STT Promoter Rolf Krepschik im Interview

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STT Promoter Rolf Krepschik stellt sich den Fragen // Foto: Jürgen Holzer

Nach einer guten Saison 2025 äußerte sich Promoter Rolf Krepschik zur abgelaufenen Saison und gibt einen Ausblick auf 2026. Im März dieses Jahres feiert die Spezial Tourenwagen Trophy nun ihren 40. Geburtstag. Im Interview steht Rolf Krepschik zu den Themen der Serie Rede und Antwort.

Im März 2026 feiert die Spezial Tourenwagen Trophy den 40. Geburtstag – eigentlich unglaublich, dass eine Rennserie so lange unter gleichem Namen existiert. Wie siehst du das?
Da gebe ich dir zu 100% Recht, hier ist das Wort „unglaublich“ angebracht. Wir haben ja auch zu Corona Zeiten veranstaltet, zwar mit einem abgespeckten Kalender, aber wir waren präsent. Die Zeit selbst möchte ich nicht kommentieren, dass macht mich eher traurig, denn es ist schließlich eng verbunden mit dem eigenen Alter.

Du selbst hast die Serie, zuerst als Teilnehmer, später als Organisator, viele Jahre lang geprägt. Wie bist du selbst überhaupt zur STT gekommen?
Der Gründer der Serie, Udo Lohmann, wohnte nicht weit entfernt von meiner Heimatstadt Lüdenscheid. Nach Halver sind es gerade mal eben 12 Kilometer. Udo Lohmann bot mir an beim 24h Rennen 1987 in der STT an den Start zu gehen, im Vorprogramm. Ich habe sofort dankend abgelehnt. Um die Sache abzukürzen, er hat mich dann doch überredet, ich habe es dann auch gemacht. Im Rennen ging es dann bis Gesamtplatz drei nach vorne, eigentlich unglaublich! Beim Überfahren der Ziellinie ging der Motor aus, mit Schwung ging es fast ins Fahrerlager, aber der Motor war nicht kaputt, der Serientank war leer.

Rolf Krepschiks legendärer VW Golf // Foto: privat

Dann kam die Zeit als Promoter der STT. Eine Zeitlang bist du sogar selbst noch gefahren, mittlerweile kümmerst du dich nur noch um die Organisation. Fiel dir dieser Schritt schwer?
Ja schon, ich hatte bei den Starts mehr Angst als früher im Cockpit. Man hat da einen völlig anderen Blickwinkel.

Damit kommen wir schon auf die aktuelle STT zu sprechen. Im Endeffekt hat sich Kenneth Heyer souverän den Titel geholt. Wie hast du die vergangene Saison erlebt?
Es war wiedermal eine schöne tolle Saison mit vielen neuen Gesichtern und tollen Menschen. Hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, allerdings merke ich die immer größer werdenden Aufgaben, um auf diesem mittlerweile erreichten Niveau bestehen zu können. Gestört hat mich eigentlich nur die Reifengeschichte. Aber das ist vorbei und neu geregelt.

Gab es für dich einen Kandidaten, der dich dieses Jahr besonders überrascht hat?
Da möchte ich keinen hervorheben, alle haben auf ihrem Niveau gute Leistungen gezeigt, wir hatten kaum Kaltverformungen und relativ harmonische Rennen.

Erfreulich, und teils gegen den allgemeinen Trend, war die Entwicklung der Starterzahlen. Bist du mit der vergangenen Saison zufrieden?
Hier brauchst du auch eine Menge Glück, das ist ganz klar. Allerdings auch eine über Jahre zuverlässige Grundlage. Die ist mit den ADAC Racing Weekends, wo wir von der ersten Stunde mit dabei waren, gegeben. Hier sind wir mittlerweile eine gesetzte Größe und dann kommen auch die Starterzahlen.

Schaut man die Rennen an, darf auch die Trennung der Division 2 und Division 3 als Erfolg gewertet werden. Hier waren fast alle Rennen eng umkämpft oder wie siehst du das?
Im Nachhinein eine perfekte Lösung, hier werden wir auch genau so weiter machen, aber ich bin mir auch über Schwankungen im Klaren, es geht immer auf und ab.

