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Sachsenring ADAC GT Masters
Aston Martin-Sieg für Hohenadel / Makowiecki, Titelentscheidung bleibt offen

Ein schönes Geburtstagsge- schenk bescherte sich Christan Hohenadel mit dem Sieg im Samstagsrennen des ADAC GT Masters am Sachsenring. Zusammen mit Co Frederic Makowiecki fuhr der seit heute 32 Jahre alte Deutsche den ersten Erfolg für Aston Martin ein. Auf Rang 2 kamen die Gaststarter Klaus Ludwig / Dominik Schwager   
(Callaway Corvette) ins Ziel. 
 ©  Eike Funke
  Makowiecki /Hohenadel mit Sieg im ersten Rennen
Das Podium schlossen Christopher Haase / Albert von Thurn und Taxis, die damit den Titelkampf auf den letzten Lauf des Jahres am Sonntag vertagten. Jörg und Tim Bergmeister wurden Sechste (Fünfte in der Punktewertung), womit der Abstand zwischen Tim Bergmeister und Haase / von Thurn und Taxis nun noch 9 Zähler beträgt. Die Porsche Wertung gewannen Jeroen und Sebastian Bleekemolen im #14 Mühlner Motorsport Porsche 997 Cup S.
Das Rennen
Bitter begann der 13. Wertungslauf der Saison 2008 für das Matech GT Racing Team. Schon in der Einführungsrunde rollte der Ford GT mit Antriebswellenschaden aus, so dass Marc Hennerici nicht einmal die grüne Ampel zu sehen bekam. Um das gestrandete Fahrzeug sicher abschleppen zu können, entschied die Rennleitung kurzfristig auf eine zweite Einführungsrunde. Der Start selbst verlief dann in geordneten Bahnen. Sebastian Asch behauptete die Pole und setzte sich etwas ab. Klaus Ludwig attackiert in Turn 1 den zweitplatzierten Jeroen Bleekemolen, musste aber nach einer Berührung zurückstecken. Jörg Bergmeister und Christopher Haase folgten unmittelbar hintereinander auf den Rängen 4 und 5. Roman Rusinov hatte den Zug aus beiden Hexis Aston Martin von Hohenadel und Julien Rodrigues an seinem Heck.
Schon in Runde 3 lag Sebastian Asch 3,5 Sekunden vor Bleekemolen, Ludwig eine weitere Sekunde zurück. Auch Haase musste Bergmeister ziehen lassen, verlor zwischen einem und zwei Zehntel auf den Mühlner Porsche. Rusinov geriet immer mehr unter Druck von Hohenadel. Die Plätze 6 bis 8 (Rusinov bis Rodrigues) waren nur durch 0,6 Sekunden getrennt. In Runde 10 erledigte sich diese Dreiergruppe, nach einer Berührung von Rusinov und Hohenadel im Streckenabschnitt Omega. Rusinov drehte sich und suchte später mit Aufhängungsschaden die Box auf.
Spannung gab es an der Spitze. Jeroen Bleekemolen holte zügig auf Sebastian Asch auf. In vorgenannter zehnten Runde lag der Niederländer nur noch 0,7 Sekunden hinter dem ARGO Lamborghini und verkürzte weiter den Abstand. In Runde 14 waren es noch 3 Zehntel Sekunden, zwei Umläufe später bog man nebeneinander auf die Start/Ziel Geraden ein. Noch vor Turn 1 zog Bleekemolen schließlich vorbei. Asch verlor in Runde 16 0,7 Sekunden auf Bleekemolen, blieb aber Zweiter. Leider endete die gute Vorstellung von Asch schon einen Umlauf später im Kies. wo die Hoffnungen auf eine Zielankunft endeten. In Bedrängnis geriet auch Jörg Bergmeister durch einen Reifenschaden, der ihn einige Platzierungen kostete. Da das Boxenstoppfenster jedoch just geöffnet wurde, konnte das Mühlner Team den Verlust minimieren. Bergmeister kam in Runde 17 an die Box zum Fahrer- und Reifenwechsel. Die Reihung zu Beginn der Pflichtstopps lautete so Bleekemolen, Ludwig, Haase, Rodrigues, Bleekemolen (#16 Porsche), Mayer, Peham, Hohenadel und Becker.
Jeroen Bleekemolen hatte derweil 2,9 Sekunden Vorsprung auf Klaus Ludwig und rollte im 22. Umlauf an die Box zum Wechsel auf Sebastian Bleekemolen. Allerdings verloren die Niederländer fast 10 Sekunden beim Stopp, als es Unstimmigkeiten bei den Gurten gab. Eine Runde später stoppten Ludwig und Haase, beide Halte verliefen problemlos und geplant. Überraschung dann auf dem Zeitenmonitor ab der 25. Runde. Dort führte nun Frederic Makowiecki im #29 Aston Martin. Schon in der 16. Runde hatte man die Boxengasse aufgesucht und profitierte danach von einer freien Strecke. Nun also die Führung mit mehr als 10 Sekunden Luft auf Dominik Schwager in der Callaway Corvette. Dahinter Bleekemolen mit Albert von Thurn und Taxis im #1 flatex reiter Gallardo im Nacken. Wo war Tim Bergmeister? Rang 9 stand für die #15 zu Buche, wenn auch mit eventueller Tendenz nach vorne.

