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Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 
Erfolgreicher Klassenwechsel 
Die Vergabe der Meisterschaft beim Langstreckenpokal Nürburgring (VLN) richtet sich nach Anzahl der Starter in den jeweiligen Klassen: Viel Feind, viel Ehr. Aus diesem Grund wechselte das Team Derscheid von der Klasse V2 in die H1, um wichtige Meisterschafts- punkte kassieren zu können. Unter idealem Wetter nahmen am Samstagmorgen fast 190 Autos das Zeittraining zum Saisonfinale der VLN auf. 
 © Meuren
 Klassenwechsel für mehr Punkte
Doch schon kurz nach dem Start wurde das Training aufgrund eines schweren Unfalls abgebrochen und erst 40 Minuten später neu gestartet. Michael Flehmer (Heiligenhaus) startete nach dem Neustart zuerst in das Zeittraining des letzten VLN-Rennens. Nicht nur, dass ungewohnte Geräusche dem Fahrer zu schaffen machten, auch viele Unfallstellen bremsten den sonst routinierten Fahrer massiv ein. Nach zwei Trainingsrunden von Flehmer griff Teamchef und Fahrer Rolf Derscheid (Much) ins Lenkrad. Auch er hörte die schabenden Geräusche aus dem Bereich der Vorderachse, konnte aber dennoch mit einer Rundenzeit von 10:27 Minuten den BMW im vorderen Drittel der Klasse H1 positionieren. Nach dem Training machten sich die Mechaniker gemeinsam mit den Fahrern auf Fehlersuche und entdeckten zwei defekte Radlager auf der Vorderachse. Noch bevor die Rennleitung zur Startaufstellung rief, waren die Lager gewechselt und die Crew beruhigt. 

Öl und Wasser bilden schmierigen Film
Den Start und somit die ersten beiden von vier Rennstunden übernahm Michael Flehmer. Er konnte sich zunächst in der Klasse H1 behaupten und sich langsam nach vorne kämpfen, jedoch haderte er von Runde zu Runde mehr mit dem sonst so zuverlässigen Wagen. Reifen und Fahrwerk bildeten diesmal keine Einheit und so rutsche Flehmer mehr um die Ecken als er fuhr. Hatten die Reifen dann endlich Haftung aufgebaut, musste er seine Geschwindigkeit reduzieren, weil er eine Unfallstelle passierte. Flehmer musste einmal mehr ganz tief in die Trickkiste greifen, um seine Position zu verbessern, was ihm auch gelang. Dennoch war er überglücklich als das Rennen nach 12 Runden für ihn beendet war. Derscheid stand in der Box bereit und übernahm das Auto. Der Teamchef machte dort weiter, wo Flehmer aufhörte und trieb den BMW weiter in Richtung Klassensieg, als etwa 30 Minuten vor Rennende Regen einsetzte. Zunächst versuchte der Teamchef das Rennen auf profillosen Slicks zu beenden, entschied sich jedoch schnell um, als der Regen stärker wurde und der Wettbewerber bereits auf Regenreifen gewechselt hatte. In Runde 19 stand der BMW in der Box, die Mechaniker montierten Regenreifen und schickten den Teamchef für weitere drei Runden auf die Strecke. Nach insgesamt 22 Runden gewann das Team Derscheid mit einer Runde Vorsprung die Klasse H1, in der elf Autos an den Start gingen. Das Duo Derscheid / Flehmer beendete die Saison auf Gesamtrang 17 von 1020 gelisteten Fahrern der Saison 2010.
Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Bis zum Regen lief es eigentlich richtig gut. Die Radlager hielten und der Motor lief wie eine 1, lediglich das Fahrwerk war nicht optimal. Es gab unheimlich viele Unfallstellen, viel Schmutz auf der Strecke und es wurde mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren, als könne man im letzten Rennen die Meisterschaft gewinnen. Als der Regen einsetzte, nahmen viele das Gas raus, denn Schmutz und Wasser machten die Piste extrem rutschig. Die Runden auf Slicks im Regen waren wie eine Fahrt auf rohen Eiern. Unser Klassenwechsel hat sich voll bezahlt gemacht. Wir konnten viele Punkte verbuchen und uns weiter nach vorne schaffen. Ich danke meinem Team und den Sponsoren für eine tolle und erfolgreiche Saison.“

Michael Flehmer, Fahrer:
„Ich war froh, als das Rennen für mich vorbei war: Schon im Training kam ich nicht mit dem Auto zurecht. Die Geräusche der Vorderachse haben mich irritiert. Im Rennen baute das Auto keine Haftung auf, richtig Spaß hat das Rennen nicht gemacht. Dass am Ende alles gepasst hat und der erste Platz in einer starken Klasse für uns raussprang, freut mich umso mehr. Danke Team Derscheid für eine weitere, schöne Saison auf dem Nürburgring und der Nordschleife.“
Redaktionsbüro Meuren

Artikel vom 20.10.2010

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