Zwei spektakuläre Rennen, ein Meisterschaftskampf bis zum Schluss und zwei beeindruckende Gaststarter: Beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring sicherte sich Luca Wieninger den ersten Meistertitel des Polo Cup Germany. Moritz Groneck und Jonathan Mogotsi gewannen die beiden Rennen, während Leon Arndt im letzten Lauf noch auf den dritten Meisterschaftsplatz vorrückte.
Mit einem ereignisreichen Wochenende auf dem Hockenheimring ist die Premierensaison des Polo Cup Germany zu Ende gegangen. Bei teilweise schwierigen Wetterbedingungen boten die beiden letzten Saisonrennen zahlreiche Positionskämpfe, überraschende Wendungen und eine bis zum Schluss spannende Titelentscheidung. Am Ende durfte Luca Wieninger (Max Kruse Racing) jubeln. Der junge Pilot sicherte sich den ersten Meistertitel der Nachwuchsserie vor Bradley Liebenberg (Georg Motorsport) und Leon Arndt (FAR Performance). Sportlich sorgten vor allem zwei Gaststarter für Aufsehen. Moritz Groneck (CV Performance X JP Motorsport) gewann am Freitag gleich bei seinem ersten Einsatz im Polo Cup Germany. Am Samstag setzte sich der Südafrikaner Jonathan Mogotsi im BDF Experts Mediacar durch, das von Mierschke Motorsport betreut wurde.
Starker Einstand des Tourenwagen-Junior-Cup-Meisters
Für die erste große Überraschung sorgte am Freitag Moritz Groneck. Der frisch gekürte Meister des ADAC Tourenwagen Junior Cups, der mit dem VW up! ausgetragen wird, fuhr bei seinem Debüt unmittelbar auf die Pole-Position. Das erste Rennen startete bei starkem Wind zunächst auf trockener Strecke. Allerdings kündigte sich bereits Regen an. Nach mehreren Zwischenfällen in der Anfangsphase, darunter ein Unfall von Hannes Kraus (a-workx Motorsport by KATANA Tools), musste der Lauf mit der roten Flagge unterbrochen werden. Der anschließend einsetzende leichte Regen machte die Reifenwahl zu einer zusätzlichen Herausforderung.
Nach dem Neustart entwickelte sich ein spannender Kampf um die Führung. Zunächst lag Franco Fahrbach (Max Kruse Racing) vorne, ehe Groneck einen kleinen Fehler seines Konkurrenten nutzte und die Spitze übernahm. Anschließend setzte sich der Gaststarter kontinuierlich ab und feierte nach 13 Runden einen souveränen Sieg mit knapp fünf Sekunden Vorsprung. Hinter ihm wurde Cedric Piro (team piro sports) Zweiter. Nach seinem Podium beim Saisonauftakt in Oschersleben kehrte er damit beim Finale auf das Siegerpodest zurück. Franco Fahrbach belegte den dritten Platz vor seinem Teamkollegen Luca Wieninger und Bradley Liebenberg.
„Das ist einfach großartig. Ich denke, dass das Team, alle Mechaniker und ich perfekt zusammengearbeitet haben“, freute sich Groneck über seinen Einstand. Auch Piro war nach einem schwierigen Wochenende erleichtert: „Ich hatte einen guten Start und konnte noch ein Überholmanöver machen. Am Ende sind wir mit Platz zwei sehr zufrieden. Das ist eine mega Erleichterung.“ Franco Fahrbach erklärte seinen dritten Platz mit der schwierigen Reifenphase nach dem Neustart: „Die Hinterreifen waren noch nicht richtig auf Temperatur. Dann sind die zwei anderen Jungs vorbeigekommen.“

Für Wieninger war der vierte Platz angesichts des engen Meisterschaftskampfs ein wichtiges Ergebnis. Liebenberg blieb zwar in Schlagdistanz, musste im letzten Rennen aber Boden gutmachen, um dem Tabellenführer den Titel noch streitig zu machen.
Schwierige Ausgangslage für die Titelkandidaten
Am Samstagmorgen verschärften sich die Bedingungen. Starker Wind, eine leicht feuchte Strecke und drohender Regen machten das zweite Qualifying zu einer schwierigen Angelegenheit.
Carlos Fahrbach (Max Kruse Racing) sicherte sich die Bestzeit vor Franco Fahrbach und Cedric Piro. Für die beiden führenden Titelanwärter verlief das Zeittraining dagegen enttäuschend. Bradley Liebenberg kam nicht über Startplatz acht hinaus, während Luca Wieninger sogar nur Rang 15 erreichte. Besonders bitter für beide Kontrahenten: Eine rote Flagge beendete das Qualifying ausgerechnet während ihrer schnellsten Runden.
Das letzte Saisonrennen versprach damit noch einmal reichlich Spannung. Schon unmittelbar nach dem Start ging es zur Sache. Während mehrere Rutscher und Kontakte in der Startkurve noch ohne Folgen blieben, kam es wenig später zu einem schweren Unfall zwischen Carl Collin und Marlon Di Salvo (CV Performance X JP Motorsport). Beide Fahrer blieben glücklicherweise unverletzt. Die Rennleitung unterbrach den Lauf mit der roten Flagge. Da der Abbruch noch während der ersten Runde erfolgt war, wurde für den anschließenden Neustart die ursprüngliche Startreihenfolge wiederhergestellt.
Spannender Meisterschaftskampf
Nach dem Neustart entwickelten sich intensive Zweikämpfe. Franco Fahrbach übernahm zunächst die Führung und versuchte, seine letzte Chance auf den Meistertitel zu nutzen. Doch ein Ausritt durch das Kiesbett in der Sachskurve warf den Piloten von Max Kruse Racing weit zurück. Damit war auch seine Hoffnung auf den Gesamtsieg praktisch dahin.

