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Michael Steffny im Interview mit auto-rennsport.de

Histo-Cup - Exportschlager aus Österreich

Histo-Cup, ein Name der im österreichischen Motorsport längst zu einer gefragten Adresse geworden ist. Was vor 11 Jahren mit gerade einmal sieben Fahrern im Kleinen begonnen hatte, ist zur Vor- zeigeserie für den Alpenraum gereift. Nach den Young-Timern und BMW 325 Challenge wird die Fahrzeugpalette für dieses Jahr ein weiteres Mal erweitert. Erstmals wird die Formel Historic ausgeschrieben, die als
 © Patrick Holzer
 Feuer frei für 2008 - Gerhard Jörg mit seiner Corvette
"schnelle Gleichmäßigkeit" bei den Veranstaltungen in Melk, auf dem Salzburgring und dem Pannoniaring am Start sein wird. Die Formel-Serie richtet sich dabei an Formel Vau, Formel Ford und Formel 3 Fahrzeuge bis Baujahr 1988. Mit dabei ist unter anderem Joe Wollenpart, der viele Lotus Rennfahrzeuge von Jochen Rindt sein eigen nennen darf. Damit kehren zahlreiche der legendären Monoposto Rennwagen der 60er bis 80er Jahre auf die Rennstrecken zurück.

Bei den Histo-Cup Tourenwagen und GT's bis Baujahr 1981, die sich streng an das damalige Reglement richten müssen, wird wohl der Gesamtsieger der Saison 2007, Dieter Karl Anton im Alfa Romeo GTA, erneut zu den Favoriten zählen. Etwas "freier" geht es bei den Histo-Cup STW Fahrzeugen zu, die vor allem die ehemaligen Gruppe H und Gruppe 5 Fahrzeuge ansprechen sollen. So ist das Motortuning freigestellt, außerdem gibt es Toleranzen bei den Felgen, dem Gewicht und bei der Bodenfreiheit. Topfavorit ist hier Alfa Romeo GTV 6 Pilot Christian Schneider. Serienorganisator Michael Steffny wird im BMW 2002-16V wieder selbst in das Renngeschehen eingreifen. Bei den Young-Timern werden Erinnerungen an die heißen Tourenwagenschlachten der 90er Jahre wach. Ossi Jenwein im Porsche 964 RSR wird es gegen die große Konkurrenz sicher schwer haben seinen Meistertitel zu verteidigen. Mit Gerhard Jörg in seiner Chevrolet Corvette oder Roland Kofler mit einem ehemaligem DTM Mercedes, sowie den vielen 911er Porsche und BMW M3 erwartet den Vorjahresmeister ein hartes Stück Arbeit.
Erneut voll wird es in der BMW 325 Challenge, wo Dietmar Lackinger in der Gruppe A und Herbert Leitner jr. in der Gruppe N letztes Jahr die Titel einfahren konnten. Ein offenes Fahrerlager bietet nach den Rennen vielen Rennsportfans die Möglichkeit Fahrer und Fahrzeuge hautnah zu erleben.

