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Rückblick - 35. AvD Oldtimer Grand Prix war ein voller Erfolg
Rennsportgeschichte und Nostalgie par excellence
Nach einem nebligen Freitag, die Sicht betrug teilweise unter 20 Meter, hatte der Wettergott mit den Organisatoren und Teilnehmern doch noch ein Einsehen und spendierte den Fans zwei sonnige Renntage. Den Verantwortlichen war es gelungen das Dreitagepro- gramm auf einen zweitägigen Zeitplan zurecht zu schnei- dern. So etwas haben wir hier in 35 Jahren noch nicht erlebt," so Johannes Hübner 
 © Patrick Holzer
 Rückblick auf den 35. AvD Oldtimer Grand Prix
vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Doch am Samstag Vormittag war dann die ganze Aufregung endlich vergessen. Über 650 historische Rennwagen, die in den verschiedensten Serien und Präsentationen über die Rennstrecke donnerten, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, das die 65 000 Zuschauer entlang der Grand Prix Strecke begeisterte.

Das älteste Rennfahrzeug am Start - der Miller 122 G.P. von Stepahn Rettenmaier

Neben den Rennen der historischen Formel 1, den Boliden des ORWELL SuperSports Cup und der Präsentation historischer Opel-Rennwagen mit vielen bekannten Fahrern sorgten zahlreiche weitere Oldtimer für eine Motorsporthistorie von über acht Jahrzehnten. Die Rennsportwagen bis 1940 erinnerten noch einmal an die legendäre Ära der Dreißiger Jahre, hier startete auch das älteste Fahrzeug der Veranstaltung, ein Miller 122 G.P. von Stephan Rettenmaier. Das Auto stammt aus dem Jahre 1922, 8 Zylinder mit 160PS sorgten für eine beachtliche Fahrleistungen um die 220 Km/h. Das Rennen der ältesten Oldies gewann Josef Rettenmaier (Maserati 6C). 

Ein weiterer Höhepunkt für die zahlreichen Fans war sicherlich der Lauf des DRM Revivals: ein Feld mit einer Vielfalt der Marken und Konzepte, das nicht nur die alten Fans aus alten DRM Zeiten begeistert haben dürfte. Der Frankfurter Timo Scheibner hatte mit seiner schwarzen Corvette die beste Zeit im Training herausgefahren und stand auf Pole. Das Rennen bestimmte aber unmittelbar nach dem Start ein anderer. Paul Singer (Porsche 935) übernahm die Führung und schien einem sicheren Sieg entgegenzufahren. Wenige Sekunden vor Schluss kam jedoch das Aus für ihn. Da auch Timo Scheibner beim Überrunden Probleme bekam, erbte Artur Haas, ebenfalls auf einer Corvette unterwegs, die Führung, die er bis zum Schluss gegen Christian Traber (BMW1 Procar) und Daniel Schrey ( Porsche 911Carrera ) verteidigte.

Ebenso spannend verliefen die beiden Rennen des ORWELL SuperSports Cup. Das Rennen am Samstag entschied Peter Hoffmann auf seinem McLaren M8F für sich. Die weiteren Podestränge gingen an John Grant (McLaren M8C/D) und den Portugiesen Miguel Amaral (McLaren M8D). Das zweite Rennen am Sonntag sah einen anderen Sieger, nachdem Peter Hoffmann, erneut in Führung liegend, in der sechsten Runde die Segel streichen musste. Den Sieg holte sich diesmal Richard Piper (McLaren M8F). Den britischen Dreifachtriumph machten John Burton (Chevron B26) und John Grant (McLaren M8C/D) perfekt.

Soundstärke pur - Der Orwell Supersports Cup begeistere die Zuschauer

Für so manchen Fan sind es die schönsten Rennwagen, die je gebaut wurden. Gemeint sind Sportwagen der 60iger und 70iger Jahre, gebaut für die klassischen Langstreckenrennen wie Le Mans, Daytona, Sebring, die Targa Florio oder die 1000 km auf dem Nürburgring. Es war die Blütezeit der Sportwagenrennen. Das Feld der World Sportscar Masters ließ diese Zeit wieder aufleben. Berühmte Namen standen Pate für die Benennung der verschiedenen Wertungsklassen; Namen wie der Neuseeländer Denny Hulme, 1967 Formel1 Weltmeister, oder Jo Siffert, Pedro Rodriguez, Jo Bonnier oder der als einziger noch lebende Namensgeber Henry Pescarolo, unter anderen vierfacher Le Mans Sieger. Stefano Rosina und Paul Knapfield im mächtigen 12 Zylinder Ferrari siegten in den beiden Rennen, in Addition beider Rennen siegte dann aber Leo Voyazides, der im Gegensatz zu Rosina und Knapfield konstant über beide Rennen gekommen war.

