Mit Gesamtsiegen für Bennet Lehmann (M4 GT4 F82) und Christoph Driescher (M3 GTR) ging die Saison der DMV BMW Challenge auf dem Hockenheimring zu Ende. Besonders eng war es im zweiten Rennen, wo sich Driescher mit 0,562 Sekunden Vorsprung gegen Lehmann durchsetzte. In der GTR-Wertung machte Philipp Pippig nach einer starken Aufholjagd den Meistertitel perfekt.
Im ersten Rennen machte es Bennet Lehmann relativ deutlich. Dabei war der M4-Pilot erstmals auf dem Hockenheimring am Start. Gleich zu Beginn behauptete Lehmann seine Poleposition, während Christoph Driescher kurzzeitig hinter Eric van den Munckhof (M2 GTR) zurückfiel. Das spielte Lehmann in die Karten, zumal nach acht Runden die FCY-Schilder herauskamen und das Rennen unter Gelb beendet wurde. Am Ende siegte Lehmann mit 4,066 Sekunden Vorsprung.

„Im Rennen war ich anfangs etwas aufgeregt, da ich das erste Mal in der BMW Challenge auf Pole stand. Die Reifen hatte ich in der Formationsrunde schon schön warm bekommen und kam nach dem Start gut weg. Mit dem Full Course Yellow am Ende war es dann entspannt, den Sieg ins Ziel zu bringen“, berichtete Lehmann.
Enger Kampf um Platz zwei
Dahinter kämpfte Christoph Driescher, nachdem er van den Munckhof überholt hatte, mit Philipp Pippig (M4 GT4 F82) um Platz zwei. In der Parabolika kam der M3 leicht quer, woraufhin sich Pippig neben Driescher setzte. Doch beim Anbremsen der Spitzkehre löste sich die Motorhaube an Pippigs BMW, womit das packende Duell vorzeitig beendet war. „Durch den starken Sog vom M3 hatten sich die Halter der Motorhaube gelöst“, erklärte Pippig später.
Driescher brachte Rang zwei danach souverän ins Ziel. „Vorne konnte ich zu Bennet Lehmann ein bisschen nachfahren, aber er war hundert Meter zu weit weg. Von hinten hat Philipp Pippig Druck gemacht. Ich konnte ihn aber hinter mir lassen. Wir sind, glaub ich, beide am Limit gefahren“, berichtete Driescher.
Driescher siegt in Rennen zwei
Hochspannung bot der zweite Durchgang, wobei Lehmann zunächst das Startduell mit Driescher für sich entschied. Doch in Richtung Spitzkehre spielte Driescher die Power seines V8 aus und ging in Führung. Lehmann ließ nicht locker und startete in der folgenden Runde vor der Mercedes-Tribüne einen Angriff, den Driescher abblockte. Dahinter profitierte Erik Bänecke (M4 GT4 F82) von den Zweikämpfen und überrumpelte Lehmann in der Südkurve. Nach einer FCY-Phase verpasste Lehmann den Restart und fiel bis auf die sechste Position zurück.
In den verbliebenen 15 Minuten startete Lehmann eine starke Aufholjagd. In Runde sieben holte er sich Platz zwei zurück und schloss schnell zu Driescher auf. Der musste noch einmal alles aufbieten, um mit knappem Vorsprung die Ziellinie zu überqueren.
„Bennet und Erik waren ein paarmal sehr nahe dran. Aber ich habe ein sehr breites Auto und habe mich auch sehr breit gemacht, um vorne zu bleiben. Das Full Course Yellow hat mir ein bisschen in die Karten gespielt, weil dann der Druck kurzzeitig etwas draußen war“, fasste Driescher zusammen.
Trotz des knapp verpassten zweiten Sieges zeigte sich Lehmann begeistert: „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Es ist sicher eines meiner Highlights bisher. Das Rennen war unglaublich schnell, auch durch den Überrundungsverkehr. Bei der Full Course Yellow habe ich den Restart verpasst. Da musste ich ganz schön kämpfen.“
Pippig macht in Rennen zwei den Titel perfekt
Durch Pippigs Ausfall im ersten Durchgang war das Rennen um den GTR-Titel noch völlig offen. Hinter Driescher hatte sich Erik Bänecke im Kampf um Platz drei gegen Eric van den Munckhof und Ingo Baum (M4 GT4 G82) behauptet. Das brachte ihm in der voll besetzten GTR 1 Evo den zweiten Klassenrang ein.
