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| 34. DMV
250-Meilen-Rennen |
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| Erfolg geht auf Mechaniker-„Kappe“ |
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Nahezu unwirkliche Bedingungen herrschten beim 9. Lauf zur
Langstreckenmeis- terschaft Nürburgring (VLN): Dauerregen und Temperaturen unterhalb des zweistelligen Bereiches verlangten von den Rennfahrern alles ab. Bei Kappeler Motorsport (Bad Saulgau) waren überdies die
Mechaniker mehr als sonst gefordert. Mit etlichen Minuten Verspätung gab die Rennleitung das Training zum 9. VLN-Rennen der Saison 2010 frei. Grund: |
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Meuren
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| Am Ende hieß es Platz vier in einer starken Klasse
SP5 |
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Extrem starker Regen und dichte Nebelfelder erlaubten keine gefahrfreie Fahrt der Rennfahrer.
Erst als sich der Nebel auflöste, konnten die Protagonisten ihr können unter Beweis stellen. Bei Kappeler Motorsport saß Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler zuerst hinterm Volant, um das Training in Angriff zu nehmen. Unter extrem schwierigen Bedingungen drehte Kappeler in 11:48 Minuten eine erste, verhaltene Runde. Sein zweiter Umlauf sollte wesentlich flotter absolviert werden, das Vorhaben endete jedoch nach etwa einer halben Nordschleifen-Runde. Im Bereich Wehrseifen verlor Kappeler auf einer Ölspur die Kontrolle über den BMW M3 und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein. Das Training war damit für das Bad Saulgauer Team schlagartig beendet. Eine genaue Diagnose konnten die Mechaniker gemeinsam mit ihrem Teamchef jedoch erst stellen, als ein Abschleppwagen den havarierten BMW im Fahrerlager ablieferte. Neben eher unwichtigen Karosserieteilen waren im Bereich Lenkung und Vorderachse jede Menge Spezialanfertigungen beschädigt und zerstört. Mit dem Mut und Willen der Verzweiflung machten sich die Mechaniker samt Teamchef Thomas Kappeler und dessen Mitfahrer Werner Weiss (Mengen) an die Reparatur. Nur etwas mehr als eine Stunde blieb dem Team, um den BMW fahrbereit zu machen und ins Rennen zu schicken. Kappeler Motorsport borgte sich bei anderen Teams fehlende Teile und improvisierte mit viel handwerklichem Geschick, bis der Schaden behoben und der Wagen startklar war und in die Startaufstellung fahren konnte.
Personeller Engpass macht Kappeler zum Einzelkämpfer
Mit etwa zehn Minuten Verspätung ließ die Rennleitung den Startern freien Lauf: Gut 180 Rennautos machen sich kurz nach 12 Uhr auf den Weg in den vier Stunden dauernden Kampf gegen Konkurrenz und Nürburgring Nordschleife. Der strömende Regen hatte auch das Rennen im Griff, nur wenige kurze Verschnaufpausen gönnte Petrus den Fahrern, Mechanikern und Zuschauern. Keiner vom Team Kappeler Motorsport wusste zu dem frühen Zeitpunkt, ob die Reparaturmaßnahmen Früchte tragen und die gesamte Renndistanz überstehen wird. So hing die gesamte Crew während der ersten Runden gebannt am Funk, um den Statusmeldungen von Startfahrer Thomas Kappeler zu folgen. Schon nach wenigen Runden gab er Entwarnung – das Auto lief, die Teile hielten und er konnte auf Angriff fahren, soweit das Wetter es zuließ. Kappelers Mitstreiter Weiss begann über Unwohlsein zu klagen, dass immer schlimmer wurde. Als der BMW des Bad Saulgauer Teams in Runde acht die Box ansteuerte, musste Thomas Kappeler hinterm Lenkrad sitzen bleiben: Auf Grund seiner körperlichen Beschwerden zog es Weiss vor, das Rennen nicht in Angriff zu nehmen, um sich und andere nicht unnötig in Gefahr zu bringen.
Schnell fertigte die Boxenmannschaft den M3 ab und schickte ihn voll getankt und mit neuen Regenreifen ausgestattet ins Rennen zurück. Nur fünf Runden später kam Kappeler erneut an die Box: Der Regen schien eine längere Pause einzulegen, die Strecke war fast überall trocken und Kappeler ließ sich profillose Slicks montieren. Als Kappeler ins Rennen zurückging, begann der Regen erst an ein paar Stellen, später erneut über der ganzen Rennstrecke einzusetzen. Wieder dauerte die Fahrt nur fünf Runden, dann wurden dem BMW M3 Regenreifen montiert. Den Grip der profilierten Spezialreifen konnte Kappeler jedoch nur eine Runde nutzen: In seiner 18. Runde setzte im Streckenabschnitt „Hocheichen“ ein heftiger Graupelschauer ein, der die Rennleitung zum Abbruch bewog. Gut zehn Minuten vor Beendigung der offiziellen Renndauer war für die knapp 150 verbliebenen Teilnehmer der vorletzte Lauf der Saison 2010 beendet. Trotz aller Turbulenzen konnte „Einzelkämpfer“ Thomas Kappeler den waidwunden BMW M3 in der starken Klasse SP5 auf den vierten Rang vor fahren.
Der 10. und letzte Lauf der VLN findet am 30. Oktober 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Stimmen nach dem Rennen
Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Der Unfall war echtes Rennpech: Ich habe die Ölwarnung der Streckenposten gesehen und dann war es auch schon zu spät. Mein Einschlag war heftig und zunächst dachte ich an eine verfrühte Heimfahrt. Im Fahrerlager haben die Mechaniker auf eine Reparaturversuch gedrängt und Unvorstellbares vollbracht: In der kurzen Zeit haben sie den Lenkungs- und Achsschaden mit viel technischem Geschick und Improvisationstalent repariert, die Karosserie zusammen geflickt, das Fahrwerk vermessen und eingestellt. Ohne diese großartige Leistung wäre der vierte Rang heute nicht möglich gewesen.
Für mich war es das schlimmste Rennen, das ich je gefahren bin. Keine Runde war wie die andere, ständig wechselten die Streckenverhältnisse, überall gab es Unfallstellen. Ich fand keinen Rhythmus und zu allem Überfluss erwies sich der Wechsel auf profillose Reifen als falsch, wodurch nicht nur ein zusätzlicher Stopp nötig war, sondern ich auch einmal ins Kiesbett rutschte – Gott sei dank ohne einen Schaden zu verursachen. Die eingefahrenen Punkte sind ausschließlich den Mechanikern zu verdanken. Ob wir ins letzte Rennen starten, hängt davon ab, wie schnell wir den Schaden reparieren können.“
Werner Weiss, Fahrer
„Eine tolle Leistung der Mechaniker und des Teamchefs. Leider konnte ich heute nur hinter den Kulissen helfen, da ich mich mehr als unwohl fühlte und meinen Stint nicht fahren konnte. Ich denke beim nächsten Lauf mit von der Partie zu sein – dann fit und mit jeder Menge Angriffslust. Nochmals mein Kompliment an das gesamte Team.“ |
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| Redaktionsbüro
Meuren |
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Artikel vom 18.10.2010
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