Währenddessen zeigte Luca Wieninger eine beeindruckende Aufholjagd. Vom 15. Startplatz arbeitete sich der Tabellenführer bereits in der Anfangsphase bis auf Rang acht nach vorne. Sein unmittelbarer Meisterschaftskonkurrent Bradley Liebenberg lag knapp vor ihm. An der Spitze übernahm zwischenzeitlich Leon Arndt die Führung, ehe sich erneut Moritz Groneck vorbeikämpfte. Der Sieger des Vortages schien zunächst auf dem Weg zu seinem zweiten Erfolg zu sein.
Jonathan Mogotsi gewinnt spektakulären Zweikampf
Jonathan Mogotsi, 2024 Meister des südafrikanischen Polo SupaCup und Werksfahrer von Volkswagen Südafrika, zeigte im von Mierschke Motorsport betreuten BDF Experts Mediacar eine beeindruckende Vorstellung. Nachdem sich Mogotsi zunächst durch das Feld gearbeitet hatte, schloss er wenige Minuten vor dem Ende zu Spitzenreiter Moritz Groneck auf. Zwischen den beiden Gaststartern entwickelte sich ein intensiver, aber sehr fairer Zweikampf um die Führung.
Die Entscheidung fiel schließlich vor der Mercedes-Tribüne. Groneck unterlief ein kleiner Fehler, den Mogotsi konsequent nutzte, um die Führung zu übernehmen. Der Südafrikaner ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen und gewann vor Groneck und Arndt.
„Das Rennen war absolut phänomenal. Für mich war es eine Ehre, mich mit den Fahrern des deutschen Polo Cup zu messen. Dass ich am Ende gewinnen konnte, war das Sahnehäubchen“, freute sich Mogotsi über seinen Gastauftritt. Auch Groneck zog trotz des knapp verpassten zweiten Sieges ein positives Fazit: „Es war trotzdem ein schönes Rennen und hat auf jeden Fall Spaß gemacht.“Leon Arndt zeigte sich mit Rang drei und dem dritten Meisterschaftsplatz ebenfalls zufrieden: „Am Anfang habe ich erst mal die Führung übernommen. Dann habe ich die beiden Gaststarter mit ihrer sehr guten Pace ziehen lassen. Es wäre unnötig gewesen, da einen Kampf anzufangen.“
Luca Wieninger krönt sich zum ersten Champion
Während an der Spitze um den Tagessieg gekämpft wurde, fiel dahinter die Entscheidung über die Meisterschaft. Luca Wieninger hatte sich nach seinem schwierigen Qualifying kontinuierlich nach vorne gearbeitet und lag in der entscheidenden Rennphase unmittelbar hinter Bradley Liebenberg.
Der Südafrikaner versuchte seinerseits, weitere Positionen gutzumachen, fand jedoch keinen Weg nach vorne. Schließlich überquerte Liebenberg die Ziellinie auf dem fünften Platz, unmittelbar vor Wieninger. Für den Tabellenführer reichte der sechste Rang, um den ersten Meistertitel des Polo Cup Germany perfekt zu machen.
„Ich glaube, ich habe es noch nicht ganz realisiert“, strahlte Wieninger nach dem Rennen. Dabei hatte er die Meisterschaftssituation in der Schlussphase genau im Blick: „Als ich hinter Brad war, wollte ich ihn gar nicht überholen. Das wäre unnötig gewesen. Ich wollte hinter ihm bleiben. Natürlich kommt dann Nervosität dazu, aber ich glaube, das haben wir zum Ende gut gemanagt.“
Auch Teamchef Benny Leuchter freute sich über den Erfolg von Max Kruse Racing: „Wir haben extrem viel mit den Jungs gearbeitet und uns von Rennwochenende zu Rennwochenende immer weiter verbessert. Ich glaube, wir sind jetzt verdient Meister.“ Besonders stolz war Leuchter auf die Entwicklung seiner Fahrer, die zu Saisonbeginn noch viel Arbeit vor sich gehabt hätten: „Wir waren in den letzten Rennwochenenden als Team sehr, sehr stark.“
Auch Leon Arndt hatte Grund zum Feiern. Der Pilot von FAR Performance sicherte sich mit seinem dritten Platz im letzten Rennen noch den dritten Rang der Meisterschaft. Er profitierte dabei auch vom Pech von Franco Fahrbach, der nach seinem Ausritt nur Neunter wurde.
Sophie Hofmann sichert sich die Ladies Trophy
Auch in der Damenwertung fiel beim Hockenheim-Finale die Entscheidung. Sophie Hofmann (team piro sports) sicherte sich den Gesamtsieg in der Ladies Trophy. Die Südafrikanerin Tyler Robinson, die ebenfalls noch Chancen auf den Titel gehabt hatte, konnte wegen schulischer Verpflichtungen nicht am Saisonfinale teilnehmen.
Motorsport trifft Polo-Community
Abseits der Rennstrecke gab es beim Saisonfinale ebenfalls einiges zu sehen. Der Polo Tuning Club war mit zahlreichen individuell gestalteten Polo-Modellen an der Hospitality des Polo Cup Germany im Fahrerlager vertreten. Den Abschluss des Wochenendes bildete die Meisterfeier am Samstagabend. Bei der „Night of Champions“ wurden die erfolgreichen Fahrer der Premierensaison geehrt sowie Pokale und Preise übergeben. Nach einer ersten Saison mit engen Zweikämpfen, spannenden Titelentscheidungen und einem starken Auftritt zahlreicher Nachwuchstalente verabschiedete sich der Polo Cup Germany damit in die Winterpause. Die Planungen für die Saison 2027 laufen bereits auf Hochtouren. Details werden in Kürze bekanntgegeben.






























