Start Rundstrecke Diverse Eifel-Krimi am Nürburgring: Packende Rennen mit Premieresiegern im Polo Cup Germany

Eifel-Krimi am Nürburgring: Packende Rennen mit Premieresiegern im Polo Cup Germany

Zweiter Wertungslauf des Polo Cup Germany powered by German eFuel One // Foto: Racephotography by Denis P, Swoosh Communications

Der Nürburgring machte seinem Ruf als unberechenbare Rennstrecke alle Ehre. Beim zweiten Rennwochenende des Polo Cup Germany powered by German eFuel One erlebten die Zuschauer in der Eifel spektakuläre Positionskämpfe, dramatische Wendungen der Meisterschaftsfavoriten und einen großen Triumph von Max Kruse Racing. Unter teilweise extrem schwierigen Witterungsbedingungen behielt vor allem Tabellenführer Julian Konrad die Nerven.

Samstag: Regenchaos und Premierensieg für Liebenberg

Der Rennsamstag begann mit einem extrem nassen ersten Qualifying. Sintflutartiger Regen und große Wassermengen auf der Strecke forderten den Fahrern alles ab. Nach mehreren Unterbrechungen, unter anderem nach einem Abflug von Robert Rausch, sorgte die dritte rote Flagge kurz vor dem Ende für den vorzeitigen Abbruch. Mike Müller sicherte sich unter diesen Bedingungen die Pole-Position vor Julian Konrad und dem Südafrikaner Bradley Liebenberg.

Das anschließende erste Rennen entwickelte sich zu einem echten Meisterschaftsdrama, bei dem alle vier Titelfavoriten Federn lassen mussten. Bereits direkt nach dem Start verbremste sich der Tabellenführer Julian Konrad in der ersten Kurve und fiel weit zurück. Mike Müller übernahm die Führung und baute seinen Vorsprung an der Spitze souverän aus, ehe er elf Minuten vor dem Ende ohne Fremdeinwirkung im Kiesbett landete und vorzeitig ausschied. Eine anschließende Full-Course-Yellow-Phase brachte zusätzliche taktische Brisanz.

Auch Cedric Piro und Leon Arndt kollidierten in der Anfangsphase, wodurch beide weit zurückgeworfen wurden und eine beeindruckende Aufholjagd starten mussten. Am Ende feierte Bradley Liebenberg einen viel umjubelten Sieg. Direkt dahinter komplettierte Luca Wieninger als Zweiter das Doppelpodium für Max Kruse Racing, denn Teamkollege Franco Fahrbach sicherte sich den dritten Rang auf dem Podium. Julian Konrad rettete nach seinem frühen Fehler mit einer kämpferischen Leistung noch den vierten Platz, während Cedric Piro als Sechster und Leon Arndt auf Rang neun Schadensbegrenzung betrieben.

Eine starke Talentprobe gab Gaststarterin Viktoria Bochem ab: Bei ihrem allerersten Autorennen überhaupt steuerte sie das BDF Expert Mediacar unter den widrigen Bedingungen fehlerfrei auf den 14. Platz. Philipp Kaess, der nach seinem Oschersleben-Debüt nun als regulärer Starter für Race-e-motion antrat, kam auf Rang 12 ins Ziel.

Bradley Liebenberg (P1): „Der Nürburgring ist legendär, aber die enormen Höhenunterschiede zum ersten Mal selbst im Auto zu erleben, war einfach unglaublich. Am Freitag im Trockenen hatten wir bereits eine solide Pace, aber ich fahre auch sehr gerne im Regen. Nach dem Ausfall von Mike war es extrem schade für ihn, aber so ist der Rennsport. Danach ging es für mich nur noch darum, das Auto auf der Strecke zu halten, kein unnötiges Risiko einzugehen und den Vorsprung zu verwalten. Ein riesiges Dankeschön geht an das gesamte Team, an Volkswagen Motorsport Südafrika und an Thorsten Willems für diese großartige Plattform. Der Polo Cup Germany ist eine fantastische Chance für uns südafrikanische Fahrer, uns in Europa zu beweisen.“

