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| Langstreckenmeisterschaft Nürburgring - 29.08.2009: 32. RCM DMV Grenzlandrennen |
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| Wellengang |
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Nach sechs Wochen
Sommer- pause in der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft mussten die Teams am vergangenen Wochenende ihr Können wieder unter Beweis stellen. Dörr Motorsport hatte die lange Pause auch bitter nötig: Die Reparatur des BMW Z4 Coupé endete erst wenige Stunden vorm offiziellen Training des siebten Laufs zur
Langstreckenmeisterschaft. |
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Meuren / K. Vetter |
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| Schaden im Antriebsstrang
zwang zum Aus |
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Der Brandschaden, den das BMW Z4 Coupé von Dörr Motorsport während des 6h-Rennens Mitte Juli erlitten hatte, war beträchtlicher als der erste Blick erkennen ließ. Entsprechend aufwändig waren die Reparaturen: Die Mechaniker-Crew unter Leitung von Technik-Teamchef Jörg Ullmann nutzte die Sommerpause bis zur sprichwörtlichen letzten Minute aus, um den Boliden für den 7. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft flott zu bekommen. Bis Samstagmorgen 02:00 Uhr, also bis sechs Stunden vorm Zeittraining, arbeiteten die Mechaniker fieberhaft am Coupé. Pünktlich um 08:00 Uhr startete Jörg Ullmann das 6-Zylinder Aggregat des Z4 Coupé, um ihn für die anstehende Trainingssitzung warmlaufen zu lassen.
Stefan Aust (Münster) eröffnete den Trainingsreigen für das hessische Motorsportteam. Nach einer „Besichtigungsrunde“ gab er in seiner zweiten Runde ordentlich Gas und konnte sofort eine niedrige 9er Zeit einfahren. Luca Ludwig (Bornheim) ging danach ins Training und haderte noch etwas mit der Fahrzeugumstellung: Der Junior im Fahrertrio geht in einer anderen Rennserie mit einer Corvette an den Start und musste sich so erst auf das BMW Coupé einschießen. Auch wenn das Team mit der Trainingsleistung zufrieden war – Ludwig war es nicht. Rudi Adams (Ahütte) startete zuletzt in das Training, gab dem BMW die Sporen und platzierte ihn mit einer Rundenzeit von 8:40 Minuten auf den 19. Gesamtstartplatz. In der Klasse reichte diese Zeit locker zum ersten Rang mit beruhigenden sieben Sekunden Vorsprung auf den Verfolger.
Verschleißvolle Fahrt
Etwas ungewohnt die Startzeit zum siebten Lauf: Wegen einer Rahmenveranstaltung hatten die Teams eine Stunde mehr Pause als gewohnt. Erst um 13:00 überfuhren die Fahrzeuge der ersten Startgruppe die Start-Ziellinie und eröffneten damit den 7. Lauf zur Meisterschaft. Stefan Aust nahm zuerst seinen Teil der 4h-Renndistanz in Angriff. Aus dem Startgetümmel hielt er sich raus und wurde prompt vom Konkurrenten überholt. Mit Anschluss und Sichtkontakt zum neuen Führenden in der Klasse drehte Aust seine Runden und wurde kontinuierlich schneller. In seiner siebten Runde lief er auf ein extrem langsameres Auto auf, dessen Fahrer offensichtlich mit der gesamten Rennsituation überfordert war. Als Aust im Streckenabschnitt Wehrseifen zum Überholen ansetzte, wechselte der Fahrer des langsameren Wagens plötzlich die Spur. Trotz Vollbremsung konnte Aust eine Kollision nicht verhindern und beschädigte die rechte Front des Coupés. Umgehend meldete er den Vorfall und steuerte die Box an, um den Schaden begutachten und um Reparaturmaßnahmen erledigen zu lassen. Gleichzeitig übergab Stefan Aust den Wagen an Luca Ludwig.
