Nasser Saisonauftakt für die VFV GLPpro

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Schwierige Bedingungen besonders bei der Startgruppe B // Foto: Patrick Holzer

Launisches Aprilwetter begleitete den Saisonauftakt der VFV GLPpro beim Preis der Stadt Stuttgart  auf dem Hockenheimring am vergangenen Wochenende. Immer wieder teils heftige Regenschauer und Sturmböen machten es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht immer einfach.

Über 160 Pilotinnen und Piloten der historischen Gleichmäßigkeitsserie waren zum Saisonauftakt auf dem Hockenheimring am Start. Damit stellte die VFV GLPpro wiederum ein starkes Starterfeld, wodurch die Tourenwagen und GT Fahrzeuge in drei Startgruppen eingeteilt wurden. Der Freitag stand noch im Zeichen der Freien Trainings. Die Pflichttrainingsläufe zur Qualifikation gingen am Samstag über die Bühne. Der Sonntagnachmittag war den jeweiligen Wertungsläufen vorbehalten. Zuerst wurde die Startgruppe A auf noch trockener Piste auf die Reise geschickt. Schnellster Pilot unter den 36 Teilnehmern war Günther Ullrich, der mit seinem Audi 90 Quattro IMSA GTO eine 1:58,526 in den Asphalt brannte. Am nächsten an die Zeit kam ex Profi Roland Asch mit 1:59,804 heran. Motorsportlegende Roland Asch brachte den original Ford Sierra Cosworth RS 500 aus der DTM von 1984 an den Start. Es war nach vielen Jahren der Restauration der erste Rollout des neu aufgebauten original DTM Einsatzfahrzeuges des Teams Eggenberger. Doch bekanntlich entscheidet nicht die schnellste Zeit über den Sieg, sondern vier möglichst gleichmäßige Runden. Bei den Tourenwagen der Startgruppe A gelang dies Joachim Holoch (BMW E30 M3) am besten. Der BMW Pilot siegte mit 1952 Strafpunkten vor Hubert Giebel (BMW E36 325i) mit 2614 Punkten. Dritter wurde Alex Brinkmann (Ford Escort MKII) mit 3922 Punkten.

Franz Straub siegte bei den GTs im Wertungslauf A // Foto: Patrick Holzer

Den Sieg bei den GT Fahrzeugen fuhr Franz Straub (De Tomaso Pantera GT4) mit 3093 Punkten nach Hause. “ Es war super zu fahren. Überhaupt waren tolle Fahrer dabei. Die Strecke war bei unserem Lauf gut, denn es hatte schön abgetrocknet. Es war alles in Ordnung. Ich fahre ja auch noch andere Serien, aber beim Gleichmäßigkeitslauf kannst nicht taktieren. Man fährt einfach und gibt Gas. Man muss aber auch Glück haben“, so der GT Sieger. Auf Platz zwei folgte Oliver Stahl (Porsche 968 CS) mit 3739 Punkten vor Rainer Schaab (Porsche 924), der auf 4546 Punkte kam.

Erster Einsatz im ex Scherle Auto mit Sieg // Foto: Patrick Holzer

Anschließend starteten die Formelfahrzeuge und Sportwagen bei zunächst noch trockenen Bedingungen zu ihrem Wertungslauf. Einsetzender Niesel und Regen erschwerten jedoch die Bedingungen schlagartig. Bei den Formelfahrzeugen schaffte es Günter Becker im ex Scherle Auto (March Formel 3) die Rundenzeiten am besten zu treffen und siegte mit 22925 Punkten vor Heinz Puelacher (Formel Opel) mit 28290 Punkten und Udo Besser (Formel Vau ORC Fuchs) mit 32102 Punkten. Schnellster Pilot im Feld war Ralf Goral (Formel Opel), der mit 1:55481 als einziger unter zwei Minuten blieb. Der Sieg bei den Sportwagen ging nach richtiger Reifenwahl an Carsten Behrens, der mit seinem Chevron B16 auf 45742 Punkte kam. “ Ich bin überrascht und froh, dass ich den ersten Platz gemacht habe. Das Auto hat einen völlig neuen Motor. Deshalb war das oberste Gebot den Motor zu schonen. Der Motor läuft aber auch gut. Scheinbar hatte ich auch Glück, denn ich bin der einzige im Feld mit Regenreifen und habe mich auch nicht gedreht. Dadurch bin ich wohl sehr konstante Rundenzeiten gefahren. Da hatte mein Team ein gutes Händchen mit der Entscheidung“, freute sich der Sieger der Sportwagenwertung über den überraschenden Erfolg. Der zweite Platz ging an Wilfried Burghartz (Shrike P15) mit 46641 Punkten vor Sigi Koch (Royale Sports 2000S) mit 57875 Strafpunkten.

