Schubert Motorsport holt zweiten BMW-Sieg in Folge

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Start frei für die 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy // Foto: Gruppe C Photography

Schubert Motorsport hat den dritten Lauf der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie gewonnen. In einem von Taktik und beeindruckenden Aufholjagden geprägten 4-Stunden-Rennen setzten sich Marco Wittmann, Philipp Eng und Robin Frijns im BMW M4 GT3 EVO bei Kaiserwetter gegen die versammelte GT3-Konkurrenz durch und bescherten dem Schubert-Team den vierten NLS-Gesamtsieg.

Das Podium komplettierten Ayhancan Güven und Matt Campbell für das Team Manthey auf dem zweiten Rang sowie Dennis Olsen, Frédéric Vervisch, Christopher Mies und Vincent Kolb im Ford Mustang GT3 von HRT Ford Racing auf Platz drei.Das Zeittraining 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy wurde zunächst von der Mercedes-AMG dominiert, als David Pittard für das Team KCMG mit einer Zeit von 7:52.393 Minuten die Pole-Position eroberten. In der ersten Startreihe nahmen daneben die späteren Sieger Aufstellung. Die drittschnellste Zeit fuhren Daniel Vazquez-Garcia, Fidel Leib und Michele di Martino im Audi R8 GT3 EVO II für das Team KKraemer Racing. Das Trio konnte aufgrund eines Problems nicht starten. Antal Zsigo, Moritz Kranz und David Jahn belegten im BMW M4 GT3 EVO von Gamota Racing Rang vier. Güven und Campbell im Manthey-Porsche hatten im Qualifying Pech mit Code-60-Phasen und mussten sich mit dem 16. Startplatz begnügen.

Das Rennen begann mit einem packenden Startduell, bei dem Pittard für KCMG zunächst die Führung behauptete, während sich dahinter die Konrad-Motorsport-Piloten Patricija Stalidzane, Christian Engelhart und Pavel Lefterov spektakulär auf die zweite Position schoben. Auch der Gamota-BMW zog zunächst an ihren Markenkollegen von Schubert Motorsport vorbei, die auf Rang vier zurückfielen. Über die Distanz von vier Stunden entwickelte sich ein strategisches Schachspiel, in dem Schubert durch fehlerfreie Boxenstopps und eine konstante Pace die Oberhand gewann. Währenddessen pflügten Güven und Campbell für Manthey durch das Feld und machten Position um Position gut, bis sie schließlich auf dem zweiten Rang ins Ziel einliefen. Den dritten Podestplatz sicherte sich das Ford Quartett. Auf Rang vier folgten die Pole-Sitter Kamui Kobayashi, Jesse Krohn, Edoardo Liberati und David Pittard. Pikant: Dem Quartett fehlten am Ende fast genau die 85 Sekunden auf die Spitze, die sich das Team für einen Geschwindigkeitsverstoß in einer Code-60-Phase als Strafe einhandelte.

Marco Wittmann, Philipp Eng und Robin Frijns (Schubert Motorsport) gewannen das Rennen im BMW M4 GT3 EVO // Foto: Jan Brucke/VLN

Sieger Eng war von dem Rennen begeistert: „Ich gehe grundsätzlich nie mit der festen Erwartung in ein Rennen, dass wir gewinnen werden. Natürlich hofft man darauf und wünscht es dem gesamten Team, aber heute hatten wir den Sieg nicht unbedingt auf dem Zettel. Obwohl das GT3-Feld zahlenmäßig etwas kleiner war, war die Qualität der Konkurrenz extrem hoch. Dass wir hier bei meinem ersten Nordschleifen-Einsatz seit fast zwei Jahren direkt gewinnen konnten, ist einfach extrem cool und hat riesigen Spaß gemacht.“ Auch der drittplatzierte Mies war zufrieden: „Es war einfach schön, wieder hier zu sein, und es hat riesigen Spaß gemacht – vor allem bei diesem Wetter und den vielen Fans an der Strecke. Ich habe nach zwei Jahren Nordschleifen-Pause die ersten Runden gedreht, da muss man sich erst einmal wieder einfinden. Es hat sich viel getan. Das war anfangs alles etwas ungewohnt für mich, hat aber letztlich sehr gut funktioniert. Ich bin wirklich froh: Mein letztes Rennen hier oben endete mit dem Sieg beim 24h-Rennen, und dass mein erster Einsatz seitdem direkt wieder mit einem Podium belohnt wird, macht mich sehr zufrieden.“ Güven reflektierte vor allem die Aufholjagd: „Ich denke, es war ein gutes Rennen. Heute Morgen im Qualifying hatten wir ein bisschen Pech mit Code-60-Phasen. Aber am Ende haben wir ein gutes Rennen gezeigt, gepaart mit einer guten Strategie. Zusammen mit Matt sind wir ein starkes Lineup und wir haben uns nach vorne gearbeitet. Das Überholen ist nicht immer so einfach, ich musste teilweise 20 Kilometer für die nächste Chance warten, aber für mich war die oberste Priorität, das Auto heile zu halten und Daten zu sammeln.“