Luca Wieninger, P2: „Wir haben im freien Training enorm viel ausprobiert. Da war es leider noch trocken, aber wir haben dennoch das perfekte Setup für den Regen gefunden. Mein Start war super, ich habe mich gut durchgemogelt und konnte von den Fehlern der anderen profitieren, um schnell auf Rang drei vorzufahren. An der Spitze haben wir in unserer Dreiergruppe ordentlich gepusht, aber gegen Rennende haben wir etwas Tempo herausgenommen, um das starke Ergebnis sicher ins Ziel zu bringen – auch wenn mein Teamkollege Franco und Julian dadurch noch einmal näher kamen. Nach dem Doppelpodium für Max Kruse Racing haben wir heute Abend auf jeden Fall allen Grund zum Feiern.“

Franco Fahrbach, P3: „Das Team hat das Auto einfach fantastisch vorbereitet. Schon im Training hat alles gepasst, und für den Regen haben wir noch einmal die richtigen Änderungen vorgenommen. Ich habe mich im Cockpit sofort pudelwohl gefühlt. Die Erfahrung von Benny und Nico im Coaching und bei der Datenanalyse hilft uns allen enorm, wir werden von Wochenende zu Wochenende spürbar schneller. Nach dem harten Einsatz beim 24-Stunden-Rennen, wo wir 40 Stunden am Stück wach waren, um hinter den Kulissen alles über Reifenmanagement und Teamwork zu lernen, hat sich die harte Arbeit nun ausgezahlt. Ein tolles Ergebnis, auf dem wir für morgen aufbauen können.“

Sonntag: Reifenpoker und erster Sieg für Franco Fahrbach

Auch am Sonntag blieb das Eifelwetter der entscheidende Faktor. Auf zunächst nasser, aber langsam abtrocknender Strecke im morgendlichen Qualifying war die Reifenwahl ein echter Poker. Unter anderem die beiden Favoriten Julian Konrad und Cedric Piro pokerten auf Slicks hoch. Piro bezahlte für diese Entscheidung, denn das Training wurde neuneinhalb Minuten vor dem Ende unterbrochen, nachdem er von der Strecke gerutscht war und geborgen werden musste. In der hektischen Schlussphase purzelten die Zeiten auf der immer schneller werdenden Linie im Sekundentakt. Bradley Liebenberg sicherte sich die Pole-Position vor Julian Konrad und Franco Fahrbach.

Das zweite Rennen bot von der ersten Sekunde an packenden Motorsport. Nach einer frühen Safety-Car-Phase entwickelte sich an der Spitze ein hochspannender Zweikampf zwischen Bradley Liebenberg und Julian Konrad. Dahinter lauerte Franco Fahrbach auf seine Chance, während sich Cedric Piro in einer sensationellen Aufholjagd von Startplatz 18 innerhalb kürzester Zeit bis in die Top-6 nach vorne kämpfte.

Zehn Minuten vor dem Ende ging Konrad an Liebenberg vorbei, doch der Zweikampf erlaubte es Franco Fahrbach, die Lücke zu schließen. Mit perfekt eingeteilten Reifen ging der Max Kruse Racing Pilot erst an Liebenberg und kurz vor dem Ende nach einem Fehler des Führenden auch an Julian Konrad vorbei. Fahrbach löste sich an der Spitze und feierte seinen ersten Saisonsieg sowie den ersten Erfolg für sein Team Max Kruse Racing im Polo Cup Germany.

Hinter dem siegreichen Fahrbach kam Julian Konrad als Zweiter ins Ziel. Bradley Liebenberg verteidigte den dritten Podiumsplatz erfolgreich gegen die Angriffe von Leon Arndt. Als beste weibliche Starterin überzeugte erneut die Südafrikanerin Tyler Robinson auf Platz 12, dicht gefolgt von Viktoria Bochem, die im Mediacar einen hervorragenden 13. Platz verbuchte.

