Nach einem turbulenten Finale musste die Meisterschaftsentscheidung in der Porsche Club Historic Challenge (PCHC) am grünen Tisch fallen. Eine große Ölspur verhinderte die beiden letzten Saisonrennen, sodass die Qualifying-Ergebnisse vom Freitag über die Titelvergabe entschieden. Somit sicherte sich Uwe Hedderich (Cayman 718) den Jahres-Meistertitel.
Eigentlich war für das große Finale auf dem Nürburgring alles angerichtet. Neben Tabellenführer Uwe Hedderich hatten noch mehrere Piloten Chancen auf den Meistertitel. Auch in den Klassen waren noch nicht alle Platzierungen entschieden. Doch ausgerechnet vor dem ersten Rennen am Samstagvormittag durchkreuzte eine riesige Ölspur, die ein Teilnehmer einer anderen Serie hinterlassen hatte, alle Hoffnungen auf ein spannendes Saisonfinale. Aufgrund der Nässe breitete sich die Ölspur weiter aus, sodass Spezialfahrzeuge zur Beseitigung benötigt wurden. Die Arbeiten dauerten bis in den späten Nachmittag hinein. Schließlich strich der Veranstalter beide PCHC-Rennen.

„Eine solche Situation habe ich in 30 Jahren Motorsport noch nicht erlebt, weder als Fahrer noch als Organisator. Gerade bei einem Saisonfinale, bei dem sich in mehreren Klassen noch alles verschieben kann, ist das eine Vollkatastrophe“, erklärte PCHC-Organisator Gerhard Haag. „Die Zeit bis zum ersten Abbruch um 12 Uhr war extrem nervenaufreibend. Wir standen bei Wind und Regen im Vorstart und hofften alle, noch fahren zu können“, ergänzte Haag.
Nun war Umdenken angesagt. Für eine faire und protestsichere Wertung wurden die beiden Qualifyings vom Freitag herangezogen. Hier hatte Uwe Hedderich die Klasse 4 zweimal deutlich angeführt, was ihm letztendlich auch den Titel bringen sollte. „Ich habe mich als Neueinsteiger das gesamte Jahr über kontinuierlich gesteigert. Am Anfang der Saison tat ich mich mit dem Auto noch etwas schwerer. Aber ich lernte mein Auto immer besser kennen. Dass es am Ende zum Titel reichte, ist natürlich ein schöner Abschluss“, so Hedderich.
Vizemeisterschaft für Ioannis Smyrlis
Dahinter musste sich Ioannis Smyrlis (911 (992) GT3 Cup) nach einer starken Saison mit der Vizemeisterschaft zufriedengeben. In der wieder sehr stark besetzten Klasse 9 reichten seine Quali-Zeiten in der Klassenwertung nur zu den Plätzen vier und drei. Hier hatten Günther Kraus und Jürgen Oehler die Bestzeiten eingestrichen. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass wir heute keine Rennen mehr fahren konnten. Dadurch hatte ich keine Möglichkeit mehr mein Ergebnis zu verbessern. Schade für mich. Aber ich kann es nicht ändern. Zumindest bleibt mir die Vizemeisterschaft“, befand Smyrlis.
Meisterschaftsdritter wurde Udo Schwarz (911 (991) GT3 Cup), der sich in beiden Qualifyings vor Klassenkontrahent Richard Theurer platzierte. Damit entschied Schwarz auch die Klasse 7 für sich.
Der Titel in der Klasse 6 ging an Heiner Immig, der sich in der Eifel im ersten Quali-Durchgang den ersten Platz gesichert hatte. Im zweiten Zeittraining drehte Rudolf Schulte (beide 997 GT3 Cup) zwar den Spieß um, kam aber in der Meisterschaft nicht mehr vorbei. Dagegen war Patrick Hannig (911 (991) GT3 Cup) in der Klasse 8 einmal mehr eine Klasse für sich. Das brachte ihm am Ende auch den souveränen Titelgewinn. Sieger der Klasse 10 wurde Pablo Briones (911 (992) GT3 R), der in der Endabrechnung vor Teamkollege Klaus Horn sowie Heinz-Bert Wolters (beide 911 (991) GT3 R) landete. Beim Finale hatte der sympathische Chilene die Plätze drei und vier belegt.
An den zweimaligen Pole-Sitter Ulrich Becker (911 (911) GT3 R) war indes kein Herankommen. Der Marler hätte, wie PCHC-Organisator Gerhard Haag betonte, auch beste Titelchancen gehabt, wenn er sich denn in die PCHC Jahres-Meisterschaft eingeschrieben hätte.
Trotz allem überwog am Ende eine sportlich spannende Saison, die schon jetzt Vorfreude auf das kommende Jahr macht.