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VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2010
Ein lachendes und ein weinendes Auge zum Saisonhöhepunkt
Mit repariertem und optimier- tem Fuhrpark rückte der hessische Rennstall Dörr Motorsport zum 7. Lauf der Langstreckenmeisterschaft (VLN) an den Nürburgring an. Nach sechs Stunden Renn- distanz gab es genügend Grund zur Freude, aber auch einige Gründe zur Verdrossenheit. Binnen 14 Tagen musste die Mechaniker-Crew von Dörr Motorsport zwei Autos richten, denn beide BMW Z4 Coupé hatten im sechsten Rennen zur VLN zum Teil heftige Blessuren davon getragen.
 © Uwe Meuren
 Der hessische Donnervogel rennt wieder 
In frischem Glanz drehten die Piloten bereits am Freitag emsig ihre Runden, um die Fahrzeuge auf das bevorstehende 6h-Rennen abzustimmen. Im BMW Z4 Coupé GT3 gingen wie gewohnt Rudi Adams (Ahütte), Stefan Aust (Münster) und Peter Posavac (Essen) auf die Piste, um die Speerspitze weiter zu optimieren. Mit leicht geänderter Fahrwerkseinstellung beendeten sie das freie Training am Freitagabend. Auch beim „kleinen Schwarzen“, dem Z4 Coupé aus der Klasse SP6, lief alles nach Plan und den Mechanikern bescherte die Zufriedenheit der Fahrer einen ruhigen Abend. Das dritte Fahrzeug im Bunde, der BMW 135d musste jedoch ein paar kleine Detailänderungen über sich ergehen lassen, um für den Saisonhöhepunkt am folgenden Tag gewappnet zu sein. 

Mit Druck nach vorne

Rudi Adams eröffnete das Training auf dem von Dörr Motorsport vorbereiteten BMW Z4 Coupé in der Klasse SP9. Mit einer Zeit von 8:27 setzte er den ersten Maßstab fürs eigene Team und die Konkurrenz. Über lange Zeit hatte die Top-Zeit Bestand, ehe der Wettbewerb kurz vor Trainingsende zum Kontern ansetzte und die Zeit unterbot. Adams Versuch, die Zeit nochmals zu unterbieten, bleib jedoch erfolglos. Aust und Posavac hatten indes ebenfalls keine Chance, die Top-Zeit zu unterbieten, hielten sich überdies bewusst zurück, um im dichten Feld der rund 200 Starter keinen Schaden zu verursachen.
Rudi Adams war es, der den Start und die ersten acht Runden von Startplatz elf unter die Räder nahm. Adams fuhr mit viel Druck nach vorne, schüttelte Verfolger ab und schloss zur Spitze auf. Der dichte Verkehr bremste den Vorwärtsdrang jedoch immer wieder ein, so dass der Kontakt zur Spitze ein ums andere Mal abriss und die Konkurrenz immer wieder aufschließen konnte. In Runde neun stand das schnelle Coupé erstmalig und planmäßig an der Box und Peter Posavac parat, um das schnelle Gefährt voll getankt und mit neuen Reifen weiter voranzubringen. Mit konstanten Zeiten unter neun Minuten, aber weit von seinen Bestzeiten entfernt, konnte auch Posavac das Coupé nicht weiter nach vorne bringen, aber die Position festigen. In Runde 17 klemmte sich Stefan Aust hinters Volant und trieb mit Vehemenz den BMW durchs dichte Feld. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits viele Unfälle, so dass Aust immer wieder durch gelbe Flaggen eingebremst wurde. Zwischenzeitlich konnte das Trio einige Plätze sowohl aus eigener Kraft als auch durch Ausfälle der Konkurrenz gut machen und rangierte so ständig zwischen Platz acht und fünf. Noch zwei routinemäßige Boxenstopps standen für Dörr Motorsport und das BMWZ4 Coupé an, bei denen Rudi Adams und Peter Posavac ihren jeweils zweiten Stint fuhren. Nach sechs Stunden Renndistanz oder 41 Runden oder knapp über 1000 Renn-Kilometer endete der siebte Lauf für die Hessen auf Rang sieben der Gesamtwertung, mit nur einer Runde Rückstand auf die Spitze. Erneut stellte Dörr Motorsport das beste Nicht-Porsche-Fahrzeug der Top-Ten.