auto-rennsport.de sprach vor der Saison mit Serienorganisator Michael Steffny

Der Chef in Front - Michael Steffny greift auch selbst ins Lenkrad

Der Histo-Cup hat sich in den letzten Jahren zur Vorzeigeserie für den österreichischen Rundstreckensport entwickelt. Hätten Sie vor 11 Jahren jemals daran gedacht, dass die Serie solch ein Erfolg werden könnte?
An den Erfolg glaubt man immer, sonst erreicht man nichts! Aber dass das ganze so einschlagen wird, haben wir uns damals sicher nicht gedacht.
Willi Rabl oder Karl Opptizhauser, Namen die für die Zeit der großen PS Boliden in Österreich stehen. Danach gab es lange Jahre nichts mehr vergleichbares im Rundstreckensport in Österreich. Mit den Young-Timern kehrten ab 2005 viele schöne Rennfahrzeuge wie BMW M3 DTM oder Porsche Turbo auf die Rundstrecke zurück. Auch hier die Frage, hätten Sie damit gerechnet, dass die Young-Timer so gut angenommen werden würde?
Ja. Wir wussten, dass die Young-Timer die Zukunft des österreichischen Motorsports sein werden, da es von diesen Fahrzeugen sehr viele gibt und bis zur Premiere der Young-Timer eher kein Betätigungsfeld gab.
Mit der BMW 325 Challenge ist Ihnen ein echter Coup gelungen. Wie kam es zu der Idee einen Markenpokal auf den 325er E30 Modellen auszurichten?
Eigentlich ist mein Sohn Georg daran schuld. Er wollte damals, als 17 Jähriger,  mit einem BMW 2002 beginnen. Das war zu teuer, daher wählten wir den Young-Timer BMW 325i. Die Saison 2005 verlief dann so gut, es kamen noch drei weitere 325er dazu. Das war die Geburt der Challenge, die dann gemeinsam mit Klaus Möst aus der Taufe gehoben wurde.  
Mittlerweile findet die Serie Nachahmer auch in anderen Ländern. Ärgert Sie das oder sehen Sie dies als Bestätigung ihrer Idee? Oder könnte in Zukunft auch eine Zusammenarbeit mit diesen Serien stattfinden, zum Beispiel eine Art „Europa-Finale“? 
Wenn man kopiert wird, ist das ein Zeichen, dass man offensichtlich etwas richtig gemacht hat. Wir haben bestes Einvernehmen mit dem deutschen Serienbetreiber und es wird tatsächlich ein „Länderspiel“ Deutschland : Österreich im November am Nürburgring geben!

Bunter Haufen - das Teilnehmerfeld

Wie bewerten Sie die Saison 2007?
War die bisher erfolgreichste seit dem Bestehen. Wir hatten ein tolles Fest zu unserem 10-Jahres Jubiläum am S-Ring im Mai 2007 mit über 200 historischen Teilnehmern..  
Die neue Saison steht kurz bevor. Welche Änderungen wird es gegenüber dem Vorjahr geben. Wie ist der Stand der Einschreibungen zum jetzigen Zeitpunkt?
Die Reglements bleiben nahezu unverändert. Das ist wichtig für die Stabilität und den Erfolg. Der Boom hält weiter an. Wir haben rund 40 neue Einschreibungen!
Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Motorsportsaison 2008?
Wir wollen in der Organisation noch professioneller werden und die Eigenveranstaltungen forcieren. Dort können wir noch mehr für unsere Fahrer und die Fans tun.
Neu wird dieses Jahr die Formel Historic sein. Wie ist die Resonanz darauf bisher? Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie hier?
Das haben wir schon lange vorgehabt, jetzt ist es Realität geworden. Wir werden im ersten Jahr so an die 15 bis 20 Formelfahrzeuge sehen. Besonders freut uns die Präsenz der Formel Vau und der Formel Ford.  
Sie starten selbst noch ab und an auf einem BMW im Histo-Cup. Wie verträgt sich das, der Rennfahrer und der Serienorganisator? Ist man als Organisator im Rennen schon einmal vorsichtiger, wenn es zum Zweikampf auf der Strecke kommt?
Letztes Jahr bin ich einige Rennen in der BMW Challenge mit meinem Rechtslenker gefahren, zwei davon konnte ich sogar gewinnen. Das ist richtig harter Motorsport und das ist natürlich neben dem Organisieren ein richtiger Stress, das hält jung! 2008 werde ich wieder verstärkt mit dem BMW 2002 16V in der STW an den Start gehen, die Challenge überlasse ich meinem Sohn Georg, der ist ja auch schon ganz schön schnell.

Heiße Motorsportaction ist im Histo-Cup immer garantiert

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen gutes Gelingen.

Patrick Holzer

   Zur Person
 Name: Michael Steffny
 Beruf: Unternehmensberater / Marketing
 Hobby: Motorsport
 Familie: verheiratet, zwei Söhne
 Karriere: Das gewünschte Ziel fast erreicht
 Erfolge: 2 x österreichischer Meister, 2 x Histo-Cup Gesamtsieger, Berg Vize-Europameister, 9-facher Laufsieger in der historische Tourenwagen EM
   Einsatzfahrzeug

Fahrzeug: BMW 2002
Motor: 2-Liter 16V Schnitzer
Leistung: 270 PS
Gewicht: 850 kg
Historie: 1992 auf einer neuen Rohkarossen aufgebaut, reines Rennfahrzeug
Besonderheiten: Der ist mir an Herz und Hintern gewachsen.

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Artikel vom 02.03.2008

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