Carsten Behrens setzte auf die richtige Reifenwahl // Foto: Patrick Holzer

Bei nassen Bedingungen wurde die Startgruppe B auf die Reise geschickt. Bei den Tourenwagen holte sich Volker Neumann (Peugeot 106) mit 6111 Punkten den Sieg, gefolgt von Felix Vaillant (Renault R5 Alpine Turbo) mit 6627 Punkten. Platz drei belegte Bernd Hüther (Rover Mini) mit 7664 Punkten. Mit 10199 Punkten ging der Sieg bei den GT Fahrzeugen an Arnold Packbier (VW Scirocco 53). „Ich betreibe fast 60 Jahre schon Motorsport, aber so ein Wochenende habe ich selten erlebt. So viel Regen und Sturm . Aber es hat trotz den schwierigen Bedingungen sehr viel Spaß gemacht. Man muss sich eben auf die Situation einstellen. Auch bei solch nassen Bedingungen wie heute muss man an seinem persönlichen Limit fahren.  Es ist reine Gefühlssache und man braucht gerade bei so Bedingungen auch etwas Glück dabei“ , so ein zufriedener VW Scirocco Pilot. Den zweiten Platz eroberte sich im Regen Michael Heck (Porsche 924) mit 19128 Punkten. Rang drei ging an Werner Pfisterer (Alfa Romeo GTjunior mit 20651 Strafpunkten. Die schnellste Runde ließ sich Oliver Martin (Renault) notieren.

Das Podium der GT Wertung der Startgruppe B mit Sieger Arnold Packbier // Foto: Jürgen Holzer

Den abschließenden Wertungslauf der Gruppe C unter besseren Bedingungen gewann Kevin Berec (VW Golf 2) mit 2590 Punkten. Platz 2 für Hans Limpert (BMW 320 is) mit 3268 Punkten. Als Dritter durfte Dirk Jäger (Ford Escort) mit 4030 Punkten mit aufs Treppchen. Dirk Schweigler (Porsche 944 s2) war als einziger GT Pilot am Start und erzielte 7161 Punkte. Die schnellste Runde ging in diesem Wertungslauf an den amtierenden Champion Bruno Hügli (BMW 2002), der eine 2:23,180 erzielte. Das beste Punkteergebnis an diesem Wochenende erzielte BMW Pilot Joachim Holoch mit 1952 Strafpunkte, wobei man jedoch berücksichtigen muss, dass die nachfolgenden Startgruppen die weitaus schlechteren Bedingungen bei ihren Wertungsläufen hatten.

Nasse Bedingungen am Sonntagnachmittag mit heftigen Regenschauern für Volker Neumann // Foto: Patrick Holzer

Organisator Felix Vaillant war mit der Veranstaltung trotz widriger Wetterbedingungen zufrieden. „Mit der Veranstaltung können wir zufrieden sein. An die 160 Starter waren hier in Hockenheim. Proppenvoll war diesmal die Startgruppe der Formelfahrzeuge und Sportwagen. Im Vorfeld der Nennungen hatte ich schon Angst, dass ich einigen absagen müsse. Bei den Tourenwagen und GTs hätten es durchaus ein paar mehr sein können. Aber aufgrund des frühen Saisonbeginns und der momentanen wirtschaftlichen Lage dürfen wir dennoch zufrieden sein. Nur das Wetter hat noch Luft nach oben“, so das Fazit von Felix Vaillant.

Kevin Berec (VW Golf 2) siegte im Wertungslauf C // Foto: Patrick Holzer

Für die Pilotinnen und Piloten der VFV GLPpro geht es vom 13. bis 14. Mai in der Motorsport Arena Oschersleben beim Preis der Stadt Magdeburg mit dem zweiten Saisonlauf weiter.