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| Langstreckenmeisterschaft Nürburgring |
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| Platz eins mit Ersatzwagen |
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Schon beim ersten Rennen der neuen Saison zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) kämpfte das Team Derscheid aus Much mit den Tücken der Technik, ohne dem Fehler Herr zu werden. Nur zwei Tage vorm Rennen entschied sich Teamchef Rolf Derscheid, mit dem
Ersatzauto an den Start zu gehen. Nach Lauf 1 hatte das Team Derscheid, insbesondere Teamchef und Mechaniker alle Hände voll zu tun: |
| ©
Klaus Janda
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| Mit
Ersatzwagen zum Erfolg |
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Zwar gab es keinen Unfallschaden zu beheben, dafür galt es aber, einem unerklärlichen Leistungsverlust auf die Schliche zu kommen. Bis zwei Tage vor Rennbeginn hatte das Team unzählige Diagnosen erledigt, zahllose Teile getauscht und Unmengen Kilometer auf dem Leistungsprüfstand zurückgelegt, ohne jedoch dem Defektteufel auch nur in die Nähe gekommen zu sein. Also wurde in einer echten Hauruck-Aktion das zweite Auto mit Funk und Sitz des eigentlichen Einsatzwagens aufgerüstet und zum Nürburgring gebracht. Das Team widmete sich während des freien Freitagstrainings einzig und allein der Abstimmung des Ersatzrenners. Rolf Derscheid und Michael Flehmer (Overath) spulten Runde um Runde ab, um das gewünschte Fahrverhalten zu erreichen. Mit einem, in Anbetracht der knappen, zur Verfügung stehenden Zeit, einigermaßen funktionierenden Auto gab man sich Freitagabend zufrieden und blickte mit reichlich Spannung in Richtung Training und Rennen am folgenden Samstag.
Harter Kampf, bis Konkurrenz strauchelt
Wie schon während des Trainings zum ersten Rennen der Meisterschaft, galt der Kampf von Flehmer und Derscheid auch diesmal nicht nur den direkten Konkurrenten der Klasse V2, sondern auch vielen Neulingen auf der Nordschleife und der Rennserie. Immer wieder wurden die Routiniers, die auf einem der leistungsschwächsten Fahrzeuge im Feld unterwegs waren, von Newcomern auf PS-starken Wagen ausgebremst. Dieser Umstand, in Kombination mit einer nicht ganz perfekten Fahrwerksabstimmung bescherte Team Derscheid nach 1,5 Stunden Zeittraining den zweiten Platz der Klasse V2. Es war der Teamchef selbst, der in 10:22 Minuten die beste Runde abspulte. Ganz zufrieden waren beide Fahrer nicht, denn mit fünf Sekunden lagen sprichwörtliche Welten zwischen Startplatz eins und zwei. Dennoch ging das Team mit einer gehörigen Portion Optimismus an den Start, denn immerhin stand man nach dem Training gut 20 Sekunden vor dem dritten Startplatz in aussichtsreicher Position.
Michael Flehmer ging zuerst in das vier Stunden dauernde Rennen und entdeckte direkt hinter der Startlinie eine Lücke im Feld, in die er hineinfahren konnte – damit verwies er den Trainingsschnellsten auf Platz 2. Leider hielt die Freude doch nur kurz, denn zügig hatte der Trainingsschnellste die alte Rangordnung wieder hergestellt und legte in großen Schritten einen gehörigen Abstand zwischen sich und den BMW 318is des Teams Derscheid. Durch eine technische Unterlegenheit schaffte Flehmer es nicht, Anschluss zu halten und musste den Führenden kampflos ziehen lassen. Den zweiten Platz konnte er jedoch problemlos nach hinten absichern. In Runde zwölf wurde Startfahrer Michael Flehmer zeitgleich mit dem Führenden der Klasse V2 in die Box zum Fahrerwechsel beordert. Während beim Team Derscheid der Boxenstopp fehlerfrei über die Bühne ging, versagte beim Führenden die Tankanlage und Rolf Derscheid ging mit einem hauchdünnen Vorsprung zuerst in die zweite Rennhälfte. Was dann folgte, kann kein Krimiautor spannender schreiben: Derscheid konnte immer wieder einige Meter davon fahren, wurde aber spätestens auf den Geraden vom direkten Konkurrenten wieder eingefangen. So kämpften beide Runde um Runde verbissen, hart aber fair, bis Derscheids ärgster Widersacher mit einem technischen Defekt seine Segel streichen musste. Rolf Derscheid drehte damit ab Runde 17 einsam seine Runden an der Spitze des Feldes, um den ersten Platz sicher über die Ziellinie zu bringen.
Lauf drei zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet am 24. April 2010 statt, die Renndistanz beträgt ebenfalls vier Stunden.
Stimmen nach dem Rennen
Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Kein Mensch hat nach dem Desaster am Donnerstag und Freitag an einen ersten Platz geglaubt. Ohne die glückliche Fügung beim Boxenstop hätten wir aus eigener Kraft Rang eins nicht erreicht – der Ausfall des Konkurrenten hat uns in die Karten gespielt. Die technische Überlegenheit des Wettbewerbes war auch mit fahrerischem Engagement nicht wett zu machen. Überdies sind beide Fahrer der Konkurrenz sehr gut gefahren. Wir versuchen erneut, den Fehler beim Einsatz-Auto bis zum nächsten Rennen zu finden. Wenn es uns nicht gelingt, starten wir wieder im Ersatzwagen. Der Klasse V2 bleiben wir vorläufig auf jeden Fall treu. Wir wollen erstmal das 24h Rennen fahren. Danach werden wir überlegen und entscheiden, wie und in welcher Klasse es weitergeht.“
Michael Flehmer, Fahrer:
„Nur einmal konnte ich dem Wettbewerber Paroli bieten: als ich direkt nach dem Start in die Lücke stach. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Der weitere Verlauf des Rennens war eher ruhig, ich konnte Platz zwei problemlos halten. Auch wenn wir jetzt mit dem Ersatzauto gepunktet haben, freue ich mich, wenn unsere Mechaniker den Fehler am ursprünglichen Auto finden und wir wieder auf Augenhöhe ernsthaft mit unseren Konkurrenten um Punkte kämpfen können.“
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| Redaktionsbüro Uwe Meuren |
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Artikel vom 14.04.2010
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