Franco Fahrbach, P1: „Der Start ist zwar irgendwie noch nicht ganz mein Fall, aber im Rennen lief es dann perfekt. Ich habe mich zunächst auf Rang vier festgebissen und konnte schließlich an Luca vorbeigehen. Als sich Julian und Bradley an der Spitze ein packendes Duell geliefert haben, konnte ich die Lücke schließen. In der letzten Kurve hatte ich die bessere Linie, kam mit deutlich mehr Schwung auf die Start-Ziel-Gerade und konnte vorbeiziehen. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht! Wir machen als Team gerade einen riesigen Sprung. Die Jungs schrauben oft bis tief in die Nacht und das Auto war einfach spitze. Für Zolder wünsche ich mir natürlich, dass wir genau da weitermachen, wo wir hier aufgehört haben. Ein Dreifachsieg für Max Kruse Racing wäre der absolute Traum!“

Julian Konrad, P2: „Das war ein extrem harter Kampf heute! Am Anfang hatte Bradley eine mega Pace vorgelegt, aber nach ein, zwei kleinen Patzern von ihm konnte ich vorbeiziehen. Durch unser Duell haben wir uns natürlich gegenseitig etwas Zeit gekostet. Dass Franco dadurch so unglaublich schnell aufholt, hatte ich in dieser Form nicht auf dem Schirm – er hatte in den letzten zehn Minuten einfach einen Wahnsinns-Speed. Als er dann da war, wurde es noch einmal richtig spannend. Nach meinem Fehler kurz vor Schluss ging es für mich nur noch darum, das Auto sicher ins Ziel zu bringen und die wichtigen Punkte für die Meisterschaft mitzunehmen. Insgesamt war es aber ein super Rennwochenende für uns. Ich freue mich schon sehr auf Zolder!“

Bradley Liebenberg, P3: „Zweimal auf dem Podium an einem Wochenende ist ein starkes Ergebnis und ein echter Schritt nach vorn im Vergleich zum Saisonauftakt. Die Pole-Position am Morgen war eine super Ausgangslage, aber das Rennen selbst war extrem hart. Nach der vierten oder fünften Runde bauten meine Reifen etwas ab und Julian machte enormen Druck. Ich habe mich so breit wie möglich gemacht, musste ihn und Franco am Ende aber ziehen lassen. Danach ging es nur noch darum, Platz drei gegen die Verfolger abzusichern. Wir nehmen wichtige Meisterschaftspunkte mit und wollen diesen Schwung mit nach Zolder nehmen.“

Serienorganisator Thorsten Willems war nach dem Wochenende begeistert: „Die beiden Rennen auf dem Nürburgring haben genau das gezeigt, was wir mit der Gründung des Polo Cups im Sinn hatten: Großartigen Motorsport mit engen Rennen und packenden Kämpfen. Dazu ist die Atmosphäre im Fahrerlager sehr positiv und die Stimmung super. Ich bin auch sehr froh, dass trotz der teilweise sehr schwierigen Bedingungen so wenig Zwischenfälle passiert sind, hierfür ein großes Lob an die Fahrer. Nun freuen wir uns schon auf die nächste Runde in Zolder.“

Das spektakuläre Rennwochenende in der Eifel hat auch die Tabelle gehörig in Bewegung gebracht. Spitzenreiter Julian Konrad konnte seine Führung auf Cedric Piro auf 30 Zähler ausbauen. Dritter ist nach seinem starken Auftritt auf dem Nürburgring nun der Südafrikaner Bradley Liebenberg.

Das nächste Rennwochenende des Polo Cup Germany findet vom 10. Juli bis 12. Juli im belgischen Zolder statt.

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