setzte diesen mächtig unter Druck. In der vierten Runde war es dann soweit: Vervisch war nah genug dran, um Chinosi in der zweiten Kurve zu überholen. Zwar konnte er sich nicht vom dem Italiener absetzen, konnte aber seinen ersten Platz bis ins Ziel retten. Auch der drittplatzierte Venezolaner Johnny Cecotto (Dallara F307 Mercedes) hatte mehrere Zweikämpfe hinter sich gebracht.
Doch kurz nach dem Start war in der zweiten Kurve das Chaos ausgebrochen: Dort war es zu einer Kollision zwischen Laurens Vanthoor, Kevin Mirocha und Gerhard Tweraser gekommen. Tweraser konnte nicht mehr weiterfahren, Vanthoor schaffte es noch in die Box und Mirocha versuchte das Feld von hinten aufzurollen. Der Deutsche kam am Ende immerhin auf die 13. Position. Der Rest des Feldes schaffte es gerade noch auszuweichen. Im Anschluss bildete sich an der Spitze eine Fünfer-Gruppe bestehend aus Chinosi, Vervisch, Sebastian Saavedra, Hamad Al Fardan und Cecotto. Nur wenige Hunderstel trennten die Fahrer voneinander - jeder hatte Chancen auf den Sieg. Dann schaffte es Cecotto an Al Fardan vorbei und begann sofort seinen Teamkollegen Saavedra anzugreifen. Als der Venezolaner überholte, schlug Saavedra die Tür zu - dabei beschädigte er allerdings nur seinen eigenen Frontflügel und hatte keine Chance mehr auf einen Konter.
Damit konnte sich Chinosi in der Tabelle weiter absetzen. Vervisch gelang mit seinem Sieg und dem Ausfall von Tweraser der Sprung auf Platz zwei. Er hat jetzt sechs Punkte Rückstand auf den Italiener. Auch Cecotto kommt der Spitzengruppe immer näher.
Frédéric Vervisch: Ich bin überglücklich über diesen Sieg. Ich hatte einen guten Start, blieb aber hinter Chinosi. In der dritten Runde habe ich in der letzten Schikane schon meinen Angriff auf ihn vorbereitet - der mir dann auch in der zweiten Kurve gelungen ist. Wir sind jetzt noch näher an die Spitzengruppe herangekommen.
Matteo Chinosi: Ich bin nicht so zufrieden mit meinen zweiten Platz, denn ich hätte gewinnen können. Aber in der Meisterschaft sieht es sehr gut für mich aus. Für morgen bin ich sehr zuversichtlich, da Vervisch nur von vier startet.
Johnny Cecotto: Ich hatte einen guten Start, aber in der ersten Kurve habe ich im Sandwich gehangen. Dann haben sich zwei vor mir gedreht, wodurch ich einige Plätze verloren habe. An Al Fardan vorbeizugehen, hat mich viel Zeit gekostet. Dann konnte ich meinen Teamkollegen überholen, der das nicht wirklich zulassen wollte. Am Ende konnte ich auch noch auf die beiden Führenden aufholen, aber da war es schon zu spät.
ATS Formel-3-Trophy. Der momentan Führende Bernd Herndlhofer (Dallara F304
Opel) nahm nach einem technischen Problem am gestrigen Qualifying nicht teil und
erreichte auch heute nur den sechsten Rang der internen Wertung. Hier wird der
heute schnelle Trophy-Pilot Marco Oberhauser (Dallara F304 Opel) alles daran
setzen den Abstand auf den seinen österreichischen Landsmann zu
verkürzen.
Matteo Chinosi: Das war heute wieder ein
fantastisches Zeittraining. Dass ich heute die zweite Pole einfahren konnte ist
einfach Wahnsinn. Besonders hier auf dem Nürburgring ist es wichtig ganz vorne
zu stehen. Da man in den schnellen Kurven seinem Vordermann nicht gut folgen
kann. Ich hoffe, dass ich gleich in der ersten Runden einen Abstand herausfahren
kann.
Laurens Vanthoor: Ich bin mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Im gestrigen
Qualifying lief es auch nicht schlecht aber wir konnten an dem Auto noch etwas
verbessern. Wir haben gestern viel Zeit darauf verwendet die Daten zu
analysieren. Jetzt müssen wir warten was das Rennen bringt.
Johnny Cecotto: Die Strecke war heute schwieriger zu fahren. Vermutlich durch
das unterschiedliche Gummi auf dem Asphalt ist sie langsamer und rutschiger
geworden. Mit meinem dritten Platz bin ich ganz zufrieden. Ich bin froh, dass
ich mich in dem Formel 3 schnell so gut einleben konnte.