung war damit final abgeschlossen, allerdings sorgte die Technik dafür, dass es in Box 25 nicht langweilig wurde. David Ackermann: „Das Lenkrad ist dieses Jahr die Achillesferse beider Fahrzeuge. Aus diesem Grund möchte ich mich ausdrücklich bei Steve Fürsch bedanken, der uns mit einer Leihgabe einmal mehr aus der Patsche geholfen hat!“

Somit konnte man sich am Samstagmorgen endlich auf das Rennfahren konzentrieren. Beide Neulinge führten sich auf Anhieb mit Top-Zeiten ein. Nochmals Ackermann: „Die Performance der Beiden machen auf jeden Fall Lust auf mehr, sodass wir uns weitere Zusammenarbeiten in der Zukunft auf jeden Fall vorstellen können!“

Angesichts der starken Konkurrenz fand man sich nichtsdestotrotz nach dem morgendlichen Qualifying auf dem jeweils letzten Klassenstartplatz wieder. Dies befeuerte jedoch lediglich den Kampfgeist der gesamten Truppe. In der im Vergleich zu einem gewöhnlichen NLS-Rennen um 50% erweiterte Renndistanz ließ man schließlich auch Taten folgen. Über die in Langstreckenrennen so wichtige Konstanz und Zuverlässigkeit arbeitete man sich kontinuierlich nach vorne. Da es der Zufall wollte, dass beide Fahrzeuge am Ende der sechs Stunden nur wenige Meter entfernt voneinander waren, entschieden sich die Schlussfahrer Jérôme Larbi und David Ackermann für einen Formationsflug über die Ziellinie. An der Boxenmauer jubelte das Team den Fahrern entgegen.

Insgesamt war es wieder ein hervorragendes Wochenende, angefangen damit, dass man am Freitag wieder zahlreiche Taxigäste glücklich machen konnte und an dessen Ende man im Pressezentrum acht funkelnde Pokale entgegennehmen konnte.

Die NLS verabschiedet sich damit in die Sommerpause. Weiter geht es am 09. September mit den „12h Nürburgring“. Unter diesem Namen werden der sechste und der siebte Lauf (der 63. ADAC ACAS Cup respektive das 62. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen) zusammengefasst. Ungeachtet dessen, dass sich der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel zu diesem Event angekündigt hat, erwartet die Fans dann wieder Breitensport vom Feinsten. Aus Sicht von rent2Drive-Racing ist dann auch eine Rückkehr von Bernd Kleeschultes bulligem BMW M3 E92 GTR V8 geplant. Hier nimmt das Team gerne Bewerbung qualifizierter Fahrerinnen und Fahrer entgegen. Selbiges gilt für „Fluffy“. Wem also danach ist, sich das Cockpit mit dem Teamchef höchstpersönlich zu teilen, sollte schnellstmöglich über die Website www.rent2drive-racing.com Kontakt mit dem Team aufnehmen.

Mit Blick auf das zurückliegende Wochenende und den momentanen Querelen in der Langstreckenszene am Nürburgring, ist es David Ackermann ein Anliegen, ein paar Worte an die Veranstalter, Mitbewerber und Fahrer zur richten: „Wir haben hier eine großartige Veranstaltung erlebt. Wir hatten ausreichend Platz, es war ein tolles Miteinander unter Konkurrenten und unser Fahrerwechsel ging schnell und unbürokratisch über die Bühne. So macht Racing am Ring Spaß! Ich appelliere eindringlich an alle Beteiligten ‚Einigt euch!‘, damit wir den Fans auch im nächsten Jahr tollen Motorsport bieten können!