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Doppelsieg für Richard Green in Hockenheim

Actionreiches Wochenende im Glutofen Motodrom

Der Mann hat einen großen Vorteil, denn im Gegensatz zu den zwei anderen Herren auf dem Podest muss er keine verschwitzen Haare richten. Richard Green, der in Oschersleben erstmals Divinol Cup Luft schnupperte, war in Hockenheim auf der kleinen Variante der Mann des Tages. Ein wenig profitierte der Engländer aber noch vom Pech der Konkurrenz. Die hieß vor allem Willi Herold und Klaus Horn.
 © Patrick Holzer
 Holte sich die ersten zwei Divinol-Cup Gesamtsiege - Richard Green
So hämmerte der Audipilot im zweiten Zeittraining eine 1.05,693 in den Asphalt und damit war Herold nur unwesentlich langsamer als Green im ersten Zeittraining. "Das geht noch schneller" war Willi Herold aber erzeugt. Wie schnell sollten die Divinol-Cup Fans schon beim ersten Rennen sehen. Rundenlang klebte Herold dem V8 STAR von Pierre von Mentlen am Heck, doch auf dem engen kleinen Kurs von Hockenheim kam Herold einfach nicht am dicken V8 Bomber vorbei. Richard Green an der Spitze konnte das nur recht sein - Runde um Runde wuchs der Vorsprung auf die Verfolger Pierre von Mentlen, Willi Herold und Klaus Horn. Nach acht Runden kam für Willi Herold jedoch schon das vorzeitige Aus - Elektronikprobleme. Mit 36,839 Sekunden Vorsprung holte sich Green seinen ersten Divinol-Cup Gesamtsieg vor Pierre von Mentlen und Klaus Horn.

Ein einsames Rennen fuhr Toni Ring im Challenge Ferrari. Dahinter lag lange Zeit Johannes Kreuer im Donkervoort, der jedoch das Pech hatte, dass er von Christian Kunick (BMW 325i E36) abgeschossen wurde. Somit schlüpfte Michael Holden (Porsche 996 GT3 Cup) noch am Donkervoort vorbei. Einen Schreckensmoment erlebte Lars Pergande, der in Runde 16 das linke Hinterrad verlor. Spektakulär stieg der M3 in Höhe. Somit hatte sich in der Südkurve allerlei angesammelt, denn neben Willi Herold war dort auch Georg Schwittay gestrandet. Der war schon in Runde eins mit Claus Hable (Porsche 996 GT3 Cup) aneinander geraten -  das Aus kam allerdings erst in der 16. Runde.

Einen souveränen Klassensieg staubte Martin Zajicek ab. Der Skoda Octavia Pilot hatte seine Klasse klar im Griff. Sehr schnell unterwegs war die dänische Clio Cup Fraktion. Klassensieger Christoffer Nygaard lief im nur 185 PS starken Clio auf dem starken 14. Gesamtrang ins Ziel ein. Peter Schaub (VW Polo) siegte bei den Hubraumzwergen, während Hans-Christian Zink (BMW 325i E36) und Herbert Zimmer (BMW M3 E30) ebenfalls ihre Klassen gewinnen konnten. Nicht vom Glück verfolgt, war an diesem Wochenende auch Chaouki Chikhani. Sein Porsche 993 GT2 kam nicht auf Touren und das trotz völlig neuem Aggregat. So verpasste der schnelle Libanese auch das erste Rennen am Vormittag.

Im zweiten Rennen schoss Herold von Pole aus in Führung. Von Mentlen machte Green die Tür zu und blieb auf Rang zwei. Doch schon im Verlauf der Runde ging Green am V8 STAR vorbei, genau wie Klaus Horn und Dieter Svepes (Porsche 996 GT3 Cup). Der 25 jährige Österreicher war 2005 im Carrera Cup aktiv, zuvor feierte er in den VW Markenpokalen Erfolge. Doch was war mit von Mentlen passiert? Der Schweizer hatte sich mit Chikhani, der sich beim Start auf Rang vier verbesserte, nicht über die Vorfahrtsregel einigen können und hatte bei der Rangelei auch noch seine Tür verloren - bei den heißen Temperaturen eigentlich gar nicht so schlecht. Nach nur fünf Runden musste Herold den Audi S2 Ausgangs Nordkurve erneut parken. Die Diagnose nach dem Rennen hatte noch nichts ergeben, erst in den nächsten Tagen wird sich zeigen was zum erneuten Ausfall geführt hat.

Klaus Horn lag in Schlagdistanz zum neuen Führenden Richard Green, leistete sich aber in Runde neun einen Dreher, der viel Zeit gekostet hatte. Damit war für Richard Green der Weg zum zweiten Saisonsieg frei. "Ohne den Dreher wäre mehr drin gewesen", analysierte der Landauer seinen zweiten Platz. Pierre von Mentlen im frischluftgekühlten V8 STAR holte sich in der siebten Runde den dritten Platz von Dieter Svepes zurück und erklomm somit noch das Siegerpodest. Platz fünf ging an Ferraripilot Christer Bohlin, der zu Rennbeginn noch von Johannes Kreuer bedrängt worden war.
Hauchdünn mit nur 0,38 Sekunden Abstand kam Kreuer als Sieger der Klasse 7 hinter Michael Holden (Porsche 996 GT3 Cup) ins Ziel. Nach dem Klassensieg im ersten Rennen, musste der junge Däne diesmal mit dem zweiten Platz zufrieden sein. In die Top 10 schafften es auch noch 2-Liter Sieger Martin Zajicek, Jörg Bernhard (Honda S2000) und Frank Schreiner (Porsche 996 GT3 Cup). Die Clio Klasse gewann diesmal Routinier Henrik Larsen, während Lars Pergande nach seinem Missgeschick in Rennen eins in der Klasse 6 erfolgreich war. Jens Smollich (BMW 325i E36) und Peter Schaub staubten die weiteren Klassensiege ab.
Nach den zwei Rennen in der brütend heißen Sommerhitze des Hockenheimer Motodroms bringt die kurze Sommerpause Zeit die aufgeheizten Gemüter abzukühlen und sich auf den Sachsenring vorzubereiten, wenn es in die entscheidende Phase der Meisterschaft geht.

Patrick Holzer
 
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Artikel vom 05.08.2007