Spannendes Debüt des Polo Cup Germany mit Doppelsieg von Julian Konrad

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Start zur Premiere des Polo Cup Germany // Foto: Racephotography by Denis P

Nach jahrelanger Vorbereitung startete der Polo Cup Germany powered by German eFuel One bei sonnigen, aber kühlen Bedingungen in sein erstes Rennwochenende in Oschersleben. Die Breitensport-Rennserie, die auf identischen, 300 PS starken VW Polo GTI gefahren wird, findet im Rahmen der DMV Goodyear Racing Days statt. Ein 20 Fahrer starkes Feld, das sich aus hoffnungsvollen Talenten, erfahrenen Fahrern und ausländischen Startern zusammensetzte, bot beste Voraussetzungen für spannende Rennen.

Mit am Start war Youtuber und TV-Moderator Philipp Kaess, der als Gaststarter das BDF Expert Mediacar steuerte und den Zuschauern einzigartige Einblicke ermöglichte. Dieses Auto wird bei jedem Event von einem anderen Medienschaffenden gesteuert. Zudem setzt der Polo Cup Germany auf ein ganzheitliches Konzept, das auch das Thema Nachwuchsförderung mit interessanten Preistöpfen, Nachhaltigkeit durch die Verwendung von eFuels und familiärer Atmosphäre durch eine eigene Hospitality im Fahrerlager beinhaltet. Zudem konnten die Fahrer und Fahrerinnen in Oschersleben an einem Mentalcoaching teilnehmen.

Samstag

Der Rennsamstag begann mit einem schwierigen Qualifying am frühen Morgen. Kalte und windige Bedingungen sowie mehrere Unterbrechungen bestimmten das Bild. Vor allem die Hinterachse der frontgetriebenen Polo ließ sich nur schwer ins Arbeitsfenster bringen, was zu mehreren Drehern führte. Nach zwei Neutralisationen blieben am Ende nur wenige Minuten für schnelle Runden. Die Bestzeit von Carlos Fahrbach wurde zudem gestrichen, da sie unter Gelb erzielt wurde. So sicherte sich der ehemalige GT4-Pilot Cedric Piro die Pole Position.

Julian Konrad mit Doppelsieg in der Magdeburger Börde // Foto: Racephotography by Denis P

Nach dem fliegenden Start übernahm Julian Konrad schon in der ersten Kurve die Führung und setzte sich im weiteren Verlauf leicht ab. Hinter dem amtierenden Champion des Tourenwagen Junior Cup etablierte sich ein enger Kampf um die Podestplätze. Cedric Piro hielt zunächst Rang zwei, während Mike Müller als Vize-Champion des Tourenwagen Junior Cups und Leon Arndt als Ex-Champion derselben Serie dicht dahinter lagen. Eine Full-Course-Yellow-Phase nach einem Ausrutscher von Hannes Kraus sorgte in der Schlussphase noch einmal für Spannung. Beim Restart setzte sich Konrad jedoch direkt wieder ab. Dahinter verteidigte Piro Rang zwei auch nach einem kurzen Ausflug ins Kiesbett, während Müller den Druck hochhielt und sich im direkten Duell gegen Arndt behauptete. Konrad sicherte sich damit einen souveränen Sieg vor Piro und Müller. Arndt wurde Vierter vor Roman Schwedt, der als Quereinsteiger aus dem Rallyesport die Top fünf komplettierte.

Beste Fahrerin war die Südafrikanerin Tyler Robinson auf Rang zehn. Sophie Hofmann belegte Platz fünfzehn, Sarah Böhme konnte nicht starten. Philipp Kaess kam als Gaststarter im Media Car auf Rang 13 ins Ziel. „Das erste Rennen am Wochenende ist sehr gut gelaufen. Das Auto lief perfekt. Ich bin von zwei auf eins gefahren, habe am Start direkt die Führung übernommen und konnte die Pace über die Distanz halten“, erklärte Konrad. Piro zog ein gemischtes Fazit. „Am Start war ich gut dabei, aber Julian hatte die bessere Linie. Anfangs konnte ich noch mithalten, später hat mir etwas die Pace gefehlt. Die Full-Course-Yellow-Phase war etwas unruhig. Da müssen wir noch zulegen.“ Müller zeigte sich zufrieden. „Für das erste Rennen bin ich zufrieden mit Platz drei. Mit wenig Testzeit ist das ein solides Ergebnis. Jetzt gilt es, Schritt für Schritt weiter nach vorn zu arbeiten und konstant Punkte zu holen.“

Sonntag

Auch am Sonntag stieg das Thermometer im morgendlichen Qualifying nicht über die 5-Grad-Marke, was das Handling der Reifen für die Fahrer erneut zu einer Herausforderung machte. Vortagssieger Julian Konrad managte diese Aufgabe am besten und fuhr auf die Pole Position. Mit Mike Müller auf P2 und Cedric Piro auf dem dritten Rang folgten zwei weitere Piloten, die gestern auf dem Podest standen.

