Atemberaubende Hitzeschlacht, fahrerische Meisterleistungen und ein dramatisches Meisterschafts-Beben: Das erste Auslands-Highlight des Polo Cup Germany powered by German eFuel One auf dem belgischen Circuit Zolder bot alles, was das Motorsport-Herz begehrt. Bei extremen Bedingungen von bis zu 35 Grad Celsius feierte die Serie eine Premiere mit einem spektakulären Sonderformat.
Um den Ausfall des Hockenheim-Auftakts zu kompensieren, wurden in Zolder erstmals drei eigenständige Zeittrainings und drei eigenständige Rennen an einem einzigen Wochenende gefahren, ein physischer und mentaler Härtetest für das starke Starterfeld von 20 Fahrzeugen. Pünktlich zur Saisonhalbzeit führte das intensive Wochenende zu einer dramatischen Wachablösung an der Tabellenspitze.
Rennen 1: Wieninger triumphiert nach turbulentem Start
Schon im ersten Qualifying setzte Luca Wieninger (Max Kruse Racing) mit einer dominanten Fabelzeit und der Pole-Position ein dickes Ausrufezeichen. Der Start zum ersten Lauf verlief dann hochdramatisch: Im dichten Getümmel der ersten Kurve schied Cedric Piro nach einer Kollision aus und rief das Safety-Car auf den Plan. Noch unter Gelb erhielt der zweitplatzierte Franco Fahrbach eine bittere 5-Sekunden-Strafe wegen einer nichtkorrekten Startposition.
Beim Restart setzte sich Wieninger ab und feierte trotz enormen Drucks von Leon Arndt (FAR Performance) einen verdienten Start-Ziel-Sieg. Durch Fahrbachs Strafe erbte der Südafrikaner Bradley Liebenberg den dritten Platz auf dem Podium. Meisterschaftsleader Julian Konrad betrieb nach einem durchwachsenen Qusalifying mit Platz sechs wichtige Schadensbegrenzung.
Luca Wieninger (Sieger): „Das Rennen war von Anfang an extrem heiß. Ich musste mich am Start und nach dem Safety-Car gegen Leon und Franco verteidigen. Das ist uns perfekt gelungen. Danach habe ich die Lücke kontrolliert und den Sieg sicher ins Ziel gebracht.“
Leon Arndt (Platz 2): „Es war ein sehr hartes Rennen, aber ich hatte einen super Start und konnte direkt an Franco vorbeigehen. Es war ultra heiß im Auto und ich habe bis zur letzten Sekunde gekämpft, um noch irgendwie an Luca ranzukommen. Das hat riesigen Spaß gemacht!“
Bradley Liebenberg (Platz 3): „Es war unheimlich schwieriges Rennen – viel heißer, als wir es hier in Europa gewohnt sind. In Südafrika haben die Autos Wassersprühsysteme für die Kühler, das war hier echte Knochenarbeit. Die Punkte für Platz drei durch die Strafe vor mir nehme ich natürlich gerne mit.“
Rennen 2: Liebenberg siegt im packenden Sekunden-Duell
Im zweiten Qualifying schlug Franco Fahrbach mit der Pole-Position zurück, verlor die Führung im Rennen aber direkt beim Start an Bradley Liebenberg, der in Kurve eins volles Risiko ging. Über die gesamte Distanz entwickelte sich ein packender Zweikampf, den der erfahrene Südafrikaner hauchdünn mit 0,455 Sekunden Vorsprung vor Fahrbach für sich entschied. Max-Kruse-Racing-Pilot Luca Wieninger komplettierte das Podium als Dritter, nachdem er trotz einer Berührung mit einem Reifenstapel und beschädigtem Kotflügel den heranstürmenden Leon Arndt erfolgreich abwehren konnte.
Der Meisterschaftskampf wurde in diesem Lauf völlig auf den Kopf gestellt: Tabellenführer Julian Konrad schied nach einem Fahrfehler bereits in Runde eins vorzeitig aus und auch Mike Müller fiel mit einem Reifenschaden hoffnungslos zurück. Tyler Robinson als zwischenzeitlich beste Dame wurde auf einem starken siebten Platz liegend durch einen technischen Defekt gestoppt. Beste weibliche Starterin wurde Sophie Hofmann auf Rang zehn.

Bradley Liebenberg (Sieger): „Ich wusste bei dieser Hitze: Wer aus Kurve eins führt, gewinnt das Rennen, weil das Hinterherfahren extrem schwer ist. Also habe ich beim Start alles riskiert und voll reingehalten. Danach ging es nur noch darum, die Temperaturen des Autos zu managen.“
Franco Fahrbach (Platz 2): „Mein Start war eigentlich gut, aber Bradley hat in Kurve eins extrem reingestochen. Ich bin da lieber auf Nummer sicher gegangen. Ich konnte das ganze Rennen über dicht an ihm dranbleiben, aber Überholen ist hier verdammt schwer. Trotzdem bin ich mit P2 superzufrieden.“
Luca Wieninger (Platz 3): „Aus Teamsicht war der Start nicht optimal, da Franco die Führung verloren hat. Ich habe dahinter alles gegeben, um Druck zu machen, habe dann aber leider einen Reifenstapel touchiert. Der Kotflügelschaden hat uns etwas Performance gekostet, aber ich bin froh, dass ich Platz drei noch ins Ziel retten konnte.“
Rennen 3: Startdrama und furiose Aufholjagden im Finale
Bradley Liebenberg untermauerte seine Topform mit der Pole-Position für das Finale. Dahinter herrschte Hochspannung: Julian Konrad konnte nach einer langwierigen Unfallreparatur erst ganz spät ins Qualifying eingreifen und musste das Rennen ebenso wie die vom Pech verfolgte Tyler Robinson von ganz hinten aufrollen.
