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Dr.Klaus Nesbach feiert Doppelsieg - Hohenester baut Tabellenführung aus
Dr. Nesbach zieht der Viper die Zähne
Bei wechselhaften Wetterbedingungen startete die STT innerhalb des Top 10 Racing Weekend auf dem TT Circuit Assen. Hauptakteur des vierten Aktes der laufenden Saison war Dr. Klaus Nesbach im Stealth B6. In der ersten Sektion des Qualifying benötigte der Dänermarksieger 1.42,593 für die 4,255 km lange Runde. Eine Zeit die für Pertti Kuismanen (Chrylser Viper GTS-R) nicht zu knacken war.
 © Patrick Holzer
  Gegen Dr.Nesbach war Kuismanen diesmal chancenlos
Rolf Rummel stellte seinen Porsche 911 GT2 neben Willi Herold im Audi S2 in die zweite Startreihe. Eine Reihe dahinter kamen schon die ersten Vertreter der stark besetzten Zweiliterklasse. Tabellenleader Jürgen Hohenester im Audi TT hatte mit 0,764 Sekunden knapp die Oberhand vor dem schweizer Gaststarter Edy Kamm im ex-STW Opel Vectra behalten. Auch in der zweiten Sektion des Qualifyings war Dr. Nesbach nicht zu schlagen. Der Stealth B6 Pilot meißelte eine bomben Rundezeit in den Asphalt - 1.40,744 zeigte die Stoppuhr. Dem hatte Pertti Kuismanen nichts entgegen zu setzen. Mit knapp drei Sekunden Rückstand musste sich der Finne geschlagen geben. Jürgen Hohenester schnappte sich hinter Rolf Rummel den vierten Startplatz, während die dritte Startreihe wieder fest in Porschehand war. Michael Irmgartz holte sich ganz knapp vor Teamkollege Ulrich Becker die fünfte Startposition - Teamkollege Becker? Der dieses Jahr vom Glück nicht gerade begünstigte Becker musste sich kurzerhand beim STT Meister einmieten, da der M3 nicht rechtzeitig fertiggeworden war. Doch auch im unbekannten Porsche 964 RSR seinen Job bestens - wer hätte auch etwas anderes erwartet?

Pünktlich zum Start der STT kam die Sonne raus, die PS-Show konnte beginnen. Für den Audi 80 Turbo vom Team Sadlowski war das Rennen aber schon vor dem eigentlichen Start beendet. Der Audi blieb beim Start einfach stehen, Fehler unbekannt. "Wir hatten Probleme mit der Benzimpumpe, können aber nicht genau sagen was los war" so Sadlowski. Klaus Nesbach und Pertti Kuismanen schossen schon vor der Startlinie Seite an Seite durch die Schikane, wobei Nesbach das bessere Ende für sich hatte. Der Steatlh Pilot legte sich gleich richtig ins Zeig und machte Boden auf Verfolger Kuismanen gut. Auf dem dritten Platz lag Rolf Rummel. Doch Willi Herold hatte die Jagd auf den STT Rekordchampion bereits eröffnet. Mit Jürgen Hohenester folgte ein weiterer Audi. Der aktuelle Tabellenführer konnte für einen Moment auch erst einmal tief durchatmen, da Klassenkonkurrent Edy Kamm hinter Robert Egner (Audi A4 Turbo), Michael Irmgartz, Christoph Schlemm (Mercedes 190E) und Ulrich Becker auf den zehnten Gesamtplatz zurückgefallen war. Doch der schweizer STW Pilot kämpfte sich nach und nach nach vorne. In Runde fünf befand er sich hinter Michael Irmgartz, der zuvor schon Robert Egner überholt hatte. An der Spitze schien die Sache gelaufen, da Nesbach über einen klaren Vorsprung auf Kuismanen verfügte. Doch urplötzlich war die Viper wieder am Stealth dran. Was war passiert? Dr. Klaus Nesbach hatte zur Rennmitte das Tempo rausgenommen, als dann auch noch eine kurze Gelbphase kam, nutze Kuismanen diese Gelegenheit um aufzuschließen. Was nun kam, ließ die Zuschauer von ihren Sitzen schnellen. Die zwei GT-Piloten lieferten sich einen beinharten Zweikampf, denn keiner von Beiden wollte auf den Gesamtsieg verzichten. In Runde elf schnappte sich Kuismanen die Führung, während Nesbach durch die anstehenden Überrunden sogar leicht zurückfiel. Wer den Krefelder abgeschrieben hatte, der wurde nun aber Lügen gestraft. In klassischer Wild West Manier kam es zum Showdown kurz vor Zwölf, oder eher zwei Runden vor Schluss. Nesbach holte sich die Führung zurück und gab diese bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge nicht mehr ab. Hinter dem Zweitplatzierten Pertti Kuismanen hatte es Rolf Rummel geschafft Willi Herold in Schach zu halten. Zur Belohnung kletterte Rummel zum ersten Mal in dieser Saison aufs Treppchen. Hinter Rummel überquerte Michael Irmgartz die Ziellinie als Gesamtvierter.