Nach dem fliegenden Start konnte sich Julian Konrad an der Spitze sofort absetzen. Dahinter ging Cedric Piro schon in der ersten Kurve an Mike Müller vorbei. Rafael Kraus strandete in der zweiten Runde im Kiesbett und löste eine Full-Course-Yellow-Phase aus. Beim Restart kam es zu einigen harten Zweikämpfen in der Verfolgergruppe. Julian Konrad hingegen setzte sich gegen Rennmitte an der Spitze ab und baute seinen Vorsprung im weiteren Verlauf konsequent aus. Dahinter entwickelte sich ein enges Verfolgerfeld, in dem sich die Plätze zwei bis sechs ständig verschoben und hart umkämpft blieben. Kurz vor dem Ende spitzte sich der Kampf um die Podestplätze weiter zu. Cedric Piro lag zunächst vor Mike Müller, dicht gefolgt von Leon Arndt und Luca Wieninger, die ebenfalls in Schlagdistanz blieben. In der letzten Runde unterlief Mike Müller ein Fehler, der ihm die Position kostete und Leon Arndt den Sprung auf das Podium ermöglichte.

Am Ende gewann Julian Konrad souverän mit rund acht Sekunden Vorsprung vor Cedric Piro. Leon Arndt komplettierte das Podium vor Mike Müller und Luca Wieninger, Franco Fahrbach wurde Sechster. Auch hinter der Spitzengruppe gab es sehenswerte Leistungen, unter anderem durch Gaststarter Philipp Kaess im Media Car, der sich bis auf Rang 15 nach vorne arbeitete. Beste weibliche Starterin wurde erneut Tyler Robinson auf Rang elf. Insgesamt bestätigte das Rennen einmal mehr das Konzept der gleichwertigen Fahrzeuge mit engem Racing, vielen Zweikämpfen und hoher Spannung bis zum Schluss.

Julian Konrad zog ein durchweg positives Fazit seines Wochenendes und sagte: „Der Sonntag war noch perfekter als der Samstag. Besser hätte ich mir den Einstieg in die Serie nicht vorstellen können. Zweimal gewonnen, einmal Pole Position. Ich bin mega dankbar für das geile Auto und danke an die Jungs von Konrad Motorsport und die Unterstützung aus Südafrika. Einfach mega.“ Leon Arndt blickte auf eine Lernkurve über das Wochenende zurück und erklärte: „Zum Abschluss nochmal ein gutes Rennen. Wir haben viel gearbeitet und das Auto besser kennengelernt, auch wenn wir vorher wenig gefahren sind. Das Ergebnis war ein gutes Rennen, es hat Spaß gemacht und wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung.“ Cedric Piro beschrieb den intensiven Rennverlauf so: „Von drei gestartet, zwei angekommen. Es war ein geiles Rennen. Die Full-Course-Yellow hat nochmal Schwung reingebracht und der Fight mit Mike war heftig. Ich durfte keinen Fehler machen, hatte Probleme auf der Vorderachse und habe wirklich alles gegeben. Ich denke, wir haben das bestmögliche Ergebnis rausgeholt.“

Serienorganisator Thorsten Willems sieht die neue Rennserie auf einem sehr guten Weg: „Nach dieser langen und anstrengenden Vorbereitung hat das erste Rennwochenende gezeigt, dass wir mit dem Polo Cup genau den richtigen Weg gehen. Ein volles Starterfeld, spannende Rennen und ganz viel positives Feedback – egal ob von Fahrern, Teams, Zuschauern oder sogar Streckenposten – ich bin einfach sehr glücklich über diesen Saisonstart. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle Beteiligten! Die Unterstützung ist sehr groß, vor allem auch von unseren südafrikanischen Volkswagen-Partnern und auch Giti Tires, die uns hier mit Reifeningenieuren unterstützten. Natürlich gab es auch ein paar Kleinigkeiten, die wir noch aussortieren müssen, aber wir werden diese Erfahrungen nutzen, um den Polo Cup noch besser zu machen.“

In der Meisterschaft führt nach zwei Rennen Julian Konrad vor Cedric Piro und Mike Müller. Das nächste Rennwochenende des Polo Cup Germany findet vom 29. – 31. Mai 2026 auf dem Nürburgring statt.