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Saisonauftakt beim Jim Clark Revival im badischen Hockenheim
Doppelerfolg für Kuismanen - STT brannte Feuerwerk ab
Gelungener hätte der erste Auftritt der Spezial-Tourenwagen-Trophy in dieser Saison kaum sein können. Bei der dritten Auflage des Jim Clark Revivals in Hockenheim boten die GTs und Tourenwagen vor großem Publikum eine beeindruckende Show. Da störte es auch wenig, dass im Vorfeld die eine oder andere Absage verkraftet werden musste. 
 © Patrick Holzer
  STT H&R Cup mit überzeugendem Debüt beim Jim Clark Revival
So starteten dennoch 32 Fahrzeuge zum freien Training am Samstagabend. Für viele Teilnehmer war es das erste Rollout nach der langen Winterpause. Schnellster Mann war Robert Wallenborn im Porsche 996 GT2, der mit einer Zeit von 1.44,197 nur einen Hauch schneller war als STT Rückkehrer Pertti Kuismanen (Chrysler Viper GTS-R), STT Meister von 1997 und 1998, der sich sehr darüber freut wieder in der STT zu starten.
Qualifying
Am Sonntagmorgen wurde es dann mit dem Qualifying richtig ernst. In der ersten Sektion schnappte sich Kuismanen vor Wallenborn die Pole, während Wallenborn in der zweiten Sektion mit einer Fabelzeit von 1.42,030 den Spieß umdrehen konnte. Kuismanen musste sich diesmal hinter dem Porsche 996 GT2 von Michael Schrey und Dr. Klaus Nesbach im Stealth B6 mit Startplatz vier begnügen. Ein Blick auf die Zeitenlisten ließ auf ein spannendes Rennen am Abend hoffen und die STT sollte diese Hoffnung sogar noch übertreffen, denn was die 28 Starter für ein Feuerwerk abrannten, war Motorsport erster Güte.
Rennen 1
Dreikampf um den Gesamtsieg – Highspeeddreher von Nesbach

Zu viert schossen Dr. Klaus Nesbach, Pertti Kuismanen, Michael Schrey und Robert Wallenborn nach der Startfreigabe auf die Nordkurve zu. Kuismanen gewann zwar den Start, wurde aber zu weit nach außen getragen, so dass Michael Schrey noch vorbeihuschen konnte. Dahinter folgten Rolf Rummel (Porsche 911 GT2), Lars Schönemann (Porsche 993 GT2) und Robert Römer (Porsche 996 GT3 Cup). Dennoch kam Kuismanen als Führender mit einer Sekunde Vorsprung auf Schrey aus der ersten Runde zurück. Die zwei Turbo Porsche von Wallenborn und Schrey verloren etwas an Boden. Dr. Klaus Nesbach, nach einem Dreher in Runde zwei auf Platz fünf zurückgefallen, kämpfte sich zuerst an Schönemann (Porsche 993 GT2) und dann an Rolf Rummel vorbei.
Der STT Rekordmeister konnte das hohe Tempo an der Spitze nicht mitgehen und musste sich mit Platz fünf hinter Nesbach begnügen. Eine Runde später hätte das Rennen für den Stealth Piloten ein böses Ende nehmen können. Bei Anfahrt Nordkurve versagte bei dem Stealth die Bremsen. Nur durch einen selbst provozierten Dreher konnte Nesbach den Einschlag verhindern. Damit war Nesbach aus dem Rennen, doch der Kampf um den Gesamtsieg ging weiter.
In Runde neun wechselte zum ersten Mal die Führung auf Robert Wallenborn über, der an Pertti Kuismanen vorbeigekommen war. In Runde zwölf lag die Viper wieder vorne und auch Schrey war am schwarzen GT2 von Wallenborn vorbeigehuscht. Die Zuschauer auf den Tribünen wurden von dem harten, aber fairen Duell an der Spitze gefesselt. Ein Dreher in der vorletzten Runde raubte dann Wallenborn jede Hoffnung auf den Sieg, der mit nur 0,974 Sekunden Vorsprung an Pertti Kuismanen ging. Schrey und Wallenborn durften ebenfalls mit auf das Podest und Champagner verspritzen. Mit Rolf Rummel, Lars Schönemann und Robert Römer folgten drei weitere Porsche.
Spannende Positionskämpfe im Mittelfeld
Doch nicht nur die Spitze war heiß umkämpft. Vor allem die Gruppe Christian Nowak (CN Cobra), Michael Irmgartz (Porsche 964 RSR), Michael Überall (Chevrolet Corvette C4) und Jürgen Hohenester (Audi TT) schenkten sich nichts. Ebenfalls spannend ging es zwischen Manfred Oesting im neuen BMW M3 E36, Joachim Bunkus (Triumph Dolomite) und Rüdiger Klos (Mercedes 190E) zu. Die Klassensiege sicherten sich Pertti Kuismanen, Robert Römer, Michael Irmgartz, Robert Egner (Audi A4 Turbo), Christoph Schlemm (Mercedes 190E), Jürgen Hohenester, Helmut Maier (VW Spiess Golf) und Christian Nowak (CN Cobra).
Rennen 2 Nach diesem heißen Auftakt konnten alle Teilnehmer über die Nacht erst wieder einmal abkühlen, doch schon um kurz vor neun hieß es erneut die Motoren starten. Sven Fisch hatte über Nacht den gelben Audi RS4 aus Stuttgart geholt, da sich beim neu aufgebauten Kadett die Zylinderkopfdichtung verabschiedet hatte. In dem Allradler durfte nun Petra Kolic ihre erste Rennerfahrung als einzige Dame im Feld sammeln. Enge Entscheidung an der Spitze Der von Pole gestartete Wallenborn büßte in der ersten Runde zwei Plätze ein. Die Führung hatte Michael Schrey vor Kuismanen übernommen und wie schon beim gestrigen Rennen entbrannte ein heißer Kampf um den Gesamtsieg. Dem Porschepiloten merkte man die im Supercup gewonnene Erfahrung an, denn Kuismanen kam vorerst nicht am Porsche 996 GT2 vorbei. In Runde vier ging Kuismanen aber dann doch vorbei. Die Zwei folgten dicht an dicht, wodurch Wallenborn und auch Nesbach näher kamen. Anfahrt Parabolika lag Wallenborn vor Schrey, doch beim Anbremsen kam dieser wieder vorbei. Auch Klaus Nesbach witterte seine Chance und versuchte in der Spitzkehre vorbeizukommen, wobei er den schwarzen GT2 leicht berührte. Nach 15 Runden hieß der Sieger erneut Pertti Kuismanen. Nur 0,960 Sekunden später wurde Michael Schrey wieder auf dem zweiten Gesamtrang abgewinkt. Wieder 0,5 Sekunden dahinter sorgte Robert Wallenborn für den selben Zieleinlauf wie schon im ersten Rennen. Klaus Nesbach verpasste um nur 0,4 Sekunden das Podest, gewann aber klar die Sonderklasse.
Überall spürt den Biss der Cobra

