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| VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
2010 |
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| Reifen und Tankdeckel kosten Sieg |
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Beim 6h-Rennen, dem Saisonhöhepunkt der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN), lag das Team Derscheid rundenlang in Sichtweite des ersten Platzes der Klasse V2. Am Ende musste sich das Team mit Rang zwei zufrieden geben, denn der Sieg scheiterte an
Kleinigkeiten. Dass es ein hartes Rennen über sechs Stunden werden würde, war allen Mitgliedern des Team Derscheid schon vorm Start bewusst. |
| © Uwe Meuren |
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| Spritverlust
kostet Klassensieg |
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Insbesondere die Teamkollegen vom 24h-Rennen würden es dem siegverwöhnten Team Derscheid mehr als schwer machen, an den großen Pokal heranzukommen. Das zeigte sich schon im Training, auch wenn die Startposition bei einem Langstreckenrennen mehr mit Prestige als mit Siegchancen zu tun hat. Teamchef Rolf Derscheid startete als erster ins Zeittraining und konnte schon in seiner zweiten Runde die Bestzeit im Team setzen. Die Rundenzeit von 10:23 Minuten war alles andere als schlecht, dennoch für einen Startplatz in der ersten Reihe der Klasse V2 nicht ausreichend. Auch Michael Flehmer (Heiligenhaus) konnte in seinen drei Trainingsrunden die Zeit nicht unterbieten und so blieb es beim dritten Rang, mit dem das Team nicht wirklich unzufrieden war.
Einmal zu wenig gewechselt
Mit den Gedanken, dass ein 6h-Rennen sehr lang ist und nicht in der ersten Runde entschieden wird, ging Startfahrer Flehmer zuerst ins Rennen. Im Gewühl der ersten Runden konnte er sich am Stoßfänger des Zweitplatzierten zunächst festbeißen und diesen mächtig unter Druck setzen. Als sich das Feld auseinander zog und die ersten Überrundungen für die V2-Fahrer anstanden, konnte Flehmer aber die Konkurrenz nicht mehr halten. Immer wieder wurde seine Fahrt durch kleinere, zur Überrundung anstehenden Gruppen eingebremst und ohne gefährliche Überholmanöver riss die Schlagdistanz zum Vordermann ab. In Runde 12 musste Flehmer die Box ansteuern, um den Wagen an seinen Teamchef und Fahrerkollegen Rolf Derscheid zu übergeben. Die Mechaniker tankten den Wagen, kontrollierten die Flüssigkeitsstände und reinigten die Scheiben. Auf einen Reifenwechsel verzichtete das Team, da man aus der Erfahrung immer mit einem Satz Vorderreifen einen 2. Stint fahren konnte.
Mit alten Reifen konnte Rolf Derscheid die Rundenzeiten der Konkurrenz zunächst halten, musste aber schon bald den Kontakt abreißen lassen. Grund: Die Reifen bauten zur Mitte seines Stints dramatisch ab und die Rundenzeiten stiegen ebenso dramatisch an. Zehn Runden lang übte sich der routinierte Rennfahrer Derscheid in Schadensbegrenzung und fuhr mit dem Messer zwischen den Zähnen auf dessen Schneide. In Runde 23 stand der BMW erneut und planmäßig vor der Box, jetzt wurde nicht nur getankt, sondern auch die Räder gewechselt und Michael Flehmer griff erneut ins Renngeschehen ein. Sieben Runden griff Flehmer massiv an, ohne jedoch den Führenden in Bedrängnis bringen zu können. Während der Konkurrent freie Fahrt hatte, musste sich Flehmer erneut durch das Feld wühlen, um wenigstens die Chance auf Platz eins zu wahren. Nach Runde 30 signalisierte die Tankuhr, dass der Sprit aufgebraucht war – ein weiterer Boxenstopp stand an, bei dem nur für vier weitere Runden getankt wurde. Grund für den hohen Spritverbrauch war ein nicht richtig geschlossener Tankdeckel. So verlor der Wagen exakt soviel Sprit, wie zum Beenden des Rennens ohne weiteren Stopp nötig gewesen wäre.
Nach sechs Stunden Renndistanz lag das Team auf dem zweiten Platz der Klasse V2 und dem 82. Gesamtrang von fast 200 gestarteten Autos.
Der nächste Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 25. September 2010 statt. Die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Text und Foto: Redaktionsbüro Meuren
Stimmen nach dem Rennen
Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Schon im Training zeigte sich, dass die Konkurrenz richtig gut drauf ist. Der Trainingsplatz war ok. Michael hat einen guten ersten Stint hingelegt. Er ist erfahren genug um zu wissen, dass ein Rennen nicht mit einer schnellen Runde gewonnen wird. Es war richtig, nicht mit der Brechstange durch das Feld zu fahren. Dass wir aufgrund der falschen Reifenwahl den Anschluss verloren haben, geht klar auf meine Kappe. Der zweite Fehler, den Tankdeckel nicht richtig zu verschließen ist ein Mechanikerfehler. Aber zu diesem Zeitpunkt waren wir schon zu weit vom ersten Platz entfernt. Fehler und Stopp waren zwar ärgerlich, haben uns aber im nicht wirklich geschadet.“
Michael Flehmer, Fahrer:
„Das Training war durchaus in Ordnung, aber im Rennen hatte ich plötzlich zu viel Grip auf der Vorderachse. Dadurch kam der Wagen ständig quer. Ich konnte nicht zuletzt auch durch die vielen Überholmanöver das Tempo der Spitze nicht halten, ohne einen gefährlichen Fahrstil an den Tag zu legen. Ich habe dann bewusst abreißen lassen. Die Geschichte mit dem Tankdeckel ist echt dumm gelaufen, aber nicht weiter dramatisch. Der Anschluss war weg und ich hätte ohnehin nicht mehr aufschließen können. Da in der Klasse V2 dieses Jahr so wenige Starter sind, ist die Saison für uns gelaufen – wir können jetzt nur noch Boden gut machen, aber ohne Aussicht auf den Titel oder auf die Vizemeisterschaft.“ |
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| Redaktionsbüro Uwe Meuren |
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Artikel vom 03.08.2010
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