„Es war seit langem das geilste Rennen. Ich erwischte einen Bombenstart. Der Überrundungsverkehr hat mir diesmal ein bisschen geholfen. Als ich an van den Munckhof vorbei war, hatte ich eine gute Pace und das Gefühl, eventuell noch auf Philipp Pippig und Christoph Driescher aufschließen zu können. Dann sah ich, dass Philipps Motorhaube hochgeflogen ist“, erzählte Bänecke.
Für Pippig war die Ausgangslage vor dem Finale klar: Volle Attacke, um noch an Teamkollege Bänecke vorbeizuziehen. Von ganz hinten kämpfte er sich durch das große Feld, wobei ihm die engen Positionskämpfe an der Spitze entgegenkamen. Vier Runden vor Schluss lag Pippig hinter Bänecke, den er einen Umlauf später knackte. Bänecke kämpfte zunehmend mit abbauenden Reifen und musste schließlich auch Marco Grimm vorbeiziehen lassen. Der hatte im M4 GT4 G82 eine starke Debütvorstellung abgeliefert und Rang vier belegt. Mit Platz zwei in der GTR 1 Evo brachte Pippig seinen Meistertitel unter Dach und Fach.
„Für mich war die Lage klar: Neue Reifen aufziehen und dann Sieg oder raus. Dank des Teams war das Auto auch mit Panzertape wieder relativ schnell gerichtet. Die kurze FCY-Phase hat uns zwar etwas ausgebremst, aber nicht aufgehalten. Danke an das Team und Erik, dass es überhaupt dazu kam, dass wir den Titel noch einfahren konnten. Aber auch Erik hätte ich den Titel gegönnt“, so Pippig.
Stark besetzte GTR-Klassen
An GTR-1-Sieger Christoph Driescher war kein Herankommen. Dafür war der Kampf um Platz zwei spannend, wobei sich Rückkehrer Sebastian Kühn (1M GTR) zweimal gegen Michael Neuhauser (E46 WTCC) durchsetzte.
In der GTR 2 musste Arnd Meier (320i ETCC 3.0) zunächst Thomas Leyherr (M2 CS Racing) überholen. Dabei gelang ihm in beiden Rennen der Sprung in die Top 10, obwohl er den Restart nach der FCY-Phase im zweiten Durchgang etwas verschlafen hatte. Die dritten Plätze in der GTR 2 gingen an Gerrit Spangenberg (M3 E46) und Timo Danz (M3 E46).
„Wir konnten beide Rennen ohne technische Probleme fahren. Da wir dieses Mal einen schwächeren Motor eingebaut hatten, mussten wir in der GTR 2 starten. Das Ergebnis in beiden Rennen war wie gewohnt dank des technisch überlegenen Fahrzeugs sehr gut“, befand Meier. Auch Leyherr war zufrieden: „Das Rennen war schon anstrengend. Ich hatte einen super Start und konnte meine Konkurrenten überholen. Einen musste ich leider vorbeilassen. Es war ein schönes, faires Rennen und hat viel Spaß gemacht.“
Die GTR 3 entschied Matthias Ulbrich (320i AVP) in beiden Rennen vor Christian Kautz (330i E46 GT) für sich. „Es hat alles super funktioniert. Das Rennen lief problemlos. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, meinte Ulbrich.
Umkämpfte Cup-Klassen
Die Siege in der Cup M teilten sich Niko Herpich und Niels Tröger, die sich am Steuer des BMW M2 Racing von Smyrlis Racing abwechselten. Dahinter belegten Timo Danz und Bernd Jamin (M240i RC) die weiteren Plätze in Rennen eins, während im zweiten Durchgang Jamin und Jürgen Grimm (M240i RC) aufs Podium fuhren.
In der Cup 3 feierte Kurt Strube jun. (325ti E46) am Freitag einen souveränen Klassensieg vor Patrick Neider (325i E90) und Hans-Peter Hartmann (325i E90). Am Samstag gab Marco Santamaria seine Premiere im 325i E90 und holte prompt vor Strube und Hartmann den Cup-3-Sieg.
Im mit 19 Teilnehmern stark besetzten 318ti Sprint Cup setzte sich am Freitag Moritz Terhar knapp gegen Jan Noller, Luca Savu und Marik Maak durch. Das zweite Rennen sah dagegen einen deutlichen Erfolg von Leo Geisler, der sich gegen Simon Gribbe und Maak durchsetzte.
„Direkt am Start konnte ich mir Platz zwei sichern und mich zusammen mit Jan Noller vom Feld absetzen. Acht Minuten vor Ende nutzte ich eine Überrundung, überholte Jan und sicherte mir den Klassensieg. Es war ein tolles Comeback, nachdem ich mich dieses Jahr auf die Nordschleife konzentriert hatte“, freute sich Terhar.