Äußerst spannend gestaltet sich auch der Kampf um den Sieg in der Zweiliterklasse. Nachdem Kamm an Hohenester dran war, ließ dieser nicht mehr locker. In der letzten Runde schnappte Kamm dem Audi Piloten den Klassensieg vor der Nase weg. "Du kannst auch schreiben, der Fahrer hat gschlaf'n" gab Hohenester nach dem Rennen zu Protokoll. Dem Tempo der zwei Protagonisten konnten die übrigen Starter der stark besetzten Zweiliterklasse nicht folgen. Der dritte Platz ging ebenfalls an einen Gaststarter, Marc Roth im Toyota Corolla. Viel Pech hatte Joachim Bunkus, der kurz vor Rennende hinter Roth auf dem zehnten Platz lag. Eine Runde vor Schluss war ein Pleuel gerissen woraufhin Bunkus eine Runde vor Schluss die Box ansteuerte und so noch als elfter gewertet wurde. An der Box zeigte sich dann das ganze Unglück. Das Pleuel hatte ein Loch ins Motorgehäuse gerissen - schon wieder vorzeitig Schluss für die sympathische Truppe aus dem Norden Deutschlands.

Ein Dreher in der dritten Runde warf Helmut Maier im knallroten Spiess Golf weit zurück, ohne das Missgeschick wäre wohl als der sechzehnte Gesamtplatz mehr drin gewesen. Der Klassensieg ging aber auch so nach Passau, während Lothar Moll im Fiat Uno Klassenrang zwei einfuhr. Die weiteren Klassensiege gingen an Frank Schreiner (Porsche 996 GT3 Cup),  Robert Egner (Audi A4 Turbo) und Rüdiger Klos (Mercedes 190E Evo II).

Nicht nach Wunsch lief das Rennwochenende für René Snel, der dieses Jahr die ersten drei Saisonrennen geschäftlich bedingt auslassen musste. Er quälte sich das Wochenende mit Eletronikproblemen herum. Zum zweiten Rennen am Sonntag musste Snel die Corvette Z06 stehen lassen, da die Probleme, vermutlich im Kabelbaum, nicht behoben werden konnten.

Im zweiten Rennen ließ Nesbach nichts mehr anbrennen. An der Spitze kontrollierte der Stealth Pilot das Geschehen und machte schon in den ersten zwei Runden Sekunden auf Kuismanen gut. "Ich habe von Anfang an schnell einen Abstand herausgefahren. Die zweite Runde war auch gleiche meine Schnellste" so ein glücklicher Sieger. Für Kuismanen blieb so wieder der "nur" zweite Rang. 3:3 steht es jetzt im britisch amerikanischen Duell in punkto Gesamtsiege. Rolf Rummel wollte auch im zweiten Rennen seinen Podestplatz wiederholen, scheiterte aber schon in Runde drei, da sich eine Schraube am Rad gelöst hatte. Damit war der Weg für den schnellsten Audi S2 Deutschlands frei. Wie schon in Oschersleben schnitt Willi Herold durchs Feld, wie das bekannte Messer durch die warme Butter. In Runde drei lag der Eschauer schon auf dem dritten Platz, den er bis in Ziel nicht mehr abgeben sollte. Spannenden gestaltete sich der Kampf um Gesamtplatz vier bei dem es gleichzeitig um den Klassensieg bei den Zweilitern ging. Obwohl vom siebzehnten Startplatz aus ins Rennen gegangen, war Edy Kamm schon in Runde vier am Audi TT von Hohenester dran und eine Runde später sogar vorbei. Jürgen Hohenester ließ sich aber nicht abschütteln und erkämpfte sich eine Runde vor Schluss den vierten Platz zurück. Damit sammelte der Tabellenführer wertvolle Punkte, die ihm weiterhin den ersten Platz in der Meisterschaft bringen.

