PR CUP1: Mit rund 25.000 Euro in den Tourenwagensport

Bezahlbarer Tourenwagensport mit moderner Technik: Mit dem PR CUP1 startet 2027 eine neue Cup-Klasse innerhalb der DMV BMW Challenge. Zusätzlich gehen die CUP1-Fahrzeuge im 66-Minuten-Endurance-Rennen der DMV STGT an den Start. Das Konzept setzt auf einheitliche Technik, überschaubare Kosten und möglichst viel Fahrzeit.

Der Einstieg in den lizenzierten Rundstreckensport ist in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden. Welche Fahrzeugbasis ist sinnvoll? Was kostet der Aufbau? Und vor allem: Mit welchem Budget lässt sich eine komplette Saison bestreiten? Mit dem PR CUP1 wollen Romano Schultz und PR Motorsport auf genau diese Fragen konkrete Antworten geben.

Basis des neuen Cups ist der BMW 1er der Baureihen F20 und F21 aus den Baujahren 2011 bis 2016. Zum Einsatz kommt der 1,6-Liter-Turbomotor N13B16 mit rund 230 PS. Das technische Konzept ist bewusst klar gehalten: Eine definierte Teileliste, ein einheitlicher Ausbaustand und ein Einheitsreifen sollen verhindern, dass sich die Performance über immer neue Entwicklungsstufen oder teure Upgrades verschiebt.

„Der Fahrer entscheidet. Nicht das Budget“, lautet entsprechend das zentrale Versprechen des CUP1.

Rund 25.000 Euro für ein rennfertiges Auto

Besonders interessant sind die vom CUP1 genannten Kosten. Ein komplettes, rennfertiges Fahrzeug soll bei rund 25.000 Euro liegen. Eine Saison mit sechs Rennwochenenden in zwei Serien wird aktuell mit rund 15.000 Euro kalkuliert. Die Verantwortlichen betonen, dass es sich dabei nicht um theoretische Wunschwerte handelt, sondern um Zahlen aus der eigenen Saison, die dokumentiert und mit Belegen hinterlegt werden sollen.

Einsatzgebiet wird zunächst die DMV BMW Challenge und DMV STGT // Foto: Patrick Holzer

Auch beim Fahrzeug selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten. Teilnehmer können ihren BMW F20/F21 nach der vorgegebenen Teileliste selbst aufbauen oder den Komplettaufbau beispielsweise durch PR Motorsport durchführen lassen. Perspektivisch sollen zudem Mietfahrzeuge über verschiedene Teams zur Verfügung stehen.

Damit richtet sich der CUP1 nicht nur an ambitionierte Neueinsteiger. Durch die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu zweit einzusetzen, können sich Fahrer auch Anschaffung, Einsatz und laufende Kosten teilen.

Drei Rennen mit einem Auto

Der besondere Reiz des Konzepts liegt jedoch nicht ausschließlich bei den Kosten. An einem Rennwochenende soll ein CUP1-Fahrzeug gleich dreimal zum Einsatz kommen.

In der DMV BMW Challenge stehen zwei 30-minütige Sprintrennen auf dem Programm. Das Qualifying der BMW Challenge wird für den CUP1 übernommen. Zusätzlich geht es in der DMV STGT in das 66-minütige Endurance-Rennen. Dort ist ein Fahrerwechsel möglich.

Damit verbindet das Konzept Sprint- und Langstreckensport an einem Wochenende. Die beiden Wertungen – Sprint und Endurance – können sowohl alleine als auch zu zweit bestritten werden.

„Besonderer Reiz des Konzepts sind zwei eigenständige Meisterschaftswertungen“, erklärt Schultz. „Beide Wertungen können sowohl alleine als auch zu zweit auf einem Fahrzeug bestritten werden, wodurch sich Fahrer ein Auto und die Kosten teilen können.“

Die Technik bleibt dabei bewusst begrenzt. Eine Performance-Balance soll das Feld zusammenhalten, während Ausbaustufen, Werksteile und Upgrade-Pfade nicht vorgesehen sind. Wer schneller werden möchte, soll dies vor allem über seine fahrerische Leistung erreichen.

Sechs Rennwochenenden zum Auftakt

2027 konzentriert sich der PR CUP1 zunächst auf die sechs Rennwochenenden der DMV Goodyear Racing Days. Die Klasse wird dabei als eigenständige Cup-Wertung innerhalb der DMV BMW Challenge ausgeschrieben. Zusätzlich erfolgt der Start im 66-Minuten-Endurance-Rennen der DMV STGT.

Romano Schultz kann schon nach den ersten Einsätze Klassensiege vorweisen // Foto: Patrick Holzer

Langfristig haben die Verantwortlichen bereits ein weiteres Ziel im Blick: den Einsatz des CUP1 auf der Nürburgring-Nordschleife. Zunächst soll sich das Konzept jedoch auf den geplanten sechs Veranstaltungen etablieren.

Dass Interesse vorhanden ist, zeigte bereits die Reaktion auf die Bekanntgabe des Projekts. Nach Angaben der Verantwortlichen gingen innerhalb weniger Tage eine deutlich dreistellige Zahl an Nachrichten, E-Mails und Anrufen ein. Weitere Fahrzeuge befinden sich bereits im Aufbau beziehungsweise in der Planung.

Damit steht für den PR CUP1 zunächst eine entscheidende Aufgabe bevor: Aus dem Konzept muss ein entsprechend großes und konkurrenzfähiges Starterfeld entstehen. Die Voraussetzungen dafür wollen Schultz und sein Team mit einem bewusst einfachen Reglement, transparenten Kosten und möglichst viel Fahrzeit schaffen.

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