Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal ein Wertungslauf der VFv GLPpro auf der Nürburgring Nordschleife statt. Mit dabei waren Tobias Niederelz und Johannes Holl auf einem Porsche 924 2.0. Im folgenden erzählt Tobias Niederelz von diesem besonderen Erlebnis.
Meine ersten Erinnerungen an die Nordschleife waren alles andere als positiv. Als Jugendlicher durfte ich meinen Bruder, der damals Veedol-Langstreckenrennen auf einem Kadett E GSi bestritt, auf einer Touristenfahrt begleiten. Ehrlich gesagt endete diese erste Mitfahrt für meinen Magen nicht besonders gut. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich eines Tages selbst als Fahrer auf dieser legendären Strecke an den Start gehen würde.
Viele Jahre später ist genau dieser Traum Wirklichkeit geworden. Im Simulator bin ich die Nordschleife unzählige Male gefahren, habe virtuelle Rennen gewonnen und sogar einige Podiumsplätze gefeiert. Doch der erste reale Start auf der Nürburgring-Nordschleife ist etwas, das sich mit keiner Simulation vergleichen lässt. Die G-Kräfte, die dort entstehen, habe ich bislang nirgendwo anders erlebt – Wahnsinn! Hier wird einem körperlich und mental wirklich alles abverlangt.

Unser Einsatz war von Beginn an mit einem erfahrenen Mitfahrer geplant. Diese Zusammenarbeit hatten wir bereits in Schleiz erfolgreich getestet. Dort absolvierte Michael Schedler zwar nur das Training, dennoch funktionierte die Abstimmung hervorragend und führte anschließend zu zwei Klassensiegen in den Wertungsläufen.
Ein weiterer wichtiger Test folgte in Schleiz als Vorbereitung auf die Nordschleife im Rahmen der Langstrecke. Johannes Holl übernahm den Start in meinem Porsche 924 2.0, ich fuhr die zweite Rennhälfte. Auch dieses Zusammenspiel funktionierte auf Anhieb und wurde mit Platz drei bei den GT-Fahrzeugen belohnt. Damit gingen wir bestens vorbereitet in die Generalprobe beim VFV GLP Pro-Lauf auf der Nordschleife.
Den ersten einstündigen Wertungslauf absolvierte ich gemeinsam mit Michael Schedler. Bereits während der Einführungsrunde fanden wir schnell einen gemeinsamen Rhythmus. Michaels Erfahrung auf der Nordschleife, kombiniert mit meiner intensiven Vorbereitung im Simulator, ermöglichte es uns, sehr konstante Rundenzeiten um die 10:10 Minuten zu fahren. Genau diese Konstanz ist in der GLP entscheidend.

Im zweiten Wertungslauf übernahm Johannes Holl das Steuer – ebenfalls gemeinsam mit Michael Schedler. Für Johannes war die Nordschleife noch weitgehend Neuland. Nach vielen Jahren im Formelsport bedeutete der Wechsel in einen GT-Rennwagen auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt eine besondere Herausforderung. Gleichzeitig kamen ihm seine Wurzeln zugute: Seine ersten Motorsport-Erfahrungen sammelte er einst auf einem Transaxle-Porsche 944. Mit einer beeindruckend fehlerfreien Leistung fuhr er auf Anhieb auf den zweiten Platz.
Durch die Addition beider Wertungsläufe belegten wir schließlich ebenfalls Gesamtrang zwei. Ein Ergebnis, mit dem wir mehr als zufrieden sind. Für meinen ersten realen Start als Fahrer auf der Nordschleife hätte ich mir kaum einen besseren Einstand wünschen können.
Ein herzliches Dankeschön gilt Felix Vaillant und dem gesamten Organisationsteam für die hervorragende Veranstaltung. Ebenso danke ich Michael Schedler für seine Unterstützung und seine wertvolle Erfahrung auf der Nordschleife sowie Johannes Holl für die starke Teamleistung. Mein Dank gilt außerdem allen Helfern, Freunden, Sponsoren und Partnern, die dieses Wochenende möglich gemacht haben.
Nach diesem Wochenende steht für mich eines fest: Der Traum von der ersten Nordschleife ist erfüllt – und gleichzeitig ist die Begeisterung für diese einzigartige Strecke größer denn je. Wir kommen gerne wieder.


































