Oehler ist DMV STGT-Meister: Grossmann und Kosohov siegen

Björn Grossmann (Ferrari 458 GT3) und Oleksandr Kosohov (Audi R8 LMS GT3 Evo II / Seyffarth Motorsport) sicherten sich beim Finale der DMV STGT auf dem Hockenheimring die Gesamtsiege. Trotz eines Schreckmoments im Qualifying holte sich Jürgen Oehler (Porsche 992 GT3 Cup) den Meistertitel.

Björn Grossmann schaut gerne bei den DMV Goodyear Racing Days vorbei. Schon Anfang des Jahres sicherte sich der Ferrari-Pilot in Oschersleben den Gesamtsieg. Das Kunststück wiederholte Grossmann nun einige Monate später auch in Hockenheim. Allerdings war es diesmal ein deutlich härteres Stück Arbeit, denn gleich vier Audi R8 LMS GT3 Evo II traten zum Finale an.

Zunächst behauptete Grossmann seinen ersten Startplatz gegenüber Oleksandr Kosohov und Martin Zander (Audi R8 LMS GT3 Evo II / équipe vitesse). Noch im Verlauf der ersten Runde schnappte sich Zander seinen Markenkollegen. Kurz darauf gingen die FCY-Schilder raus. Bei Grün reagierte Zander einen Tick schneller und übernahm die Führung.

Grossmann blieb allerdings dran und folgte dem R8 konstant im Windschatten. Im Überrundungsverkehr nutzte der Ferrari-Pilot seine Chance und ging auf Start und Ziel wieder an Zander vorbei. Der konnte nicht mehr folgen und musste Grossmann schließlich ziehen lassen. Mit 5,526 Sekunden Vorsprung sicherte sich Grossmann seinen zweiten Saisonsieg.

Erfolgreiches Debüt für Martin Zander in der DMV STGT // Foto: Patrick Holzer

Zander kann mit Platz zwei gut leben
Für Zander wurde es dahinter noch einmal eng, denn Pierre Lemmerz (Audi R8 LMS GT3 Evo II) kam immer näher. Am Ende rettete sich Zander knapp vor Lemmerz über die Ziellinie. „Das Rennen hat sehr viel Spaß gemacht. Es war ein schöner Fight mit dem Ferrari. Beim Überrunden hat er die bessere Linie gefunden und konnte wieder an mir vorbeigehen. Aber es wäre schwer gewesen, ihn zu halten. Das habe ich auch gemerkt und nur noch nach hinten abgesichert“, erklärte Zander, der sich zumindest den Sieg in der Cup R sicherte.

Lemmerz hatte beim Ende der Full-Course-Yellow-Phase seine Chance genutzt und war ebenso wie Horst Kespohl (Ferrari 296 GT3) an Kosohov vorbeigegangen. Der Ferrari blieb zunächst dran, musste gegen Rennende jedoch abreißen lassen. Lemmerz schloss dagegen noch zu Zander auf, doch für einen Angriff reichte die verbleibende Zeit nicht mehr. „Ich bin eigentlich sehr zufrieden. Das Auto war perfekt. Die Jungs hatten einen Top-Job gemacht. Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und bin auf der Geraden an Kosohov vorbeigegangen. Kespohl war dann hinten ein bisschen dran. Aber ihn konnte ich in Schach halten“, so Lemmerz.

Lange Rotphase in Rennen zwei
An der Spitze des diesmal stark besetzten STGT-Feldes hatte sich Martin Zander gerade leicht abgesetzt, als die roten Flaggen herauskamen. Nach einem Unfall in der ersten Kurve wurde das Rennen für mehr als zehn Minuten unterbrochen. Zuvor hatte leichter Nieselregen eingesetzt.

Eine Zeitstrafe warf Pierre Lemmertz auf Platz vier zurück // Foto: Patrick Holzer

Beim Restart mit noch knapp sieben Minuten Restfahrzeit reagierte Lemmerz am schnellsten aus der Spitzengruppe, überholte jedoch bereits vor der Safety-Car-Linie. Dafür erhielt der Audi-Pilot nachträglich eine 15-Sekunden-Zeitstrafe, die ihn auf Gesamtrang vier zurückwarf. Hellwach war dagegen Oleksandr Kosohov, der Zander regulär auf Start und Ziel überrumpelte. Der Ukrainer schnappte sich kurz darauf auch Lemmerz und holte den Gesamtsieg. Dahinter nutzte Zander einen Fehler von Lemmerz vor der Mercedes-Tribüne und sicherte sich Platz zwei.

„Ich habe das Ganze dann auch kontrolliert. Es war entspannt zu fahren. Das Auto lief wieder perfekt. Dann ist eben diese Rotphase gekommen. Da bin ich davon ausgegangen, dass es eine neue Startaufstellung gibt und der Erste auch wieder vorne steht. Das war nicht der Fall“, ärgerte sich Zander

Jay Mo Härtling mit zweifachem Klassensieg in der DMV STGT // Foto: Patrick Holzer

Jay Mo Härtling mit starkem Gaststart
Durch die Zeitstrafe für Lemmerz landete Jay Mo Härtling (Mercedes-AMG GT4) im zweiten Rennen noch auf dem starken dritten Gesamtplatz. Schon im ersten Durchgang war Härtling als Gesamtsechster ins Ziel gekommen und hatte die Cup 4 souverän vor Finn Niklas Wollnik (Audi R8 LMS GT4) und Matthias Hell (BMW M4 GT4 G82) gewonnen.

Auch im zweiten Rennen setzte sich Härtling gegen Wollnik und Hell durch. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben beide Rennen gut durchgebracht und unseren ersten Platz in der Klasse souverän gehalten. Ein großer Dank an die Jungs“, freute sich Härtling.

Jürgen Oehler macht den Titel perfekt
Für Titelfavorit Jürgen Oehler begann das Wochenende mit einem Schreckmoment. Nach einem Einschlag im Qualifying war der Porsche 992 GT3 Cup arg onduliert. „Irgendwas war auf der Strecke. Es war ein ordentlicher Schaden. Die Jungs haben über Nacht super Arbeit gemacht“, berichtete Oehler.

Große Freude bei Jürgen Oehler ((Mitte) über den Titelgewinn in der DMV STGT // Foto: Jürgen Holzer

Im ersten Rennen kämpfte sich Oehler schnell nach vorne, fing zuletzt noch Teamchef Ioannis Smyrlis (Porsche 992 GT3 Cup) ab und schnappte sich den entscheidenden Klassensieg in der Cup S. „Heute im Rennen lief das Auto quasi wie ein Neuwagen. Wir hatten sogar das Reifenset vom Unfall drauf. Das hatten wir gecheckt und es war noch in Ordnung. Im Rennen bin ich gut durchgekommen, sodass ich punkten konnte. Wenn nichts passiert, müsste ich nun auch die Gesamtmeisterschaft gewonnen haben“, zeigte sich Oehler zufrieden.

Auch im zweiten Durchgang behielt Oehler die Oberhand. Wie schon in Rennen eins fuhr der neue STGT-Champion vor Smyrlis und Philipp Pippig (Porsche 992 GT3 Cup) zum Klassensieg.

In der Cup TC konnte Thomas Leyherr (BMW M2 CS Racing) beide Rennen für sich entscheiden.

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