Denn das Klassement der Ränge 5 bis 8 sollte sich ordentlich bewegen. Erst passierte Frank Kechele den Aston Martin von Manuel Rodrigues und schob sich auf P5 nach vorne. Noch in der gleichen Runde (27) überholte Toni Seiler (#18 Corvette) den Porsche von Ronald van de Laar (es ging um P7). Und der verabschiedete sich in Runde 20 mit einem schweren Abflug endgültig aus dem Rennen. Damit Tim Bergmeister auf Rang 8. Kurz darauf erwischte es auch Kechele mit einem Reifenschaden hinten rechts am #4 Gallardo, was einen schnellen Zusatzstopp erforderte. Bergmeister also auf P7 nach vorne. Von Thunr und Taxis verschaffte sich fast zeitgleich wieder etwas Luft, als er die #14 von Sebastian Bleekemolen kassierte und auf Rang 3 vor kam. Die neue Reihenfolge also Makowiecki, Schwager, von Thurn und Taxis, Bleekemolen, Rodrigues, Seiler und Bergmeister. Noch einen Platz sollte es für den Mühlner Piloten nach vorne gehen, als Toni Seiler eine Durchfahrtsstrafe empfing. Mit seiner #18 Corvette war der Schweizer unter Gelb seine schnellste Runde gefahren, so dass die Rennleitung eben zu jener Durchfahrt bat. Die gleich Strafe traf auch den #11 Gallardo mit Jan Lammers am Steuer.

Die Ränge 1 (Makowiecki) und 2 (Schwager) rollten ihr Rennen schließlich gefahrlos zuende, beide mit reichlich Luft nach hinten gesegnet. Auch Albert von Thurn und Taxis konnte sich auf P3 freuen, denn Bleekemolen lag kurz vor Schluss gut fünf Sekunden zurück. Nach 41 Runden wurde auch in dieser Reihenfolge abgewunken, so dass der erste Sieg für Aston Martin im ADAC GT Masters in trockenen Tüchern war. "Unser Geheimnis heute war das Timing des Boxenstopps", verriet ein strahlender Christian Hohenadel, der am Samstag seinen 32. Geburtstag feierte. "Ich konnte nicht am vor mir fahrenden Gallardo vorbei und dann haben wir spontan entschieden, den Stopp vor zu verlegen. Das war optimal. Frederic hatte so eine freie Strecke und konnte von den späten Stopps der Konkurrenz profitieren. Das hat uns in Führung gebracht."

Eike Funke 

Die Meisterschaft bleibt offen
Vertagt auf den letzten Lauf der Saison 2008 wurde die Entscheidung, wer die Krone in der Fahrerwertung des ADAC GT Masters einfährt. Haase / von Thurn und Taxis holten dank Rang 2 (Ludwig / Schwager wurden als Gaststarter in den Punkten nicht berücksichtig) acht Zähler, Tim Bergmeister mit Platz 5 (6 im Ziel) deren 4, was den Abstand von 13 auf 9 Punkte reduzierte. Bei noch 10 zu vergebenden Punkten ist rechnerisch noch alles offen. "Das Ergebnis heute war für uns natürlich nicht so befriedigend", so Tim Bergmeister. "Wir hätten den Titel heute gerne gesichert. Aber der Reifenschaden hat das unmöglich gemacht. Sollte es morgen wie angesagt regnen, ist das für uns nicht von Vorteil, da die Lamborghini unter solchen Bedingungen besser gehen."

"Wir werden morgen alles geben, um noch den Titel möglich zu machen", gab Christopher Haase noch auf dem Podium zu Protokoll. "Wenn ich ehrlich bin", gestand Albert von Thurn und Taxis,"hatte ich den Titel schon abgeschrieben. Aber wenn es jetzt noch klappt, wäre ich sehr glücklich."

Ebenfalls offen bleibt die Teamwertung. Mühlner Motorsport führt mit derzeit 91 Punkten vor flatex Reiter mit 87 Punkten. Allerdings hat Bernhard Mühlner drei Eisen in Form der Porsche 997 GT3-Cup S mit den Startnummern 14,15 und 16 im Feuer, während flatex reiter mit zwei Fahrzeugen (#1 / 2) da steht. Rang 3 wird sich am Sonntag zwischen ARGO und Hexis entscheiden, die durch einen Zähler getrennt sind.

Markenwertungen entschieden
Tim Bergmeister hatte den Sack in der Porsche Wertung schon am Lausitzring zu gemacht. Offen sind die Folgeränge, wo Ronald van de Laar (53) und Jörg Bergmeister (48) noch um Rang 2 kämpfen. Christopher Haase / Albert von Thurn und Taxis entschieden die Lamborghini Markenwertung für sich. Offen auch hier noch Rang 2, den die ARGO Besatzungen Asch / Schmickler (81 Punkte) und Becker / Kechele (79 Punkte) unter sich ausmachen.

Boxenstopps
Ein Team blieb diesmal unter derr Mindestmarke von 70 Sekunden. Thomas Wille und Freddy Kremer verfehlten die vorgegebene Marke um 3 Sekunden und wurden zur Stop-and-Go-Strafe gebeten. Am Ende reichte es für Rang 13 der Kessel Racing Mannschaft. Ganz ohne Pflichtstopp absolvierte Kox / Rusinov im #2 Lamborghini Gallardo ihr Rennen. Nach dem Unfall in Runde 10 hatte Roman Rusinov die Box aufgesucht, wo man den Schaden im Heckbereich des Gallardo zu reparieren versuchte. Für einen Funktionscheck schickte man das Fahrzeug wieder auf die Strecke und sah auch die Zielflagge. Mangels Pflichtstopp im vorgegebenen Zeitfenster wurde der Gallardo jedoch nicht gewertet.

Zu heißes Rennen
In Runde 19 endete das Rennen für Martin Skula und Martin Matzke. Von Rang 12 aus gestartet konnten sie nicht in die Top 10 eindringen und mussten ihre Corvette Z06.R GT3 nach Kühlwasserverlust abstellen.

com-media

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Artikel vom 20.09.2008