Wie schon im Rennen eins hatten sich Michael Irmgartz, Michael Überall, Jürgen Hohenester und Christian Nowak wieder gefunden. Die Gruppe führte zunächst Michael Überall in der C4 Corvette an, ehe die Verankerung des Lenkrads brach und der Corvette Pilot vorsichtshalber etwas Tempo rausnahm. Somit kam Christian Nowak in der wunderschön aufgebauten Cobra vorbei, während wenig später auch Hohenester in der Sachs die Corvette überholte. Michael Irmgartz, dem der zweite Gang fehlte, schnappte sich eine Runde später ebenfalls die Corvette. Nachdem aber klar war, dass das angebrochene Lenkrad kein Hindernis war, gab Michael Überall wieder richtig Gas. Zuerst war Hohenester, dann auch Vorjahresmeister Michael Irmgartz fällig. In Christian Nowaks Rückspiegel tauchte nun groß die Silhouette des orangenen Amerikaners auf. Doch es kam dann anders als gedacht, da bei der Cobra die Antriebswelle brach. Der dicht dahinter fahrende Michael Überall konnte nicht mehr ausweichen und krachte in den Vordermann.
Ulrich Becker mit Fabelzeit
Somit war der Weg für Michael Irmgartz frei, der hinter den Markenkollegen Rolf Rummel, Lars Schönemann und Robert Römer Gesamtposition acht belegte. Die Top 10 komplettierten Michael Überall und Jürgen Hohenester, der wieder die Zweiliterklasse gewann. Einen Platz dahinter der Tischner BMW M3, der die Tourenwagenklasse bis 3250 ccm gewann. Christoph Schlemm auf Gesamtposition zwölf siegte eine Klasse tiefer. Dabei profitierte der Mercedes Pilot aber auch vom Ausfall von Ulrich Becker in Rennen eins. Mit neuem Motor hatte der Vorjahresdritte im Zeittraining noch eine Wahnsinnszeit von 1.49 in den Asphalt gestampft.
Schnell unterwegs, dennoch nur Rang zwei für Zimpel
Gegen den starken Audi TT von Jürgen Hohenester, der S2 für die große Tourenwagenklasse wurde nicht rechtzeitig fertig, war kein Kraut gewachsen. Somit musste sich der Gruppe H Sprint Champion von 2005 hinter dem silbernen Audi anstellen. „Ich fuhr ein einsames Rennen, weiter nach vorne war nichts möglich, nach hinten konnte ich das Geschehen kontrollieren“ so der langjährige STT Teilnehmer. Klassenkonkurrent Joachim Bunkus kam zwar am Ende noch einmal heran und ließ sich auch nicht von einem Hinterachsenschaden bremsen. Kräftig qualmend drehte er damit sogar noch seine zweitschnellste Runde. „Für mich war natürlich schlecht, dass ich im zweiten Rennen von hinten heraus starten musste“ analysierte Joachim Bunkus. 
Gute Leistung der STT Neulinge
Gut schlugen sich auch die neuen Fahrer in der STT, von denen Petra Kolic und Jörg Lorenz ihr erstes Autorennen fuhren, während Wolfgang Fischer schon beim Garo Race auf dem Salzburgring erste Erfahrungen sammelte. Eine starke Vorstellung bot auch Robert Wallenborn, der gleich in seinem ersten STT Rennen auf Pole stand und gleich zweimal auf das Treppchen kletterte. Zweimal über Klassenplatz zwei konnte sich Mercedes Pilot Rüdiger Klos freuen. Tolle Show vor 33 500 Zuschauern Insgesamt bot die STT eine Show der Spitzenklasse, beigeisterte Zuschauer, Laola-Wellen in der Sachskurve und hauchdünne Entscheidungen, das macht Appetit auf mehr. Wer auf den Geschmack gekommen ist, dem bietet sich schon in zwei Wochen in Oschersleben die nächste Möglichkeit den PS Boliden der STT zuzuschauen. Patrick Holzer

 
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Artikel vom 01.05.2007

   
   

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