Innovatives Formula Student-Projekt in der Stiftung Museum AUTOVISION zu sehen. Seit wenigen Tagen kann man in der Ausstellung des Museum AUTOVISION ein ganz besonderes Exponat bestaunen: Ein autonom fahrendes Elektro-Rennfahrzeug, das schon bei mehreren Wettbewerben auf internationale Rennstrecken teilnahm. Das Fahrzeug CM-22x, genannt „Emma“, wurde vom Formula-Student-Team CURE der Dualen Hochschule Mannheim (DHBW) konstruiert und gefertigt.
Automobiles Know How von Nachwuchs-Ingenieuren aus Mannheim
Formula Student ist der weltweit größte Konstruktionswettbewerb für Studierende mit rund 700 teilnehmenden Hochschulen und Universitäten. Ziel ist es, einen einsitzigen Rennwagen nach einem strengen Regelwerk eigenständig zu entwickeln, zu fertigen und anschließend auf internationalen Events im Sommer gegen andere Teams antreten zu lassen. Der Wettbewerb ist interdisziplinär ausgerichtet. Die Studierenden erwerben dabei nicht nur technische und wirtschaftliche Fachkompetenzen, sondern auch Teamgeist, Kommunikations-, Zeit- und Projektmanagementfähigkeiten. Zusätzlich gehören Sponsorenakquise, Budgetplanung und die Erstellung eines Businessplans zu den wichtigen Bestandteilen, daher ist das Projekt für Studierende vieler Studiengänge attraktiv. „Emma“ ist bereits das fünfte Fahrzeug des Teams und das zweite, das autonom fahren kann. Mit dem CM-22x wurde die Akkuspannung von 450 auf 600 V erhöht, um Leistungsverluste zu reduzieren. Außerdem entstanden ein komplett neues Aerodynamikpaket sowie ein überarbeitetes Fahrwerkskonzept. Erstmals wurden zudem das Getriebe vollständig eigenentwickelt und ein einstellbarer Ackermann realisiert. Ein Ackermann ist eine verstellbare Konstruktion in der Lenkgeometrie von Fahrzeugen, die es ermöglicht, den Unterschied im Lenkwinkel zwischen dem kurveninneren und kurvenäußeren Vorderrad anzupassen.

Fahrzeugtechnik die hoffen lässt
Stiftungsvorstand und Museumsgründer Horst Schultz war sichtlich erfreut über diese Leihgabe aus Mannheim und begründete seine Begeisterung wie folgt: “Wir versuchen mit unserer Museumsstiftung schon seit über 20 Jahren junge Leute für technische Berufe zu begeistern. Zudem sind wir seit 2002 Europas erstes Museum mit dem Dauerausstellungsbereich „Mobilität der Zukunft“. Der CM-22x vereint nun beides in einem Exponat! Immerhin stellt dieses Fahrzeug mit seiner Eigenschaft, selbstständig (autonom) fahren zu können eine Premiere in unserem Museum dar. Und dass dieser mit High Tech vollgepackte E-Flitzer von Studenten aus der Region entwickelt und gebaut wurde, ist wie Balsam für meine Seele. Schließlich versuchen wir ja mit unserem Stiftungshintergrund in der Hauptsache dem Ingenieurmangel in Deutschland zu begegnen. Deshalb lassen mich Projekte wie das hier gezeigte E-Rennfahrzeug ein Stück weit Hoffnung schöpfen, dass wir als einstiges Land der Erfinder in Sachen Automobilität durchaus über das Potenzial verfügen, dem wie nie zuvor da gewesenen internationalen Konkurrenzkampf stand halten zu können.“
INFO: Das Altlussheimer Museum AUTOVISION mit Bugattimuseum ist Do., Fr. & So. von 10-17 Uhr und Sa. von 13-17 Uhr geöffnet. Nähere Infos unter www.museum-autovision.de