Auch beim vierten Saisonlauf der DMV BMW Challenge war Nick Hancke (M4 GT4 G82) nicht zu schlagen. Wie schon beim Gastspiel auf dem Nürburgring holte sich der BMW-Pilot beide Gesamtsiege. Hinter ihm belegte im ersten Rennen Erik Bänecke (M4 GT4 F82) den zweiten Platz, während im zweiten Lauf Philipp Pippig (M4 GT4 F82) Rang zwei erreichte.
Im ersten Rennen sah es bis kurz vor Schluss nach einem Sieg für Philipp Pippig aus. Dann blieb der Führende plötzlich stehen. Den Erfolg sicherte sich Nick Hancke, der kurz davor an Pippig vorbeigegangen war. „Ich hatte einen relativ schlechten Start und war am Anfang lediglich auf Platz sechs. Ich habe danach jede Lücke genutzt, das war relativ wild. Wir sind etwas mit dem Luftdruck runter, da es in Zolder recht warm ist. Ich denke, dass ich am Ende da einen kleinen Vorteil hatte, weil die Reifen noch gut fahrbar waren“, gab Hancke zu Protokoll.
Der dritte Saisonsieg war für Hancke kein Selbstläufer. Von Startplatz fünf ins Rennen gegangen, dauerte es bis zur neunten Runde, ehe sich Hancke an die zweite Position setzte. Kurz vor Schluss war er an Pippig dran, ehe für diesen mit Getriebeproblemen das Aus kam. „Der Start war gut von mir und ich kam gut weg. Aber irgendwann hat mein Getriebe angefangen Zicken zu machen. Zwei Runden später ging gar nichts mehr. Es ging kein Gang mehr rein und ich bin einfach nur ausgerollt“, so ein enttäuschter Pippig.
Souveräner Start- und Zielsieg in Rennen zwei
Deutlich entspannter verlief dagegen das zweite Rennen am Sonntag. Auch bei der Full Course Yellow war Hancke hellwach, sodass es am Ende mit 6,464 Sekunden Vorsprung auf Philipp Pippig zum souveränen Start- und Zielsieg reichte. „Das Rennen lief für mich ziemlich gut. Beim Start konnte ich meine Position halten und danach durchgehend vorne bleiben. Mit der Full Course Yellow Phase wurde es nochmals etwas gefährlich. Ich musste natürlich ständig den Blick in den Rückspiegel halten“, berichtete Hancke.

Mit seinem zweiten Platz zeigte sich Pippig insgesamt zufrieden: „Ich musste von Platz acht aus starten, kam aber gut durch. Nick war einfach schneller. Ich bin froh, dass das Auto heute auch hielt, weil ich die Punkte mitnehmen wollte. Ansonsten war es ein schönes Rennen.“
Viel Abwechslung in den Top drei
Nach dem Aus für Pippig sicherte sich Erik Bänecke mit 2,643 Sekunden Vorsprung die zweite Gesamtposition vor Matthias Hell (M4 GT4 G82). „Am Anfang lief es für Philipp und mich gut. Wir hatten schon einen Vorsprung herausgefahren. Bei den Überrundungen haben wir Zeit verloren. Von hinten kam Nick sehr schnell heran. Als er sich neben mich setzte, hatte ich das Gefühl, dass ich die Handbremse angezogen habe. Er ging an mir vorbei und setzte sich vor mich“, schilderte Bänecke die entscheidende Szene.
Dagegen musste sich Bänecke im zweiten Durchgang Christoph Driescher (M4 GT4 G82), am Vortag noch Gesamtsechster, knapp geschlagen geben. Nach vier Runden hatte sich Driescher den Platz hinter Bänecke erkämpft. Der hielt fünf Runden lang dem Druck stand, ehe er Driescher ziehen lassen musste. Wirklich absetzen konnte sich Driescher zwar nicht, am Ende reichte es aber zum dritten Gesamtplatz.
„Ich hatte am Ende ein etwas glücklicheres Ergebnis als Erik. Ich konnte in der Schikane noch an ihm vorbeiziehen. Es war ein super Zweikampf und hat viel Spaß gemacht. Kurz vor Schluss hätten die Überrundungsmanöver Erik fast noch in die Karten gespielt“, berichtete Driescher. „Ich hatte mich entschieden, keine neuen Reifen mehr zu verwenden. Christoph kam mit Siebenmeilenstiefeln von hinten. Wir haben super gekämpft. Meine Reifen gingen in die Knie. Ich habe versucht ihn möglichst lange hinter mir zu halten. Aber dann kam der Verbremser in der Schikane. Im Überrundungsverkehr wurde es nochmals eng“, berichtete Bänecke über den Zweikampf.
Klassensiege für Neuhauser und Jamin
Michael Neuhauser (E46 WTCC) überzeugte zweimal als starker Gesamtsiebter und zweimaliger Sieger der GTR 1+2 vor Challenge-Neuling Sven Moormann (M3 E46). Auch in der GTR 3 + Cup M gab es an diesem Wochenende einen Doppelsieger. Bernd Jamin (M240i RC) hielt in beiden Rennen Christian Kautz (330i E46 GT) hinter sich.
Die Cup 3 ging in beiden Rennen an Kurt Strube jun. / Kurt Strube, die mit ihrem 330i E46 GT die Klasse klar im Griff hatten. Dahinter belegten in beiden Rennen Patrick Neider (325i E90) und Nadine Andres (Mini Challenge R53) die weiteren Plätze.
Action im 318ti Sprint Cup
Viel Action und Spannung bot wieder einmal der 318ti Sprint Cup, in dem Jarno Wiese das erste Rennen knapp vor Kay Waschak gewinnen konnte. Gerade einmal 0,4 Sekunden trennten die beiden im Ziel. Klassendritter wurden Rotaru / Savu. „Ich hatte eher einen entspannten Start. Es war ein bisschen Verkehr, aber ich kam richtig gut durch. Ich hatte danach eine Runde gebraucht, um an den beiden vor mir vorbeizufahren. Danach hatte ich ein entspanntes Rennen und war von einem zweiten Platz ausgegangen. Dass Leo dann leider ausgefallen ist, bescherte mir noch den Sieg“, so Wiese.
Damit war die Siegesserie von Leo Geisler, der hinter Simon Gribbe auf Platz fünf landete, gerissen. Dabei hatte Geisler bis kurz vor Schluss die Klassenwertung angeführt. Besser lief es für Geisler am Sonntag, als er sich mit 2,596 Sekunden Vorsprung auf Waschak den Klassensieg holte. Gleich in der ersten Runde hatte sich Geisler auf die erste Position in der Klasse gesetzt und diese nicht mehr hergegeben. Klassendritter wurde Jarno Wiese. „Das war das schwierigste Rennen, das ich bisher hatte. Ich hatte früh die Führung übernommen und dachte, dass ich das Rennen schön verwalten könnte. Das war aber nicht so. Ich hatte Probleme mit der Hitze und den Reifen. Dann war das am Ende nur noch eine Materialschlacht. Ich musste den Vorsprung irgendwie ins Ziel retten. Am Ende war es knapp, aber ich bin überglücklich“, freute sich Geisler.