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Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
Ausfall in letzter Minute
Das aus Bad Saulgau stammende Team Kappeler Motorsport hatte die Konkurrenz in der Klasse SP5 beim 3. Lauf zur Langstrecken- meisterschaft Nürburgring (VLN) fest im Griff. Erst ein Reifenschaden und ein vermutlich daraus resultieren- der Schaden an der Antriebs- welle vereitelten die erste Zielankunft des schnellen WTCC-BMW. Insgesamt sieben Wochen Pause hatte Kappeler Motorsport zwischen Lauf drei und vier der Langstrecken- meisterschaft Nürburgring. 
 © Kappeler Motorsport
 Viel Pech kostete den Klassensieg
Zeit, die das Team unter der Leitung von Teamchef und Fahrer Thomas Kappeler keinesfalls nutzlos verstreichen ließ, sondern nutzte, um den BMW M3 weiter zu verbessern und standfest zu machen. Fahrerische Unterstützung erhielt Thomas Kappeler auch diesmal vom Holländer Donald Molenaar. 
Auf zum Teil richtig nasser Strecke drehte Kappeler am frühen Samstagmorgen seine ersten beiden Trainingsrunden. Wissend um die schmierige Piste hielt er sich im Kampf um die Pole-Position in der Klasse SP5 zurück und überlies die Zeitenjagd seinem Fahrerkollegen Donald Molenaar. Dieser konnte zwei blitzsaubere Runden drehen und den ersten Startplatz in der Klasse einfahren – obwohl in seinem zweiten Trainingsumlauf schon zur Hälfte der Runden die Reifen ihre Leistungsgrenze erreichten. 

Vom Start weg gut
Den Start und ersten Stint ging der Teamchef selbst an: Vom ersten Platz aus kontrollierte er über acht Runden das Feld der Klasse SP5 und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance, die Spitze zu erobern. Am Ende seiner achten Runde steuerte er den BMW M3 zum routinemäßigen Stopp an die Box. Nach weniger als zwei Minuten Standzeit verließ der BMW mit Molenaar hinterm Volant die Box und machte sich dran, den Spitzenplatz zu verteidigen. Doch der Holländer konnte nicht mal zwei Runden Führungsluft genießen: Im Streckenabschnitt Fuchsröhre platzte ihm bei mehr als 200 km/h der rechte hintere Reifen. Molenaar drehte sich mehrfach um die eigene Achse und kam ohne Berührung von Leitplanke oder Konkurrenz mit dem Schrecken davon. Auf der Felge schleppte er sich in die Box, wo Mechaniker einen neuen Satz Reifen bereit hielten und Thomas Kappeler parat stand, um den Wagen erneut zu übernehmen. Die Schleichfahrt in die Box nutzte die Konkurrenz aus und reichte den Kappeler-BMW immer weiter nach hinten durch.

Der Teamchef hatte in seinem folgenden Stint deutlich mehr Fortuna als sein holländischer Fahrerkollege. Kappeler drehte erneut acht schnelle Runden und konnte in Runde 14 mit einer Zeit von 9:02 Minuten die schnellste Runde für sich verbuchen. Im 20. Umlauf stand der BMW erneut in der Box. Molenaar übernahm den Wagen, um das Rennen nach Hause zu fahren. Der Holländer blies, genau wie sein Teamchef zuvor, zur Attacke, die jedoch nur zwei Runden hielt. Wieder strauchelte er über unkalkulierbare Tücken und diesmal war es die Technik, die versagte: Ohne Vortrieb rollte Molenaar aus, das Rennen endete für Kappeler Motorsport knapp 20 Minuten vorm offiziellen Schluss.

Der fünfte Lauf zur VLN findet am 03. Juli 2010 statt, die Renndistanz beträgt vier Stunden.

Stimmen nach dem Rennen

Thomas Kappeler, Teamchef und Fahrer
„Vier Rennen, vier Ausfälle – eine traurige Bilanz. Das Auto ist zwar schnell, aber leider noch nicht standfest. Zum Überfluss kam auch noch die Reifenpanne hinzu. Ob der Antriebswellendefekt eine Folge des Reifenschadens und des anschließenden Drehers war, gilt nun herauszufinden. Grundsätzlich gilt es zu überlegen, ob das Konzept stimmig ist und wo wir Veränderungen durchführen müssen, um über die Distanz konkurrenzfähig zu sein.“

Donald Molenaar, Fahrer
„Den Reifendefekt vermute ich als Folge eines eingedrungenen Fremdkörpers, denn kurz zuvor musste ich eine Unfallstelle passieren. Dass ich bei den Drehern nicht eingeschlagen bin, war pures Glück. Pech hingegen war der Ausfall. Ich hoffe, dass Thomas den Wagen zum nächsten Rennen standfest bekommt, denn der BMW macht tierisch viel Spaß, ist schnell und durchaus problemlos zu fahren.“
Redaktionsbüro Uwe Meuren

Artikel vom 15.06.2010

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