Wer sich für Tourenwagen bis 1965 interessiert, wurde bei der HTGT fündig. Die Limousinen bis 1965 sind Ahnen der Autos, die aktuell in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft eingesetzt werden. Seit 1984 sind die HTGT um den Roschmann-Cup und ihre Vorgängerserien ein Garant für ein breitgefächertes Feld dieser Fahrzeuge. Vom BMW 700 bis zum Ford Falcon, vom Volvo Amazon bis zum Alfa Romeo GTA sind alle Modelle vertreten, die bis 1965 Tourenwagen-Geschichte schrieben. Ein Ford Falcon war es dann, der sich in die Siegerliste eintragen konnte. Stephen Perry entschied die Gesamtwertung für sich, gefolgt von Reinhold Gröpper (Ford Mustang) und Dominik Roschmann (Alfa Romeo GTA).

Ein imposantes Feld - Tourenwagen der HTGT

Ein weiterer Augen- und Ohrenschmaus waren die 28 Fahrzeuge der historischen Formel 1 des Grand Prix Masters, darunter der Serenissima als ältestes Fahrzeug aus dem Jahre 1968, einst im Team des Grafen Volpi, aber nie in einem Formel-1-Weltmeisterschaftslauf gestartet. Joaquin Folch-Rusinol (E) gewann im McLaren M23-Ford vor Nico Bindels (LUX) in einem Hesketh 308C-Ford (1975) und Christophe d'Ansembourg (B). Der Belgier steuerte einen McLaren M26-Ford (1977). Das zweite Rennen sah den gleichen Sieger, dahinter platzierten sich Peter Wünsch (Wolf WR1) und John Crowson (Ensign MN177).

Nicht ganz so schnell, aber keinesfalls weniger faszinierend sind die Fahrzeuge der Historic Grand Prix Cars bis 1960. Mit viel Muskelkraft pilotierte Max Werner seinen Maserati 250F vor Rennprofi Frank Stippler zum Gesamtsieg. 

Den AvD Rheinland Pfalz Preis für GTS & HTG gewann gewann Georg Stummeyer auf einem Ford GT 40 P Mk I vor der Shelby Cobra von Stahl/Mathai, Rang drei ging an Marcus von Oyenhausen ( Jaguar E-Type). Die zeitlos schönen GT's boten Spitzensport wie damals zu Zeiten der großen Markenkämpfe in Le Mans.

Der Siegerpokal in der Formel Junior ging nach Italien. Emanuele Benedini (Brabham BT6) verwies seine Gegner in die Schranken und siegte im Gesamtergebnis vor dem Schweizer Urs Eberhardt (Lotus 27) und dessen Landsmann Christoph Burckhardt (Lotus 22).

Aufgereiht - FIA Lurani Trophy der Formel Junior

Nostalgie pur bei einem Schaustart nach Le Mans Manier, den die Racer  der zweisitzigen GTS und Rennwagen bis 1961 zeigten. Nachdem die Fahrer nach der Sprinteinlage wieder zu Atem gekommen waren, wurde das Feld hinter dem Führungsfahrzeuge wieder zusammengeführt und "erneut" gestartet. Daniel Maier aus München siegte im Maserati 300 S aus dem Jahr 1955.

100 Jahre Motorsport dokumentierten die Opel Rennfahrzeuge bei ihrer Fahrt über die Grand Prix Strecke. "Eine tolle Atmosphäre herrscht hier auf dem Nürburgring", so Hans Demant, Vorsitzender der Geschäftsführung von Opel am Steuer eines der ältesten Fahrzeuge, der zusammen mit seinen Fahrerkollegen die Fahrzeuge des Opel Werksmuseums präsentierte. Auch Vertreter des aktuellen Formel-1-Zirkus schauten vorbei. "Ich bin beeindruckt vom sehr guten technischen Zustand der Autos", lobte FIA-Formel-1-Cheftechniker Jo Bauer. Ebenfalls am Ring Gordon Coppuck, McLaren-Konstrukteur der 70er Jahre. Der inzwischen 70-jährige Coppuck war verantwortlich unter anderem für den McLaren M23, mit dem Emerson Fittipaldi und James Hunt Weltmeister wurden. Unter den Gästen weilte auch die britische Rennlegende David Piper. Für den neuen AvD Sportpräsidenten Volker Strycek blieb keine Zeit selbst ins Lenkrad zu greifen.

Drehte ebenfalls seine Ehrenrunde

Fazit- eine gelungene Veranstaltung, die von den Verantwortlichen gekonnt auf zwei Tage gekürzt wurde und die über 60 000 Fans an der Strecke begeisterte. Es machte Lust auf mehr, wer da war, wird wohl wieder kommen, wenn 2008 der 36. AvD Oldimer Grand Prix  über die Bühne gehen wird.

Patrick Holzer/Jürgen Holzer  Fotos: Patrick Holzer arp-foto

 
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Artikel vom 21.08.2007

   
   

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