Philipp Pippig (M4 GT4 F82) verbuchte ein erfolgreiches Wochenende auf dem Lausitzring. Beim fünften Lauf zur DMV BMW Challenge sicherte er sich beide Rennsiege, im ersten Durchgang vor Ingo Baum (BMW M4 GT4 G82) und im zweiten vor Teamkollege Erik Bänecke (BMW M4 GT4 F82).
Was auf dem Papier einfach aussah, entpuppte sich in der Realität als deutlich schwieriger. Das lag im ersten Rennen vor allem an Ingo Baum, der zumindest in der DMV BMW Challenge erstmals hinter dem Steuer des M4 saß. In der zweiten Runde übernahm Baum zwischenzeitlich die Führung, doch bereits zu Beginn des nächsten Umlaufs holte sich Pippig die Position zurück. Richtig absetzen konnte sich der BMW-Pilot danach allerdings nicht, was auch an den Full-Course-Yellow-Phasen lag. Am Ende setzte sich Pippig mit einer Sekunde Vorsprung auf Baum knapp durch.
„Den Start hatte ich gewonnen. Aber es blieben zwei rote Ampeln an. Ich bin in der Kolonne gemütlich mitgefahren und auf einmal fuhr Ingo vorbei. Dann haben alle anderen auch nachgezogen, ich habe mitgezogen – im Wissen, dass der Start eigentlich abgebrochen war. Ich habe auch Gas gegeben und versucht, Ingo wieder schnell einzuholen“, beschrieb Pippig die Startsituation. Ingo Baum schilderte das Rennen aus seiner Sicht: „Ich bin super zufrieden. Ich habe den Start richtig gedeutet, also dass doch Grün war. Danach konnte ich an Philipp Pippig dranbleiben.“
Souveräner lief es dagegen im zweiten Durchgang, den Pippig mit 3,261 Sekunden Vorsprung als Start-Ziel-Sieg für sich entschied.
Bänecke zweimal auf dem Podium
Auch Erik Bänecke konnte mit seinem Wochenende insgesamt zufrieden sein. Im ersten Rennen hielt er zwischenzeitlich den Kontakt zum Führungsduo, im Ziel fehlten schließlich 4,775 Sekunden auf Baum. Nach einem starken Start von Christoph Driescher (BMW M3 V8) reihte sich Bänecke am Sonntag zunächst auf Platz drei ein. Als Driescher schließlich Probleme bekam, war für Bänecke der Weg zum zweiten Platz frei.

Starke Aufholjagd von Driescher
Ohne Trainingszeit musste Christoph Driescher das erste Rennen von ganz hinten in Angriff nehmen. Nach nur vier Runden lag der spektakuläre M3, der erstmals mit dem neu aufgebauten Motor unterwegs war, bereits an vierter Stelle. Zwar kam Driescher nicht mehr an Bänecke heran, konnte mit dem Ergebnis aber zufrieden sein. Die zweitschnellste Rundenzeit deutete an, was im zweiten Heat möglich sein würde. „Mir wäre es lieber gewesen, wenn es kein Full Course Yellow gegeben hätte, wodurch ich mehr Zeit gehabt hätte, an die Führenden heranzukommen. Überholen ist dann aber noch eine andere Geschichte. Aber ich bin zufrieden“, erzählte Driescher.
Den Eindruck vom Samstag bestätigte Driescher im zweiten Rennen sofort. Gleich in der ersten Runde übernahm er Rang zwei, dicht gefolgt von Bänecke und Baum. Danach war Driescher ganz dicht an Pippig dran und klebte dem M4 förmlich im Heck. Womöglich zu nahe, wie Driescher später zugeben musste. Der Motor bekam dadurch offenbar nicht genügend Kühlung. Kurz darauf wurde der M3-Pilot plötzlich langsamer und fiel zwischenzeitlich sogar hinter Teamkollege Baum auf Platz vier zurück. Am Ende reichte es noch vor Baum zum dritten Gesamtplatz.
Eine starke Aufholjagd legte auch Bennett Lehmann (BMW M4 GT4 F82) hin. Der BMW-Pilot wollte gerade an den beiden Bissig-Performance-BMW vorbeigehen, als sein M4 langsamer wurde. Am Ende rettete er sich gerade noch über den Zielstrich. „Im ersten Rennen hatten wir noch Probleme und konnten erst gar nicht raus. „Im ersten Rennen hatten wir noch Probleme und konnten erst gar nicht raus. Im zweiten Rennen mussten wir dadurch von ganz hinten starten. Ich bin dann schnell sehr gute Zeiten gefahren, bis ich an Baum und Driescher dran war. Mein Auto hatte sich aber überhitzt und das Getriebe sich verabschiedet. Ich bin dann zurückgefallen. Nach dem Abkühlen ging es weiter“, berichtete Lehmann.
