Thomas Westarp feierte beim Saisonauftakt der STT auf dem Hockenheimring mit zwei Gesamtsiegen einen perfekten Start in die neue Saison. Der Audi-Pilot profitierte dabei auch von Problemen der Konkurrenz.
Im Grunde verliefen für Thomas Westarp beide Rennen relativ ähnlich. An der Spitze war Stefan Wieninger im nagelneuen Porsche 992 GT3 R minimal schneller. Ganz aus dem Blick verlor Westarp den Porsche nie, aber vorbei kam er eben auch nicht. Am Ende sorgte im ersten Rennen eine Zeitstrafe für Wieninger dafür, dass Westarp noch auf Platz eins vorrückte. „Stefan war echt schnell. Ohne die Strafe von ihm wäre es nicht möglich gewesen, vor ihn zu kommen. Ich kam zwischenzeitlich wieder ran, aber zum Vorbeifahren hätte es am Ende nicht gereicht“, meinte der Auftaktsieger zum ersten Durchgang.

Das zweite Rennen gestaltete sich noch enger. Wieder fand Westarp keinen Weg vorbei. Die Entscheidung fiel in der letzten Kurve. Im Überrundungsverkehr kam es zu einem Missverständnis. Wieninger musste ausweichen, kam in den Schmutz und drehte sich. Westarp nutzte seine Chance und schlüpfte vorbei. „Es war das ganze Rennen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schade, dass es am Ende durch eine Überrundung entschieden wurde. Stefan hatte vorher nicht wirklich einen Fehler gemacht. Aus eigener Kraft wäre ich wahrscheinlich nicht mehr vorbeigekommen“, gab Westarp zu. Der Sieger zog ein positives Fazit: „Für mich war es schön zu sehen, dass im Vergleich zu gestern der Unterschied etwas geringer war und ich gut dranbleiben konnte.“
Trotz verpasstem Sieg starke Premiere
Für Stefan Wieninger verlief die Premiere von Land Motorsport nahezu perfekt – wären da nicht zwei Fehler gewesen. Im ersten Rennen stoppte der Porsche-Pilot sechs Sekunden zu spät, was eine 60-Sekunden-Strafe und statt des Sieges nur Platz drei bedeutete. „Der Boxenstopp war gut, aber leider zu spät. Deswegen die 60 Sekunden Strafe. Ansonsten war es für mich ja trotzdem ein gutes Rennen. Das Auto läuft und war auch gut eingestellt von Land Motorsport“, so Wieninger.
Zwar hatte sich Westarp in der letzten Runde am Sonntag ganz dicht an Wieninger herangesaugt, vorbeigekommen wäre er wohl nicht mehr. Die entscheidende Szene wenige Meter vor dem Ziel erklärte Wieninger so: „Da kann man nix machen. Der vor mir konnte sich zunächst nicht entscheiden, in welche Richtung er will. Ich hatte mich für rechts entschieden und wollte vorbei. Der leider auch, wodurch ich auf die Wiese ausweichen musste. Ich kam zu weit raus und auf den rutschigen Bereich. Da hat es mich gedreht.“
Golz fährt zweimal aufs Podium
An die Spitze kam Michael Golz (Lamborghini Huracan GT3 Evo) nicht ganz ran. Dafür hatte der Lamborghini-Pilot die weitere GT3 Konkurrenz um Jürgen Bender (Corvette C7 GT3-R) und Wessel Sandkuijl (BMW M6 GT3) im Griff. Während es durch die Zeitstrafe für Wieninger im ersten Heat zu Platz zwei reichte, landete Golz im zweiten Heat auf der dritten Gesamtposition. „Ich hatte etwas Vorsprung herausgefahren, hatte aber einen Quersteher, den ich abfangen konnte. Dabei verlor ich Geschwindigkeit und Jürgen Bender kam an mir vorbei. Dann sah ich, dass an seinem Auto etwas nicht passte und er musste mich vorbeilassen. Die beiden vorne waren aber zu weit weg, dass ich da noch was machen konnte“, so Golz zum ersten Rennen.
Stark besetzte Division 2
In der stark besetzten Division 2 strich Joachim Bölting (Porsche GT4 RS / up2race) beide Siege ein. Über die komplette Distanz gesehen waren es zwei souveräne Erfolge. Nach einer FCY-Phase im ersten Heat war der AP Motorsport Lotus Emira GT4 mit Christian Klien / Alex Lambertz kurzzeitig wieder dran, musste dann aber abreißen lassen. . Im zweiten Durchgang führte zunächst Teamkollege Peter Terting, ehe nach dem Fahrerwechsel auf Thomas Frank die Führung wieder wechselte. Danach war Bölting der zweite Sieg nicht mehr zu nehmen. „Blöd war, dass nach der Full Course Yellow der Lotus direkt hinter mir auftauchte. Der fiel aber wieder zurück. Das Auto war gut eingestellt und lief gut. Es war schön zu fahren“, meinte Bölting zum Samstagsrennen.
Auch Peter Terting zeigte sich zufrieden, zumal sein Teampartner Thomas Frank erst sein zweites Rennen absolvierte: „Wir sind allgemein zufrieden. Es lief alles nach Plan. Im Quali in unserer Klasse Platz eins und zwei, auch im Rennen eins und zwei. Am Anfang konnte ich den M6 eine Zeit lang hinter mir halten, aber das war vorauszusehen, dass das nicht das ganze Rennen gelingen würde. Das Auto ist einfach schneller. Am Anfang habe ich mich gewehrt, aber am Ende bringt das ja nix.“
Lotus und Mercedes auf Division 2 Podium
Hinter den beiden Porsche landete das AP-Motorsport Team bei der STT Premiere auf Platz drei. Spannung boten vor allem die letzten Runden, als sich Terting an den Lotus herangekämpft hatte und kurz vor Schluss Platz zwei übernahm. Im zweiten Heat kam nach einem Ausrutscher im Motodrom das vorzeitige Aus.
Platz drei in der Division 2 sicherten sich Jonathan Engström und Kjell Holm (Mercedes-AMG GT4 / CV Performance Group X JP Motorsport), nachdem Crossley-Wright und Schürmann (Dörr Motorsport / Aston Martin Vantage GT4) im Nachgang eine Zeitstrafe erhielten.
Hertner und Burri in der Division 3 vorne
Im ersten Rennen war Roland Hertner (Hyundai i30N TCR / Liqui Moly Team Engstler) nicht zu schlagen. Der Hyundai-Pilot kämpfte mit den stärkeren GT4-Fahrzeugen und landete am Ende auf Gesamtplatz acht. „Ich habe mir drei GT4 vorgeknöpft und konnte auch einen Abstand herausfahren. Ich habe das Rennfeeling mit den GT4 genossen, obwohl sie nicht in meiner Division starteten. So bin ich mit dem Auto und meinem Team sehr zufrieden“, meinte Hertner.
Nach einem Unfall in einer anderen Serie konnte Hertner am Sonntag nicht mehr antreten. Den Divisions-Sieg holte sich diesmal Urs Burri (Audi RS3 LMS TCR).