Ein besonderes Highlight war die Leistung von Gamota Racing, die nicht nur den sechsten Gesamtrang belegten, sondern auch die Klasse SP9 PRO-AM souverän für sich entschieden. Moritz Kranz wurde von der Fahrer AG der ILN, der Rennleitung und den Kommentatoren für seine außergewöhnliche Leistung im ersten Stint als Fahrer des Rennens ausgezeichnet. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“, sagte er. „Als das Telefon geklingelt hat und mein Teamkollege sagte, Dirk Adorf sei dran, habe ich mir überlegt, was ich falsch gemacht habe. Umso mehr freue ich mich über diese besondere Auszeichnung.“

Sorg triumphiert bei Drama in der Cup 2

Abseits des Kampfes um den Gesamtsieg boten vor allem die Markenpokal-Klassen gewohnt packenden Motorsport, der das Bild an der Tabellenspitze maßgeblich prägt. In der Cup 2 (Porsche 911 GT3 Cup) unterstrich das SRS Team Sorg Rennsport seine Ambitionen: Patrik Grütter und Fabio Grosse feierten einen knappen Sieg und fuhren mit einer beeindruckenden Pace bis auf den zehnten Gesamtrang im Feld vor. Über weite Strecken hatten Tim Scheerbarth und Joshua Bednarski im Mühlner-Porsche die Klasse angeführt, ehe sie zwei Runden vor Schluss nach einer unverschuldeten Kollision die Segel streichen mussten.

Acht Fahrer an der Spitze der Tabelle

In der Cup 3 (Porsche 718 Cayman GT4 CS) triumphierte das Team Smyrlis Racing. Das Duo Oskar Sandberg und Alexander Fielenbach setzte sich in einem engen Schlagabtausch durch und wahrte mit dem erneuten Klassensieg ihre weiße Weste. Damit führen die beiden mit der Idealausbeute von 30 Punkten die Gesamtwertung der Serie an. Ebenfalls mit dem Punktemaximum liegen Edoardo Bugane, Sven Markert, Tim Lukas Müller und Yannick Fübrich (Adrenalin Motorsport Team Mainhattan Wheels) sowie Piet-Jan Ooms und Ionuc Catalin Timis (SRS Team Sorg Rennsport) auf Platz eins.

Der HWA EVO.R bestritt feierte eine gute Rennpremiere // Foto: Jan Brucke/VLN

Rennpremiere eines Exoten: Der HWA EVO.R

Besonderes Augenmerk lag zudem auf den beiden spektakulären HWA EVO.R in der Klasse SP-X. Das Trio Luca Ludwig, Jamie Green und Lance David Arnold (#62) brachte den Boliden nach einer soliden Leistung auf dem 18. Gesamtrang ins Ziel. Weniger Glück hatte das Schwesterauto mit der Startnummer 61: Für Evald Holstad, Christian Gebhardt und Sebastian Asch endete der Einsatz vorzeitig mit einem technischen Ausfall. Dennoch lieferten die Prototypen-ähnlichen Fahrzeuge einen spannenden Ausblick auf die technische Vielfalt am Nürburgring.

Vollgas in die Zukunft: Erster Schlagabtausch der Kart-Junioren

Der Saisonauftakt der NLS Jugend-Kart-Meisterschaft im Historischen Fahrerlager stand ganz im Zeichen des motorsportlichen Nachwuchses. In den sechs Altersklassen sicherten sich Leonie Heiermann (K1, MSC Altenbach), Ben Heiermann (K2, MSC Altenbach), Maxim Wagner (K3, MSF Steinfeld), Matteo Strauß (K4), Florian Rauhe (K5, MSC Adenau) und Florian Rehmann (K6, AMC Birkenfeld) die begehrten Siege im Parcours. Die abschließende Siegerehrung im Media Center des Nürburgrings bildete den würdigen Abschluss eines erfolgreichen Renntages für die Talente der Jahrgänge 2005 bis 2019.

In der NLS geht es Schlag auf Schlag weiter. Bereits am kommenden Wochenende (18.-19. April) markieren die beiden Rennen der ADAC 24h Nürburgring Qualifiers die Rennen vier und fünf der Saison 2026. Die nächste von der VLN ausgerichtete Veranstaltung ist die ADAC Eifel Trophy am 20. Juni.