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| Langstreckenmeisterschaft Nürburgring |
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| Gewonnen – am Ende doch verloren |
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Nur viele Teilnehmer in der Starterklasse garantieren den Teilnehmern der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft eine fette Punkteausbeute. Die Klasse V2 war beim 8. Langstreckenrennen alles andere als gut besetzt, das Team Derscheid (Much) füllte die Klasse mit eigenen
Autos und hatte dennoch das Nachsehen. Von den im Vorfeld des Rennens genannten 12 Teams starteten am Samstagmorgen nur zehn in das offizielle Zeittraining. |
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Meuren/Dirk Reiter
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| Punkte
verloren durch zu wenig Starter in der Klasse |
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Grund: Zwei Teilnehmer mussten bereits vorzeitig nach dem Training die Segel streichen. Die drei Autos des Team Derscheid, optisch nur durch Nuancen und Startnummer zu unterscheiden, kämpften also schon vor dem Rennen auf verlorenem Posten. Denn schon vorm Start war klar, dass selbst ein weiterer Klassensieg nicht genügend Punkte einbrachte, um die Meisterschaftsführung weiterhin zu verteidigen, da der Wettbewerber mehr Starter in der Klasse hatte. Bei kalten Temperaturen startete Stammfahrer und Tabellenführer Michael Flehmer (Overath) als erster ins Training, drehte seine zwei Runden, mit denen er alles andere als zufrieden war. Er übergab den BMW 318is an seinen Kollegen, Mittabellenführer und Teamchef Rolf Derscheid (Much), der eine erstklassige Runde erwischte und mit einer Zeit von 10:19 Minuten alle Wettbewerber auf die Ränge verwies. Mit dem ersten Startplatz hatte das Team den Grundstein für einen weiteren Klassensieg gelegt.
Klassensieg durch grandiose Teamleistung
Auch beim Start um 12:00 Uhr saß Flehmer als erster hinterm Volant, um sein Rennen zu fahren. Für zwei von insgesamt vier Stunden musste er alles geben, um die Titelchancen zu wahren. Das war offensichtlich nicht ganz so einfach wie geplant. Schon in der ersten Runde wurde Flehmer sprichwörtlich überrumpelt und musste fortan sein Rennen auf Platz zwei fahren. Mit allen Mitteln versuchte er den nun Führenden der Klasse zu überholen, was ihm immer misslang, den dieser fuhr mehr als Kampflinie und machte im stets entscheidenden Moment die
„Tür zu“. Um den Wagen nicht zu beschädigen, steckte Flehmer ständig zurück. In Runde 13 steuerte er die Box an, um den BMW an seinen Fahrerkollegen und Teamchef zu übergeben. In deutlich weniger als zwei Minuten fertigten die Mechaniker das Auto ab. Dabei wurde getankt, Öl- und Kühlwasserstand kontrolliert, Scheiben gereinigt und der Wagen einer Sichtkontrolle unterzogen.
Rolf Derscheid gab seinerseits tatsächlich alles, fuhr auf sprichwörtlich letzter Rille und gleichzeitig so umsichtig, um das Auto nicht zu beschädigen. Zwischenzeitlich stand auch der bis dahin Führende der Klasse V2 an der Box und erwischte alles andere als einen guten Stopp. Die Standzeit lag gut 20 Sekunden über der vom Team Derscheid, das auf diese Weise den ersten Platz eroberte. Trotzdem nahm der Teamchef kein Gas raus – im Gegenteil: Er setzte alles dran, um den Abstand nach hinten zu vergrößern, denn auch er hatte zu diesem Zeitpunkt noch gut 1,5 Stunden Renndistanz zu bewältigen, in denen viel passieren konnte. Erst zum Ende hin wurden die Rundenzeiten von Rolf Derscheid etwas langsamer: Er hatte seine Reifen an ihre Belastungsgrenze gefahren und musste dem harten Gang Tribut zollen. Dennoch reichte der nach vier Stunden herausgefahrene Vorsprung von 28 Sekunden, um letztendlich den Sieg in der Klasse V2 über die Ziellinie zu bringen.
Auch wenn das Team Derscheid in der noch laufenden Saison sieben von acht gefahrenen Rennen gewann und einen zweiten Platz einfuhr, reichte es diesmal nicht, um die Tabellenführung der Gesamtwertung zu verteidigen. Mit einem nahezu „lächerlichen“ Rückstand von 1,11 Punkten liegt das Duo Derscheid / Flehmer auf Rang zwei der Wertung. Zwei Rennen (17.10. und 31.10.) bleiben dem Team, um die Tabellenführung zurückzuholen.
Die beiden weiteren Autos des Teams sahen nach vier Stunden ebenfalls die Zielflagge. Auch hier haben die Fahrer Wolfgang Garbrock mit Partner Thorsten Schwarz und Robert Baumann mit Partner Bernd Seidel einen sehr guten Job gemacht.
Stimmen nach dem Rennen
Rolf Derscheid, Teamchef und Fahrer:
„Das Training war wie gewohnt: Ich wurde ständige aufgehalten und hatte das Gefühl, dass viele neue Fahrer in die letzten drei Rennen der Saison gehen, die mit dem Verkehr überfordert sind. Am Ende hat es dann doch für den ersten Platz in der Klasse gereicht. Damit waren wir zunächst zufrieden, obwohl wir schon wussten, dass die Tabellenführung an den Wettbewerber gehen wird, wenn er sein Rennen gewinnt. Im Rennen lief alles nach Plan. Wir haben uns aus allen Rangeleien rausgehalten, sind fair geblieben und haben kein Überholmanöver auf Gedeih und Verderb gefahren. Hier ein großes Lob an Michael, er war sehr besonnen unterwegs. Den besten Job haben an diesem Wochenende haben aber unsere Mechaniker gemacht: Mit dem Blitz-Boxenstopp haben sie den größten Anteil am Erfolg des Rennens. Wir Fahrer können dem Team nicht genügend für ihr ehrenamtliches Engagement danken.“
Michael Flehmer, Fahrer:
„Das Training war wie immer nicht sonderlich erfolgreich. Ich wurde ständig ausgebremst und wollte auch nicht mit aller Gewalt eine gute Rundenzeit erreichen, denn ein Langstreckenrennen gewinnt man nicht mit einer schnellen Trainingsrunde. Im Rennen habe ich mich direkt in der ersten Runde überrumpeln lassen und musste dem nun Führenden der Klasse hinterher fahren. Ich hatte keine Möglichkeit, gefahrlos zu überholen – die Linie, die er wählte, war schon jenseits jeglicher „Kampflinien“. Dadurch fand ich auch nicht in meinen Rhythmus. Dennoch bin ich ganz zufrieden und stolz auf einen weiteren Ersten-Platz-Pokal. Schade, dass wir die Tabellenführung nicht behalten konnten.“ |
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| Redaktionsbüro
Meuren |
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Artikel vom 05.10.2009
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