Direkt nach dem Start kam es zum teaminternen Drama bei Max Kruse Racing, als sich Wieninger und Fahrbach in der ersten Kurve berührten, wodurch Wieninger weit zurückfiel. Liebenberg nutzte die freie Bahn an der Spitze für einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor dem konstant starken Leon Arndt und Franco Fahrbach.
Die Sensation des Rennens lieferte jedoch Julian Konrad: Vom 18. Platz gestartet, stürmte der Sinziger mit perfektem Reifenmanagement bis auf den sechsten Rang vor und hielt seine Titelchancen am Leben. Auch Luca Wieninger zeigte eine beeindruckende Aufholjagd und kämpfte sich in der letzten Runde noch auf Platz sieben vor. Beste Dame wurde Sophie Hofmann auf Rang 16.
Bradley Liebenberg (Sieger): „Was für ein perfektes Finale! Nach dem Startschlamassel hinter mir hatte ich freie Bahn und konnte das Rennen von vorne diktieren. Das Auto lief fantastisch und der Start-Ziel-Sieg ist die Krönung dieses unglaublichen Wochenendes.
Leon Arndt (Platz 2): „Ich konnte den Startkorridor optimal ausnutzen und mich direkt auf Platz zwei festsetzen. Bradley war heute einfach unschlagbar, aber P2 nach diesem harten Kampf fühlt sich fantastisch an. Drei absolut konstante Rennen in den Top 4 – das war genau unser Ziel.“
Franco Fahrbach (Platz 3): „Der Start war turbulent und die Berührung in Kurve eins mit Luca natürlich alles andere als optimal. Zum Glück konnte ich die Situation retten und mich auf Rang drei behaupten. Danach war es ein extrem hartes Rennen gegen Mike Müller, der von hinten unheimlich gedrückt hat. Bei der Hitze den dritten Platz zu verteidigen, war echte Knochenarbeit, aber ich bin froh über das Podium.“
Starke Gaststarter bereicherten das Feld
Ein weiterer Höhepunkt des Zolder-Wochenendes war das Antreten hochkarätiger Gaststarter aus der Benelux-Region. Diese Starts boten einen ersten exklusiven Ausblick auf die für das kommende Jahr geplante Kooperation mit dem neuen, für 2027 initiierten Polo Cup Benelux. Laurents de Wit demonstrierte dabei fahrerische Klasse auf hohem Niveau und platzierte sich in allen drei Wertungsläufen konstant in den Top 10 (Plätze 8, 6 und 10). Auch Fabian Schonhooven, der für das renommierte Team Molkenboer Autosport antrat, überzeugte mit einer starken Performance.
Im ersten Rennen kämpfte er sich mit präzisen Überholmanövern bis auf den neunten Rang vor. Nach einem Ausfall aufgrund eines Folgeschadens eines Ausrittes im zweiten Lauf meldete er sich im Finale eindrucksvoll zurück und wiederholte dieses starke Ergebnis mit einem weiteren neunten Platz.
Das Team Molkenboer Autosport – sonst in internationalen Serien wie der TCR und GT4 aktiv – gehört zu den treibenden Kräften hinter der Etablierung der neuen Benelux-Serie. Obwohl beide Gaststarter reglementsbedingt keine Meisterschaftspunkte erhielten, werteten sie das sportliche Niveau des Feldes maßgeblich auf.
Spannungs-Garantie zur Saisonhalbzeit
Das Wochenende in Zolder sorgt pünktlich zur Saisonhalbzeit für eine dramatische Wachablösung. Mit zwei Siegen und einem dritten Platz krönt sich Bradley Liebenberg (313 Punkte) zum neuen Halbzeitmeister. Der Südafrikaner führt die Tabelle nun vor den Max-Kruse-Racing-Piloten Franco Fahrbach (286 Punkte) und Luca Wieninger (278 Punkte) an.
Leon Arndt lauermit mit 273 Punkten auf Rang vier, während der bisherige Meisterschafts-Dominator Julian Konrad (265 Punkte) nach seinem rabenschwarzen Wochenende auf Platz fünf abrutscht, durch seine spektakuläre Schadensbegrenzung im Finale jedoch weiterhin voll im Titelrennen bleibt.
Thorsten Willems, Serienorganisator des Polo Cup Germany:
„Zolder war fahrerisch und materialtechnisch die erwartet harte Nuss, aber was unsere Teams und Fahrer hier bei 35 Grad abgeliefert haben, war absoluter Spitzen-Motorsport. Das neue Dreifach-Format hat pünktlich zur Saisonhalbzeit für maximale Spannung gesorgt, aber auch die Herausforderung auf die Spitze getrieben. Die Meisterschaft ist nun extrem eng zusammengerückt. Dass wir in Zolder ein stark besetztes Feld von 20 Autos präsentieren konnten und das Interesse auch aus den Benelux-Staaten so enorm wächst, macht uns stolz. Wir blicken voller Vorfreude auf die zweite Saisonhälfte.“
Nach der Sommerpause geht es vom 25. – 27. September im Osten Deutschlands auf dem Lausitzring weiter, wo nach Zolder das zweite Dreifach-Event auf dem Programm steht.