Wer
Volker Bähr in der Saison 2009 beobachtet hatte, wäre
wohl kaum auf die Idee gekommen, dass der Porschepilot
2009 seine erste komplette Motorsportsaison bestritt.
Packende Positionskämpfe mit Ioannis Inglessis,
Hans-Peter Wenger oder Kurt Ecke erfreuten die Zuschauer
an der Strecke. Den Lohn durfte der Spätberufene am
Ende der PCHC Saison abholen: Klassensieger und
Vizemeister.
Volker
Bähr, hier mit Rolf Krepschik, hat gut Lachen
Begonnen hatte
alles mit dem Kauf eines Porsche 993 C2 im Jahr 2005. Beim
Pistenclub sammelte der 47-jährige erste motorsportliche
Erfahrungen auf der Rundstrecke. In dieser Zeit verbesserte
nicht nur der Fahrer sein Fahrkönnen, sondern auch das
Einsatzgerät wurde nach und nach zum richtigen Rennfahrzeug
umgebaut. 2007 war der Prozess in Richtung 993 Cup weitgehend
abgeschlossen. Mit Fahrwerk und Bremsen vom 993 GT2
ausgestattet, war der nur 1080 kg in schickem Silber gehaltene
911er für die Rundstrecke bestens gerüstet. Eine Leistung
von 338 PS und ein Drehmoment von 400 Nm, die der 3,8 Liter
Motor produzierte, sollten ausreichen um im Wettbewerb
bestehen zu können. Im darauffolgenden Jahr folgte das
Renndebüt in Hockenheim beim Porsche Alpenpokal. Dieser hatte
mit der Super Sport Serie eine ideale Spielwiese für ältere
Porschefahrzeuge geschaffen. Der 1994 gebaute 993 C2 passte so
bestens in das Feld der vielen luftgekühlten Porsche. Zweimal
Platz vier in der Klasse lautete das Ergebnis im August.
Patrick
Holzer
Debüt beim
Alpenpokal in Hockenheim 2008
Für die Saison
2009 schrieb sich der Leverkusener fest in die Porsche Club
Historic Challenge, der Nachfolgerserie der PCCT, ein. Gleich
beim Saisonauftakt im badischen Hockenheim stellte Bähr
seinen Porsche bei strömendem Regen auf Pole. Ein technischer
Defekt warf den silbernen 911er, nun mit schicken goldenen BBS
Felgen, dann aber in Führung liegend weit zurück. Im zweiten
Rennen reichte es nach einer tollen Aufholjagd noch zum
zweiten Platz hinter Sieger Wenger und dem Klassensieg. Beim
zweiten Lauf in der Eifel erfolgte nach der erneuten Pole auch
endlich der erste Rennsieg. Zwei weitere Gesamtsiege in
Hockenheim und in im franzöischen Dijon folgten. Dazu kamen
acht Klassensiege bei zehn Starts, was am Ende der Saison zum
Titel in der Klasse 8 führen sollte. In der
Gesamtmeisterschaft musste sich Volker Bähr nur Antonius
Trichas geschlagen geben, der im Porsche 924 2.5 die Klasse 1
dominiert hatte. Nach dieser erfolgreichen Premierensaison kam
der Porsche erst einmal zum Lackierer, doch beendet war die
Saison dann doch noch nicht.
Patrick
Holzer
Die Duelle mit
Ioannis Inglessis sorgten für Spannung
Gegen Jahresende
erfolgte ein erster Start in der Spezial-Tourenwagen-Trophy,
die auf dem Nürburgring ihr Jahresfinale austrug. Im
schwächeren Saugerporsche mischte Volker Bähr die
leistungsstärkere Konkurrenz in der Eifel auf. Gesamtplatz
neun und sieben, sowie zwei Klassensiege waren die starke
Ausbeute beim Debüt in der schnellen Sprintserie. "Nur
schade, dass nicht mehr luftgekühlte Porsche am Start
waren", so Bähr. "Nächstes Jahr werde ich bestimmt
den einen oder anderen Gaststart in der STT absolvieren",
gab er weiter gut gelaunt zu Protokoll. Damit ging für den
Porschepiloten eine erfolgreiche Saison entsprechend zu Ende.
2010 dürfen sich die Zuschauer erneut auf den silbernen 911er
samt seinem Piloten freuen. Dann reicht es in der PCHC
hoffentlich zum Meistertitel, allein für die spektakuläre
Fahrweise hätte es der Leverkusener schon verdient.