Auch die Kämpfe um die weiteren Positionen hatten es in sich. Michael Irmgartz musste sich mächtig anstrengen um den sechsten Gesamtplatz gegen Robert Egner zu verteidigen. In Runde fünf ging Egner sogar vorbei, doch ein Dreher warf den Audipilot wieder hinter den dreimaligen STT Meister zurück. Eine ähnliche Konstellation herrschte auch beim Kampf um die achte Position zwischen dem Sadlowski Audi und Ulrich Becker im Porsche 964 RSR. Zuerst lag hier der Audi in Front, musste dann aber in der neunten Runde Ulrich Becker vorbeilassen. Der Vorjahresdritte der STT sicherte sich so wieder den zweiten Klassenplatz hinter Michael Irmgartz bei den luftgekühlten GT's und konnte endlich einmal ein sorgloses Rennwochenende verleben.

Marc Roth im Toyota Corolla fuhr bei den Zweilitern erneut auf den dritten Klassenplatz  und hielt dabei auch den Sieger der Tourenwagenklasse bis 2,5 Liter, Christoph Schlemm im Mercedes 190E Evo II in Schach. Der Hildesheimer lag im Ziel 7,280 Sekunden vor Klassenkonkurrent Rüdiger Klos, der ebenfalls auf die bewährte DTM Technik mit dem Stern setzt. Schon die ganze Saison über liefern sich die zwei Mercedes Piloten packende Duelle, die bei Fans Erinnerungen an alte DTM Zeiten wecken. Die seit letztem Jahr eingeführte 2,5 Liter Klasse ist hierfür bestens geeignet und vielleicht finden sich noch weitere DTM Boliden um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.

Hinter Rüdiger Klos fuhr Frank Schreiner als 13. über die Ziellinie, der aber von einem Dreher von Wolfgang Fischer (BMW M3 E36) profitieren konnte. Der M3 Pilot hatte Frank Schreiner rundenlang am Heck geklebt, doch ein Dreher in Runde elf war Fischer zurück. Nach nur einer gezeiteten Trainingsrunden kämpfte sich Gerhard Zimpel bis auf den fünfzehnten Platz nach vorne. Gerade die Fahrzeuge der zwei Klassen unter zwei Liter Hubraum boten klasse Motorsport und sorgten für viel Abwechslung im Renngeschehen. Franz-Josef Fischer (Opel Astra) lieferte sich dabei ein rundelanges Duell mit  Lothar Moll im 1600 Fiat Uno. Mit ca. 0,3 Sekunden Abstand sorgten die Zwei für den knappsten Zieleinlauf des Rennens.

Ein Missgeschick der besonderen Art erlebte Jörg Lorenz. Der Porschepilot wollte in die Boxengasse einfahren als ein Formel Renault Fahrzeug die Zufahrt blockierte. Plötzlich legte der Fahrer noch den Rückwärtsgang ein und fuhr dem Porsche dp 935 über den Frontspoiler. Mit Wut im Bauch musste Lorenz das Rennen von ganz hinten aufnehmen, schnappte sich dabei aber Ralf Symanzick (Opel Astra), Hans de Leeuw (VW Golf) und Hans Dieter Chorus (Ford Focus). Hans de Leeuw, der bei seinem zweiten STT Auftritt richtig Spaß hatte, wohnt übrigens in nur 25 Kilometer Entfernung vom TT Circuit Assen und hatte somit die kürzeste Anreise.

Beste Meisterschaftschancen haben weiterhin Jürgen Hohenester und Pertti Kuismanen, doch auch Robert Egner lauert auf dem dritten Platz auf Fehler der Konkurrenz. Nach dem vierten Saisonlauf folgt jetzt die lange Sommerpause, die genügend Zeit bietet alle Blessuren zu beseitigen. Anfang Oktober beim RGB Saisonfinale auf dem Nürburgring wird sich zeigen, wer die rennlose Zeit am besten genutzt hat.

Text und Fotos: Patrick Holzer
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Artikel vom 23.07.2007

   
   

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