Kommen wir auf die kommende Saison zu sprechen, die 41. der Spezial Tourenwagen Trophy. Wird es Änderungen im Reglement geben?
Ja, die wird es geben und zwar ist die Benutzung von Michelin Reifen ab sofort für alle Teilnehmer Pflicht. Es wird auch ein Streichresultat geben, von den 12 Rennen werden die besten 11 gewertet. Auch das Nenngeld ist moderat erhöht worden. Gast- oder Einzelstarter bekommen nun durchgehend Meisterschaftspunkte, aber keine doppelten Punkte bei den letzten Rennen, wie es die Eingeschriebenen bekommen. Die Division 5 wurde ersatzlos gestrichen, die Boxenstopp Vorschrift angepasst und weitere Kleinigkeiten.

Natürlich spielen auch das Preisgeld sowie die Kosten eine Rolle. Wie sieht es hier für 2026 aus?
Am Preisgeld werden wir nicht rütteln, es bleibt wie es ist.

Der Kalender ist im Grunde ähnlich wie letztes Jahr. Bist du mit den Terminen zufrieden?
Die Rennstrecken sind die gleichen, aber der Terminplan ist um Welten besser. Wir haben sechs Wochen Pause zwischen Red Bull Ring und Spa und das im Juli/August. Ferienzeit, ist doch perfekt.

Der beliebte Red Bull Ring ist wieder im Kalender der STT // Foto: Patrick Holzer

Gibt es wie in den letzten beiden Jahren wieder ein Förderkonzept für junge Piloten?
Auch hier wird es weiter das Förderprogramm für junge Leute bis 25 Jahre geben. Voraussetzung ist die Bewerbung für diese Förderung und ein Fahrzeug, welches in die Division 4 passt. Die STT verzichtet hier auf die Einschreibsumme, weitere Sponsoren werden noch gesucht. 

Natürlich kommt eine Serie wie die STT heute nicht mehr ohne Sponsoren und Partner aus. Welche Rolle spielen diese Firmen, die an der Seite der Serie stehen?
Ich habe es schon oft genug betont, ohne unsere Werbepartner müsste ich die Startgelder um ein Mehrfaches anheben. Besonders unsere Langzeitpartner, hier ganz besonders H&R mit seinem Seniorchef Heinz Remmen. damals bei der Übernahme 1996 schon mit mir als GmbH Gesellschafter mit im Boot, ist H&R einfach das Maß aller Dinge. 

Abschließend – deine Wünsche für das kommende Motorsportjahr…
Nun ja, ich habe in diesem Jahr einen großen Schritt im Ablauf des Rennwochenendes getätigt, indem ich einen Renndirektor anheuern konnte. Mit Alfred Schmitz habe ich eine echte Erleichterung erfahren und hoffe dass das noch eine Weile so weitergeht. Mein Stellvertreter Holger Niklas arbeitet sich auch immer mehr ins System ein, unser langjähriger Technischer Kommissar weiß auch wo es lang geht und mit unserem Neuzugang Michael arbeitet sich ein weiterer fleißiger Mitarbeiter in die Abläufe ein. Somit kann ich mich immer mehr entspannen und den nächsten Jahren zuversichtlich entgegen sehen. Natürliche Voraussetzung ist ein Starterfeld von ca. 20 Fahrzeugen, besser noch 25, aber nicht viel mehr. Durch das geänderte Reifenthema ist nun auch diese Diskussion vom Tisch, die geänderten Maßnahmen kommen gut an und somit hoffe ich auch 2026 alle Beteiligten wieder zu sehen. Was ich mir noch wünsche, ist mehr Beteiligung durch junge Leute und auch die Damenwelt ist hier angesprochen. Immerhin hatten wir schon mal eine junge Frau als STT Meisterin, also geht doch! Auch unsere Verbände, national wie international, sollten sich auf einfachere Lösungen mit weniger Vorschriften verständigen. Für den Zuschauer sicherlich auch hilfreicher. Wir werden auch in Zukunft versuchen, mit fantastischen Rennautos tolle Rennaktion zu bieten und die Besucher, besonders auch die, welche uns im Fahrerlager besuchen, zu begeistern. Ihr seid alle herzlich willkommen!