Josef Klüber und Kenneth Heyer (Mercedes AMG GT3 Evo / équipe vitesse) sicherten sich die beiden Gesamtsiege beim dritten Lauf der Spezial Tourenwagen Trophy. In beiden Rennen verwies das Duo seine Markenkollegen Rolf Ludwig Becker / Klaus Niesen (Mercedes AMG GT3 Evo / Schmickler Performance by Ravenol) auf Rang zwei.
Am Ende standen zwei souveräne Gesamtsiege für Josef Klüber und Kenneth Heyer zu Buche. Im ersten Durchgang betrug der Vorsprung auf Platz zwei mehr als 54 Sekunden, im zweiten Rennen sogar etwas über eine Minute. Dabei hatte Kenneth Heyer erst kurz vor der Veranstaltung den Platz neben Klüber übernommen. Klüber selbst verlor nach dem Start zunächst Positionen und verpasste aufgrund von Funkproblemen den idealen Zeitpunkt für den Pflichtstopp. Dennoch arbeitete sich das Duo wieder an die Spitze vor. „Das Auto war über das gesamte Rennen sehr konstant. Ich habe noch zwei oder drei Runden gepusht und danach das Tempo herausgenommen und den Sieg kontrolliert nach Hause gefahren“, sagte Heyer zum Rennen am Samstag. Über den packenden Positionskampf am Sonntag meinte Klüber: „Es war ein schöner Kampf mit Rolf Becker. Diesmal hatte ich einen guten Start hingelegt. Gegen Ende meines Stints fuhr ich meinem Widersacher hinterher. Der ist auch fast abgeflogen. Da waren wir beide etwas desorientiert. Aber es ist alles gut gegangen. Er war ein sehr fairer Gegner und hat Spaß gemacht mit ihm zu kämpfen.“

Aus für Martin Zander und Alex Kroker
Dabei hätte es durchaus interessanter werden können. Doch der Audi R8 GT3 LMS Evo II von Martin Zander und Alex Kroker musste mit Verdacht auf einen Motorschaden vorzeitig in der Box abgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Zander bereits mit einem komfortablen Vorsprung an der Spitze behauptet. Für das Audi-Duo war das Rennwochenende damit vorzeitig beendet. „Der Start war ein bisschen hart, aber es hat funktioniert. Ich konnte mir recht schnell einen Vorsprung herausfahren. Irgendwann hatten wir dann aber plötzlich deutlich weniger Leistung. Wir wissen noch nicht genau, woran es liegt“, erklärte Zander nach dem Aus.
Mercedes-Duell in Rennen zwei
Am Sonntag behauptete Klüber zunächst die Führung, geriet jedoch zunehmend unter Druck von Rolf Ludwig Becker. Es entwickelte sich ein enges Duell, das Becker nach sieben Runden in der AMG-Arena für sich entschied. Kurz darauf bog Klüber zum Fahrerwechsel in die Boxengasse ab, eine Runde später absolvierte auch Becker den Pflichtstopp. Dessen Teamkollege Klaus Niesen konnte bei seiner GT3-Premiere Kenneth Heyer zwar nicht folgen, steuerte den Mercedes aber souverän auf den zweiten Gesamtrang. „Wir sind haute natürlich wieder sehr zufrieden. Mit der Fahrerkombination und Kenneth Heyer vor uns, ist damit für und auch Schluss. Mehr konnten wir nicht erreichen. Aber für uns haben wir alles erreicht an diesem Wochenende, was möglich war“, zeigte sich Becker zufrieden.
Hinter den beiden Mercedes belegte im ersten Durchgang Helmut Baumann mit seinem Ferrari 458 GT3 (Schmickler Performance by Ravenol) Rang drei in der Division I. Am Sonntag hätte der Ferrari-Pilot wohl erneut das Podium erreicht, doch bereits in der Anfangsphase blieb sein Fahrzeug in der Box stehen. Dadurch rückte Amari Kirsch (Porsche 992 GT3 Cup) auf den dritten Platz der Division I vor.
Jonathan Engström siegt zweimal in der Division II
Die jungen Wilden machten auf dem Nürburgring den Sieg in der Division II unter sich aus. Jonathan Engström und Kyam Potez (beide Mercedes AMG GT4 / CV Performance Group X JP Motorsport) lieferten sich in beiden Rennen packende Zweikämpfe. Kurz vor Schluss kam es im Zweikampf zu einer leichten Berührung, wodurch Potez ins Kiesbett rutschte. Damit war Engström der Sieg vor Alex Lambertz (Lotus Emira GT4 / AP Motorsport) sowie Thomas Frank / Peter Terting (Porsche GT4 RS / Up2Race) nicht mehr zu nehmen. „Das Rennen war wirklich sehr heiß und anstrengend. Während des Rennens hatte ich immer einen schönen Fight mit Kyam. Das machte wirklich viel Spaß. Gegen Ende des Rennens hatten wir unglücklicherweise eine leichte Berührung als wir Seite an Seite gefahren sind. Dabei kam Kyam nach außen und musste in den Kies. Schade für das Team“, so Engström.
Auch am Sonntag war Hochspannung geboten. Peter Terting setzte sich zunächst an die Spitze, dahinter folgten Engström und Potez. Engström absolvierte als Erster aus dem Spitzentrio seinen Pflichtstopp, kurz darauf folgte Potez. Terting kam dagegen rund fünf Sekunden zu spät zum Boxenstopp, wofür das Duo Terting / Frank im Nachgang eine Zeitstrafe von 50 Sekunden erhielt. Nach dem Fahrerwechsel ließ sich Engström die Führung nicht mehr nehmen. Der junge Schwede gewann souverän mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung vor Teamkollege Potez. Rang drei ging erneut an Alex Lambertz. „Das Ergebnis heute war natürlich besser als gestern. Damit bin ich letztlich schon zufrieden. Aber die Vorstellung gestern und somit auch das Rennen war besser, leider nicht mit einem guten Ende. Im Rennen heute hatte ich ein leichtes Übersteuern. Dadurch konnte ich nicht die Pace von gestern erreichen“, meinte Potez zu seinem zweiten Platz.
Roland Hertner hat die Division III im Griff
Keine Fragen ließ Roland Hertner (Hyundai i30N TCR/ Liqui Moly Team Engstler ) in der Division III aufkommen. Der TCR-Routinier sicherte sich beide Siege und behauptete sich dabei mehrfach gegen die stärkeren GT3- und GT4-Fahrzeuge. Im Gesamtklassement belegte er die Plätze fünf und sechs. „In meiner Division hatte ich beide Rennen souverän im Griff. Danach konnte ich mich mit den GT4-Fahrzeugen messen, was richtig Spaß gemacht hat. Die hohen Temperaturen waren zum Ende hin schon eine Herausforderung, aber wir haben das Maximum an Punkten geholt. Mein Team hat wieder hervorragende Arbeit geleistet“, befand Hertner.
Dahinter feierte Yannik Bohmann (Opel Astra TCR / Lubner Motorsport) eine gelungene Premiere im TCR-Auto. Im ersten Heat sicherte sich der junge Lüdenscheider vor Teamkollege Roger Vögeli den zweiten Platz. Am Sonntag entwickelte sich zwischen beiden ein langes und spannendes Duell, das der Eidgenosse mit einem Vorsprung von lediglich 0,4 Sekunden für sich entschied.