Spritmangel und die Suche nach Leistung
Auf dem „kleinen Schwarzen“ starteten der Schweizer Hanspeter Strehler, Delef Hirsch (Minden), Guido Majewski (Leipzig) und Doppelstarter Stefan Aust. Auch wenn Strehler mit 8:55 die Bestzeit im Training markierte, begann der Wagen aus heiterem Himmel mit Problemen aufzuwarten: Zündaussetzer und Schaltprobleme verhinderten eine bessere Zeit im Training. Die Probleme bekam das Team während des Rennens nur zum Teil in den Griff. Während die Zündaussetzer verschwanden, gab der Wagen ab 6000 Umdrehungen seine Leistung nicht mehr komplett her und zu allem Überfluss verursachte eine defekte Belüftung im Tank eine Deformation, wodurch das gesamte Tankvolumen nicht voll ausgenutzt werden konnte. Das Auto blieb mit Spritmangel liegen, wurde von außen betankt und vom Teamchef in die Box beordert. In der Eile kamen die Mechaniker dem Problem nicht sofort auf die Schliche und so entschloss sich die Teamführung, den Wagen aus der Wertung zu nehmen, um eventuelle Folgeschäden zu vermeiden.
Zunächst zufrieden mit Leistung und Auto zeigten sich Kristian Vetter (Geroldshofen) und Andreas Mikkelsen (Norwegen), die Fahrer des BMW 135d. Auch wenn auf die Konkurrenz ein paar Sekunden fehlten, zeigte das Duo im Training, dass man Anschluss halten konnte. Doch im Rennen wendete sich das Blatt zu ungunsten der BMW-Fahrer: Mit zum Teil mehr als 40 Sekunden Rückstand pro Runde führte das Duo mit dem Diesel einen aussichtslosen Kampf, ohne jedoch aufzugeben. Am Ende landete der Diesel-BMW auf Rang 109, in der Wertung weit abgeschlagen. 
Insgesamt acht Wochen Sommerpause stehen jetzt auf dem Plan, ehe die Saison mit Lauf 8 der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring in das letzte Drittel der Saison startet. Das nächste Rennen findet am 25. September 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren

Stimmen nach dem Rennen
Rainer Dörr, Teamchef
„Die Mannschaft des großen Coupé hat eine echt tolle Leistung gezeigt und mit Platz sieben eindrucksvoll bewiesen, dass wir zur Spitze gehören. Mit der nun anstehenden Pause werden wir das Auto komplett revidieren und einen von BMW hergestellten, stärkeren Motor einbauen. Die Probleme am kleinen Schwarzen, davon bin ich überzeugt, werden wir ebenfalls in den Griff bekommen, so dass wir an unsere gute bisherige Leistung in der Klasse SP6 anknüpfen können. Das Projekt mit unserem großen Diesel läuft nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. In der Sommerpause müssen wir es gemeinsam mit den Fahrern und den Mechanikern neu überdenken. Mit dem bisherigen Saisonverlauf sind wir durchaus zufrieden und wollen in den letzten drei Rennen der Saison weiter gute Ergebnisse abliefern.“

Rudi Adams, Fahrer BMW Z4 Coupé SP 9
„Das Rennen war nicht einfach: Mit dem schnellen Auto ist man ständig am Überholen und bei den vielen Kampfgruppen kleinerer Fahrzeuge kann es leicht zu Berührungen kommen, die einen Ausfall zur Folge haben. Entsprechend vorsichtig muss man die Überholvorgänge gestalten. Das Auto lief gut, aber erst, nachdem wir die am Freitag vorgenommene Fahrwerkseinstellung wieder zurück genommen haben. Was uns fehlt, ist etwas mehr Motorleistung, die aber mit dem neuen Motor für die letzten drei Rennen der Saison zur Verfügung steht. Erneut waren wir bester BMW im Feld und einziger BMW in den Top-Ten. Darauf können wir mächtig stolz sein. Ich denke, dass wir mit ein paar technischen Änderungen und intensiven Tests noch weiter vor fahren können. Ich will nicht versäumen, mich für die grandiose Leistung der Mechaniker zu bedanken, die den Wagen nach meinem Unfall in kürzester Zeit konkurrenzfähig aufgebaut haben. Eine wahnsinnige Leistung, der ich nicht genügend Respekt zollen kann.“

Stefan Aust, Fahrer BMW Z4 Coupé SP 9
„Der Wagen ist eine absolute Granate und es ist toll, nur nach vorne fahren zu müssen – überholt wird man so gut wie nie. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, die ich nur durch das perfekte Auto bringen konnte. Ein neuer Sitz verhindert zudem, dass ich wie üblich Schmerzen ins Bein bekommen habe. Die Reifen haben bis zur sechsten Runde super gehalten, danach wurden sie etwas schmierig und ich musste ein wenig Gas rausnehmen. Es kann gut sein, dass Fremdkörper die nachlassende Leistung verursacht haben. Alles in allem hatte ich viel Spaß mit einem gut vorbereiteten Auto und einer überaus homogenen Truppe.“


Peter Posavac, Fahrer BMW Z4 Coupé SP 9
„Mit dem Auto bin ich sehr gut zurecht gekommen – leider erst in meinem zweiten Stint. Der erste war eine echte Katastrophe: Aus noch unbekannten Gründen rutschte das Auto ständig über vier Räder, so dass ich keine vernünftige Zeit fahren konnte. Wir gehen davon aus, dass sich irgendetwas auf der Lauffläche befunden hat – gemeinsam mit Pirelli finden wir die Ursache. Mein zweiter Stint hingegen war echt genial. Bis auf zwei Gelbphasen durch schwere Unfälle waren die Runden nahezu perfekt, die Reifen klebten wie Kaugummi und das über alle Runden. Ich freue mich aufs nächste Rennen, vielen Dank an das Team für den tollen Wagen.“
Redaktionsbüro Uwe Meuren

Artikel vom 03.08.2010

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