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Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
Zwei Wimpernschlag-Niederlagen an einem Tag
Das erfolgsverwöhnte Team Derscheid (Much) musste im letzten Rennen der BF- Goodrich Langstrecken- meisterschaft eine Niederlage einstecken: Mit weniger als einem Wimpernschlag Rückstand verlor das Team den letzten Lauf. Auch im Kampf um die Meisterschaft musste das Team Derscheid sich um Haaresbreite geschlagen geben. Ein letztes Mal bäumten sich fast 180 Motorsportler gegen den einkehrenden Winter auf.
 © Redaktionsbüro Meuren
 Lediglich 0,6 Sekunden fehlten zum Klassensieg 
Ein letztes Mal gingen die Protagonisten der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft ins Rennen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und einem eisigen Wind stand auch Team Derscheid mit seinen Fahrern Rolf Derscheid (Much) und Michael Flehmer (Overath) am Samstagmorgen pünktlich um 08:30 Uhr parat, um das Training zum letzten Rennen anzugehen. Michael Flehmer ging zuerst auf die Piste und erkämpfte in drei Rennrunden die Pole-Position in der Klasse V2, obgleich er aufgrund der Strecken- verhältnisse über fehlenden Grip klagte. Als Rolf Derscheid den Wagen übernahm, bot der Kurs schon deutlich mehr Haftung und auch er konnte Platz 1 der Klasse verteidigen. Die Freude währte jedoch nur kurz: In buchstäblich letzter Sekunde verlor das Team Derscheid den guten Startplatz und musste sich – wenn auch nicht unzufrieden über das Trainingsergebnis – mit Platz zwei zufrieden geben.

Hart aber Fair
Traditionell fuhr Flehmer den Start und die ersten beiden der ausstehenden vier Rennstunden. Auf Platz zwei liegend sah Flehmer eine Lücke im Startgetümmel, nutzte den Platz aus und schob sich vorerst auf den ersten Rang der Klasse V2. Flehmer beugte sich allerdings noch in der ersten Runde dem Druck des Verfolgers, ließ diesen überholen und heftete sich an dessen Heck. Flehmer nutzte immer wieder seine Chance, die Klassenführung zu übernehmen, wurde aber selbst immer wieder überholt. So wechselte die Führung ständig.

Redaktionsbüro Meuren

Voller Leidenschaft kämpften Michael Flehmer und Rolf Derscheid 

Mitten in der zehnten Runde und somit zwei Runden zu früh flackerte auf einmal die Benzinanzeige auf. Flehmer steuerte notgedrungen in Führung liegend außerplanmäßig die Box an, um den Wagen an Rolf Derscheid zu übergeben. Der BMW 318is des Teams Derscheid wurde dann in „der Box“ vom Konkurrenten überholt und Teamchef Rolf Derscheid ging auf Platz zwei liegend ins Rennen. In der Rolle des Verfolgers kämpfte er sich Runde um Runde an den Führenden der Klasse heran, so dass sich anschließend ein spannender Kampf entwickelte, bei dem die Führung zwischen Derscheid und seinem Kontrahenten mehrfach wechselte. Leider zwang erneuter Spritmangel den Routinier in Runde 18 an die Box. Nach einem Tankstop, der etwas mehr als eine Minute dauerte, konnte Derscheid die Verfolgung erneut aufnehmen. In der letzten Rennrunde hatte er den Führenden der Klasse V2 direkt vor sich. Alle Versuche, auf den letzten Metern die Spitze zu erkämpfen, schlugen fehl. Zu allem Überfluss verbremste sich Derscheid in der letzten Schikane vor der Ziellinie und so musste sich das Team mit 0,6 Sekunden Rückstand geschlagen geben. Am letzten Tag der Saison 2009 verlor Derscheid nicht nur das Rennen mit unsagbarer Knappheit, auch am Titel rutschte das Team mit weniger als einer Haaresbreite vorbei. Mit nur 1,3 Punkten Rückstand wurde das Rennsportteam aus Much Vizemeister. 

Übrigens: Ein wahres Heer an Schutzengeln hatte Rolf Derscheid an Bord als er in der Anfahrt zum Streckenabschnitt „Adenauer Forst“ einen Schlag auf die linke Ecke des Hecks erhielt. Ein Wettbewerber, der im Übereifer offensichtlich vergaß zu bremsen, drehte den BMW des Teams Derscheid in dem kniffligen und gefährlichen Streckenabschnitt und schob ihn quer zur Fahrtrichtung auf lediglich zwei Rädern Richtung Kiesbett. Die unfreiwillige Fahrt endete glimpflich und kurz vor der Leitplanke. 
Redaktionsbüro Meuren

Artikel vom 03.11.2009

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