Leutheuser gewinnt zweimal die GTR 2
Nachdem Arnd Meier bereits nach der Einführungsrunde seinen BMW 320i E46 abstellen musste, hatte Christian Leutheuser (BMW M240i GTR) bei seinem Comeback freie Bahn. Zwischenzeitlich lieferte er sich mit Cup-M-Sieger Eric Tobler (BMW M2 Racing), der sein Debüt im Cup-BMW gab, einen engen Positionskampf. Vor allem der erste Durchgang war zwischen den beiden BMW eng umkämpft, wobei Leutheuser als starker Gesamtfünfter mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Oberhand behielt. Eindeutiger war es dagegen am Sonntag, wo Leutheuser als Gesamtsechster vor Tobler abgewinkt wurde. Dahinter holte sich in beiden Rennen Sven Moormann (BMW M3 E46) den zweiten Platz in der GTR 2 Klasse.
„Es ist ein absolut tolles Gefühl, nach vier Jahren wieder ein Rennen zu fahren. Der M240i GTR läuft wunderbar, auch mit gebrauchtem Material. Ich bin die Zeiten gefahren, die ich fahren wollte“, freute sich Leutheuser über sein Comeback.
Lauth und Schiedeck in der GTR 3 vorne
Dirk Lauth (Mini R56) und Christian Kautz (BMW 330i E46 GT) sorgten im ersten Rennen für einen der engsten Zieleinläufe des Wochenendes. Gerade einmal 0,093 Sekunden lagen zwischen den beiden GTR-3-Piloten, nachdem Lauth drei Runden vor Schluss Kautz von Platz eins verdrängt hatte. Ebenfalls noch nahe dran war Matthias Schiedeck (BMW 325i E46 Turbo), der sich Platz drei sicherte.
„Im Laufe des Rennens kam ich an Christian ran. Nach der Full Course Yellow hatte ich an einer guten und günstigen Stelle für mich den besseren Start. Es war dann über mehrere Runden ein enges Rennen mit einem tollen Fight“, so Lauth. Kautz meinte zu seinem Rennen: „Nach der Code 60 ist er an mich rangekommen. Ich wollte ihn mir zurechtlegen und überholen, aber dadurch, dass ich um die GTR-3-Meisterschaft fahre, wollte ich nichts riskieren.“
Nachdem Kautz am Sonntag nicht antrat, sah es zunächst nach einem erneuten Erfolg für Lauth aus. Doch der Mini wurde ab Rennmitte langsamer, sodass sich diesmal Matthias Schiedeck den Sieg in der GTR 3 sicherte.
Hochspannung in den Cup-Klassen
In der Cup M war die Sache klar. Eric Tobler siegte zweimal vor Bernd Jamin (BMW M240i RC), während Romano Schultz in der Cup 3 die Qualitäten des neuen Cup One 1.6T mit zwei deutlichen Erfolgen unterstrich. Dabei war Schultz nicht nur in der diesmal gut besetzten Cup 3 stark unterwegs, sondern erreichte mit den Plätzen zehn und neun auch ein gutes Gesamtergebnis.
„Von der Performance des Autos sind wir hier in der BMW Challenge echt gut einsortiert. An dem Wochenende probierten wir mit Semislicks und Slicks. Das konnten wir jetzt perfekt auswerten. Ich freue mich schon, wenn wir nächstes Jahr mit dem Cup hier losfahren können“, erzählte Schultz.
Dahinter belegte im ersten Rennen Kurt Strube jun. (BMW 325ti E46) den zweiten Platz, während sich Marton Kurucz (BMW 325i E90) beim Kampf um Rang drei knapp gegen Björn Freier (BMW 325i E46) durchsetzte. Nachdem Rawad Younes seinen BMW 328i E36 im ersten Rennen bereits nach fünf Runden abstellen musste, holte er sich am Sonntag Rang zwei vor Freier.
Geisler fährt zum 318ti Sprint Cup Titel
Im 318ti Sprint Cup war Loris Scheider eine Klasse für sich. Souverän siegte der Sohn des zweimaligen DTM-Champions Timo Scheider am Samstag. Dahinter lieferten sich Jarno Wiese und Leo Geisler ein enges Duell, das Wiese mit 0,822 Sekunden Vorsprung für sich entschied. Zwar musste sich Geisler auch im zweiten Rennen Wiese beugen, doch der zweite Platz reichte am Ende zum vorzeitigen Meisterschaftsgewinn im 318ti Sprint Cup. Klassendritter wurde diesmal Marik Maak.
„Es war von Anfang an klar, dass ich einen zweiten Platz brauche, egal was mein Konkurrent macht. Gestern mussten wir das mit Platz drei noch verschieben. Aber heute hat es zum Rennende noch geklappt“, so Geisler.