Ludwig gab nun alles, um den durch die Kollision seines Mitstreiters verlorenen Boden wieder gut zu machen. Mit konstanten, niedrigen Rundenzeiten schaffte es Ludwig, den Kontakt zur Spitze wieder herzustellen. Trotz der guten Leistung schaffte er es jedoch nicht, den Sichtkontakt herzustellen, hatte aber den Grundstein für ein aussichtsreiches Ergebnis gelegt. In Runde 16 stand das mattschwarze Coupé erneut in der Box – diesmal planmäßig zum letzten Fahrerwechsel. Während sich Ludwig aus dem Sitz schälte, stand Rudi Adams parat, um die gute Arbeit seiner Kollegen zu vollenden. Der Frontschaden beeinflusste die Aerodynamik derart massiv, dass weder Ludwig noch Adams das volle Potential des Z4 Coupés ausschöpfen konnten. Mit entsprechendem Kampfgeist schraubte der aus Ahütte stammende Adams die guten Rundenzeiten seiner Mitstreiter weiter runter: Nahezu jede Runde beendete er mit einer Zeit unter neun Minuten und konnte so den Abstand auf Platz zwei der Klasse SP6 verringern. Kurz vor Schluss war dann noch ein kurzer Tankstopp fällig. Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse beschleunigte Adams derart, dass selbst im zweiten Gang die Räder Rauchzeichen sendeten. Nach wenigen hundert Metern folgte das Aus. Antriebslos rollte das Auto aus und keine zehn Minuten vor Rennende konnte das Team einpacken. Ursache des Ausfalls: Die Antriebswelle hielt der Beschleunigungsorgie von Rudi Adams nicht stand, scherte ab und der Kraftfluss war unterbrochen. Übermut tut halt selten gut!
Das nächste Rennen im Rahmen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft findet am 03. Oktober 2009 statt und wird über die Dauer von vier Stunden ausgetragen. |
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Meuren / K. Vetter
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Start
mit Stefan Aust am Steuer |
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Stimmen nach dem Rennen
Rainer Dörr (Teamchef), Jörg Ullmann (Technik-Teamchef)
„Wir sind mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden, zumal der dritte Platz sicher und der zweite in greifbarer Nähe lag. Aber wir haben gezeigt, dass unsere Reparaturen erfolgreich waren. Auf Anhieb waren wir schneller als die Konkurrenz.
Adams und Ludwig haben eine erstklassige Leistung gezeigt – nichts anderes haben wir erwartet. Dass am Ende die Antriebswelle dem Power-Start von Rudi Adams zum Opfer fiel, ist Pech. Wir hätten es wissen und Rudi zur Vernunft mahnen müssen. Erstaunt waren wir über die Leistung von Stefan Aust: Er fuhr heute sein erstes Rennen auf dem Coupé und konnte auf Anhieb die Zeiten von Luca Ludwig gehen, tolle Leistung.
Nicht hoch genug einzustufen ist mal wieder die Teamleistung, insbesondere die der Mechaniker: In sechs Wochen haben sie den Wagen nahezu neu aufgebaut. Ohne diese Leistung wäre an einen Start nicht zu denken gewesen.“
Rudi Adams, Fahrer:
„Das Auto lief von der ersten Sekunde wie ein Uhrwerk. Fahrwerk, Reifen, Aerodynamik – es hat einfach alles gepasst und man konnte nahezu von einem entspannten Fahren reden. Zumindest im Training. Nach dem Unfall von Stefan Aust war es dann nicht mehr ganz so einfach. Erstaunlicherweise gab es keinerlei Probleme beim Überrunden, trotz des recht großen Starterfeldes. Der Ausfall tut mir sehr leid fürs ganze Team, das hervorragend gearbeitet hat. Auch für meine Fahrerkollegen, die ebenfalls eine super Leistung gezeigt haben. Beim nächsten Mal punkten wir wieder – versprochen!“
Luca Ludwig, Fahrer:
„Zu Beginn des Trainings hatte ich so meine Probleme, insbesondere die Umstellung auf das Coupé hat mir ein paar Probleme beschert. Im Rennen hat sich das schnell gelegt und ich habe versucht, den Anschluss an die Spitze herzustellen. Leider ist mir das nicht ganz gelungen, aber ich habe alles gegeben. Die gestörte Aerodynamik hat das Fahren deutlich erschwert und so waren die Rundenzeiten immer über dem, was eigentlich machbar ist. Das Auto insgesamt war wirklich toll, einfach zu fahren und richtig gutmütig.“
Stefan Aust, Fahrer:
„Ich bin richtig stolz, erstmals unter die neun Minuten-Grenze gefahren zu sein. Auf Anhieb kam ich mit dem Auto zurecht, das deutlich mehr Rennwagen ist als die Fahrzeuge der SP 5, die ich bislang gefahren habe. Die Sache mit dem Unfall tut mir leid, aber ich hatte keine Chance, dem langsameren Fahrzeug auszuweichen. Der Fahrer hat mich sehr lange blockiert, sämtliche Flaggensignale missachtet und ist einfach in meine Linie gefahren als ich überholen wollte. Aber so ist nun mal Rennsport. Den nächsten Lauf will ich ohne Schäden überstehen. Danke dem Team für das tolle Auto und ein gelungenes Wochenende – auch wenn der Podestplatz ausgeblieben ist.“
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| Redaktionsbüro Meuren |
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Artikel vom 02.09.2009
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